Ein Hinweis fehlt bisher an den Haltestellen auf die Änderung ab heutigen Montag wie hier am Rathaus.
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Ein Hinweis fehlt bisher an den Haltestellen auf die Änderung ab heutigen Montag wie hier am Rathaus.

Kein Verständnis für den Stundentakt

Wegen Corona: Gemeindewerke reduzieren Busangebot deutlich – Kartenbesitzer empört

Die Gemeindewerke Garmisch-Partenkirchen reduzieren ihr Busangebot ab Montag, 28. Dezember, deutlich – Monatskartenbesitzer sind empört.

Garmisch-Partenkirchen – Der Busfahrer war es, der den Fahrgast kurz vor den Weihnachtstagen darauf aufmerksam gemacht hat: „Hast du schon die Fahrplanänderung gesehen?“ Die Gemeindewerke Garmisch-Partenkirchen reduzieren ab dem heutigen Montag den Betrieb der grünen Ortsbusse deutlich. Durch den Ort geht es nur noch im Stundentakt – auch an Werktagen. Bislang gab es noch einen Halbstundentakt. Eine neue Situation, die bei den Bürgern für Ärger sorgt.

„Da werden die Leute dann in den Bus eingepfercht wie Schafe“, schimpft ein Garmisch-Partenkirchner, der sich beim Tagblatt meldete, seinen Namen aber nicht in der Zeitung lesen möchte. Der ältere Mann kann die Einschränkung des Fahrbetriebs nicht nachvollziehen. „Die Infektionszahlen explodieren. Wo hat man denn den Schutz, wenn man Schulter an Schulter im Bus steht?“ Der Rentner fürchtet durch die Einführung des Stundentakts, dass viel mehr Fahrgäste zugleich den Ortsbus nutzen müssten. „Die Gemeindewerke nehmen eine erhöhte Ansteckungsgefahr für die Leute in Kauf. Das ist die eigentliche Sauerei.“ Doch nicht nur das: Es geht ihm auch um die Umsteigemöglichkeiten. „Die verschlechtern sich zusätzlich“, betont der 61-Jährige. Darüber hinaus erhöhen sich die Wartezeiten auf den Bus.

Busfahrplan ist den aktuellen Corona-Einschränkungen angepasst worden

Verantwortlich für den Busbetrieb sind die Gemeindewerke Garmisch-Partenkirchen, die auf ihrer Homepage über die neuen Fahrpläne informieren. Günther Rösch, Technischer Leiter beim Kommunalunternehmen, bestätigt die Änderung: „Derzeit gilt der Sonn- und Feiertagsfahrplan auch an Werktagen.“ Zugleich fahren alle Linien nur noch bis etwa 21 Uhr. „Das Ende ist dem Beginn der Ausgangssperre angepasst“, merkt Rösch an. Aufgrund des Ausgangsverbots endet etwa die letzte Fahrt der Linie 1 um 21.12 Uhr an der Haltestelle Äußere Maximilianstraße, die Linie 4 um 20.49 Uhr in Farchant und die Linie 5 um 20.21 Uhr an den Gemeindewerken.

Wie lange der Stundentakt bestehen bleibt, steht laut Rösch noch nicht fest. Die Fahrplanänderungen gelten, „solange die Beschränkungen des öffentlichen Lebens durch die Staatsregierung vorgegeben sind“, betont der Technische Leiter. Mit dem reduzierten Fahrplanangebot reagieren die Werke auf die aktuell geltenden Einschränkungen durch den Lockdown. „Wie im Frühjahr“, fügt Rösch an.

Auf die Vorwürfe, somit nicht dem Hygieneschutz in den Bussen gerecht zu werden, geht Rösch nicht ein. Er antwortet ganz pragmatisch: „Es werden ausnahmslos nur Fahrgäste mit Mund-Nasen-Schutz befördert. Der Abstand muss eigenverantwortlich eingehalten werden.“

Der aufgebrachte Fahrgast hält diese Vorgaben für unzureichend. „Das Konzept mit dem Abstandhalten beißt sich. Abstand ist nicht mehr möglich.“ Darüber hinaus sieht er sich als Monatskartenbesitzer im weiteren Sinne von den Gemeindewerken abgestraft. „Die Leistungen sind erheblich reduziert worden.“ Im Normalfall ist der Ortsbus in der Marktgemeinde im 20-Minuten-Rhythmus unterwegs, im Juni war auf einen Halbstundentakt reduziert worden. Von Alexander Kraus

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