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Welpenhandel im Hinterhof: Frau wollte nur das Beste für Tiere

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Von: Katharina Bromberger

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Von der Straße in Neapel hat eine Frau diese Welpen geholt, um sie in Garmisch-Partenkirchen zu verkaufen. Doch hatte sie nicht alle erforderlichen Unterlagen besorgt. © Polizeiinspektion Garmisch-Partenkirchen

Von der Straße in Neapel hat eine Engländerin Hunde gerettet. Nun wollte sie diese in Garmisch-Partenkirchen verkaufen. Und weckte Misstrauen. Alarmierte Polizeibeamte stellten fest: Nicht alles hatte seine Richtigkeit.

Garmisch-Partenkirchen – Handel mit Hundewelpen – in einem Hinterhof. Schockierende Bilder weckt diese Nachricht. Von verwahrlosten, gequälten kleinen Hunden, mit denen die Händler nur schnell viel Geld verdienen wollen. In diesem Fall aber steckt hinter der Überschrift eine ganz andere Geschichte. Eine Engländerin, die den Welpen nur helfen wollte. „Sie hat sicher in den besten Absichten gehandelt“, sagt David Schwinghammer von der Polizei Garmisch-Partenkirchen. Vor einer Strafe wird sie das nicht schützen. Die aber dürfte gering ausfallen.

„Sie wollte damit kein Geld verdienen“

Tatsächlich hatte eine aufmerksame Garmisch-Partenkirchnerin am Samstag gegen 13.30 Uhr beobachtet, wie in einem Hinterhof in Garmisch-Partenkirchen, nahe der Mittenwalder Straße Hundebabys aus einem Fahrzeug mit italienischer Zulassung verkauft wurden. Umgehend alarmierte sie die Polizei. Und die fand acht Hundewelpen, drei ausgewachsene Mischlingshunde und zwei Jungkatzen, die die 63-jährige Frau aus Großbritannien gerade an US-Amerikaner verkaufte. Aus ganz Deutschland waren sie extra für das Geschäft nach Garmisch-Partenkirchen gekommen. Allerdings verlangte die Frau nur einen geringen Betrag, um ihre Unkosten zu decken. „Sie wollte damit kein Geld verdienen“, sagt Schwinghammer. 

Wie die Ermittlungen ergaben, lebt die Frau in Italien und engagiert sich dort bei einer Tierschutzorganisation. In Neapel holt diese vor allem Hunde von der Straße, um ihnen ein besseres Leben zu ermöglichen. „Die Frau wollte sicher nichts Böses und nur das Beste für die Tiere“, sagt Schwinghammer.

Tiere gesundheitlich in gutem Zustand

Diese befanden sich gesundheitlich auch in einem guten Zustand, stellte die Amtstierärztin des Veterinäramtes bei einer ersten Untersuchung vor Ort fest. Der Haken: Für die Welpen und Katzen fehlen die für die Einfuhr erforderlichen Unterlagen. Nachdem diese für die drei Mischlinge vorlagen, konnten die Käufer sie mitnehmen. Die übrigen Tiere aber brachten die Beamten ins örtliche Tierheim. Dort bleiben sie zunächst in Quarantäne, bis alle Impfungen und Untersuchungen abgeschlossen sind. Danach können sich die Käufer ihre Hunde und Katzen möglicherweise abholen.

Gegen die Engländerin hat das Landratsamt ein Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz eröffnet. Eine Straftat liegt laut Polizei nicht vor. Sie dürfte mit einer Verwarnung davonkommen, muss aber zusätzlich mit einem Bußgeld rechnen. 

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