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Nächste Verhandlung Ende August

Nach Unglück im Wellenberg: Prozess gegen Bademeister dauert an

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Fahrlässige Tötung - das wurde den fünf Angeklagten zur Last gelegt. Drei davon haben bereits ihre Strafe bekommen. Die zwei anderen müssen sich einer weiteren Beweisaufnahme stellen.

Garmisch-Partenkirchen –„So tragisch der Vorfall ist, bitte lassen Sie Milde walten.“ Es waren emotionale Worte, die der Friedberger am Dienstag an Richter Andreas Pfisterer und die Schöffen richtete. Worte, bei denen er die Tränen nicht zurückhalten konnte. Der 40-Jährige macht niemanden einen Vorwurf für den tragischen Tod seines Stiefsohns – weder den Jugendbetreuern vom Fußballverein im Landkreis Augsburg, noch den Bademeistern aus dem Oberammergauer Wellenberg. Sie alle mussten sich vor dem Amtsgericht Garmisch-Partenkirchen verantworten. Die Staatsanwaltschaft legt ihnen fahrlässige Tötung zur Last.

Auch dieser Appell führte dazu, dass Pfisterer das Verfahren, in dem das schreckliche Ende des Ausflugs zum Raften ins Ötztal und dann in den Wellenberg geklärt werden soll, gegen die drei Vereinsvertreter einstellte – „wegen geringer Schuld“. Allerdings müssen sie eine Geldauflage zahlen: der frühere Trainer und einer der Jugendleiter jeweils 1500, der zweite Jugendleiter 3000 Euro. Bei letzterem kommt dazu, dass er mit dem Zehnjährigen beim Rafting im Boot saß. Daher wusste er, dass dieser unter Tränen erklärt hatte, dass er nicht so gut schwimmen könne. Allen hielt der Richter vor, sich im Vorfeld nicht nach den Fähigkeiten des Viertklässlers erkundigt zu haben. Außerdem sprach gegen sie, dass sie die Aufsicht im Schwimmbad – acht Erwachsene waren mit zehn Kindern unterwegs – nicht geregelt hatten.

Während Pfisterer diese drei Angeklagten entlassen konnte, müssen sich die beiden Bademeister nun einer weiteren Beweisaufnahme stellen. Ende August gilt es zu klären, wieso diese nichts von dem verzweifelten Überlebenskampf des Kindes mitbekommen hatten. Und das, obwohl sich beide zum Unglückszeitpunkt im Juli 2016 in der verglasten Aufseherkabine aufhielten. Dort müssen sie aber nicht nur den Monitor, auf dem die Bilder von neun Überwachungskameras eingehen, im Blick behalten, sondern auch das Geschehen im Bad. Zudem sind sie bei Anliegen der Badegäste zur Stelle. Der Prozess dauert an.

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