+
Räumt ihr Büro: Für Bärbel Rauch beginnt ein neuer Lebensabschnitt.  

Werdenfels-Gymnasium: Bärbel Rauch geht in den vorzeitigen Ruhestand

Vize-Schulleiterin macht erst einmal Kochkurs in Vietnam

Sie ist eine Institution am Werdenfels-Gymnasium. Jetzt tritt sie ab. Bärbel Rauch, viele Jahre Stellvertretende Schulleiterin, geht mit einem lachenden und einem weinenden Auge in den vorzeitigen Ruhestand.

Garmisch-Partenkirchen – „Ich hätte Bärbel Rauch gern noch einige Jahre als Stellvertretende Schulleiterin an meiner Seite gehabt“, bedauert Tobias Schürmer, Schulleiter des Garmisch-Partenkirchner Werdenfels-Gymnasiums, die anstehende Pensionierung seiner Kollegin. Er lobt deren Loyalität, Herzlichkeit und Offenheit, ihr Durchsetzungsvermögen, aber auch die Fähigkeit, sich zurücknehmen zu können. „Wir haben nur eineinhalb Jahre zusammengearbeitet, aber ich hätte mir keine bessere Stellvertreterin wünschen können.“ Wenn es ginge, würde er sich so eine Bärbel Rauch noch einmal „stricken“. Auf eigenen Wunsch geht die 64-Jährige zum Schulhalbjahr in den vorzeitigen Antragsruhestand, wie es amtlich heißt.

Mehr Zeit für ihren Mann, der bereits seit einigen Jahren nicht mehr berufstätig ist, für den 95-jährigen Vater, mehr Freiräume, um die Töchter, die in New York und Frankfurt leben, spontan besuchen zu können, stehen auf Rauchs Wunschliste. „Außerdem werden wir in Kürze Großeltern“, verrät sie. Zu den Zukunftsplänen gehören auch eine Vietnamreise mit Kochkurs – „weil kochen meine große Leidenschaft ist“ – und das Erlernen des Klarinettenspiels.

Neuer Lebensabschnitt nach 36 Jahren Lehrerin mit Leib und Seele

Dass sie ausgebrannt sei, kann die Powerfrau von sich nicht behaupten. „Aber nach 36 Jahren Lehrerin mit Leib und Seele möchte ich jetzt einen neuen Lebensabschnitt beginnen.“ Ihr Studienwunsch kristallisierte sich für die gebürtige Mittenwalderin mit norddeutschen Wurzeln bereits als Schülerin heraus, weil sie den beiden jüngeren Schwestern Nachhilfeunterricht erteilen musste. An der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität studierte sie nach dem Abitur am St.-Irmengard-Gymnasium Politikwissenschaften, Soziologie, Germanistik und Geschichte im Lehramt. Nach Examen und Referendariat führte sie der Weg 1980 ans Werdenfels-Gymnasium, das ihre berufliche Heimat werden sollte.

Bereits während der Studienzeit engagierte sie sich politisch, trat später der SPD bei. Für die Sozialdemokraten war sie von 1984 bis 1990 als Kreisrätin und in ihrer Heimatgemeinde Mittenwald von 1990 bis 2000 als Gemeinderätin tätig. „Ich wollte immer etwas bewegen. Mir ging es vor allem um soziale Gerechtigkeit“, erklärt sie. Ein neuer Abschnitt begann 2000, als sie sich erneut verstärkt ihrer beruflichen Karriere zuwandte und ein Zusatzstudium zur Beratungslehrkraft absolviert. Ein Amt, das sie bis heute innehat. Seit achteinhalb Jahren ist sie außerdem ständige Schulleitervertreterin. „Neues, wie die Kollegstufe oder später das G8 auf den Weg zu bringen, das hat mich stets gereizt“, blickt Ruf zurück. „Ihr“ Gymnasium habe sich positiv weiterentwickelt. „Mit dem neuen Schulleiter ist das Werdenfels auf einem guten Weg.“ Der richtige Zeitpunkt für Rauch also, Schülern und Kollegium mit einem weinenden und lachenden Auge servus zu sagen.

Margot Schäfer

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Nach tragischem Todesfall: Wellenberg-Betriebsleiter hat gekündigt
Der Prozess gegen zwei Bademeister vor dem Amtsgericht Garmisch-Partenkirchen und der Chlorgas-Austritt im Oberammergauer Wellenberg waren die Auslöser für …
Nach tragischem Todesfall: Wellenberg-Betriebsleiter hat gekündigt
Ettaler Berg teilweise gesperrt
Zwei Felsstürze sind schuld: Wegen diesen stehen Arbeiten am Ettaler Berg an  nicht ohne Auswirkungen auf die Verkehrsteilnehmer.
Ettaler Berg teilweise gesperrt
Hummel erwägt Klage gegen Zitzmann
Per Pressemitteilung kündigt Amanda Stork, Initiatorin des Bürgerbegehrens zum Erhalt von Spielwaren Zitzmann, an, die Entscheidung der Gemeinderats gerichtlich …
Hummel erwägt Klage gegen Zitzmann
Tritt Neureuther kürzer? 
All zu lange ist es nicht mehr hin bis zu den Winterspielen in Pyeongchang. 2018 kämpft Felix Neureuther dort um Medaillen. Schon jetzt macht sich das Ski-Ass Gedanken …
Tritt Neureuther kürzer? 

Kommentare