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Wie die Fassade des umgebauten hintern Teils des Werdenfels Museums ausschauen soll, erklärt Kreisbaumeister Alkmar Zenger (l.) Landrat Anton Speer (M.) und den Kreisräten.

Modelle sollen vor Beschluss angefertigt werden

Werdenfels Museum: Ortstermin bringt wenig Klarheit

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An der Fassade des Werdenfels Museums scheiden sich die Geister. Ein Vor-Ort-Termin an der Baustelle brachte nur bedingt Klarheit. Wieder einmal zeigte sich, dass Vertreter aus Politik und Verwaltung aneinander vorbeireden. 

Garmisch-Partenkirchen – An der Kommunikation hapert’s. Und zwar gewaltig. Das wurde nicht nur im Kreistag deutlich, in dem Kreisbaumeister Alkmar Zenger für seine Alleingänge herbe Kritik erntete, sondern auch beim Vor-Ort-Termin am Werdenfels Museum in Garmisch-Partenkirchen. An der Fassade für den Neubau und den sanierten Altbau hatte sich bereits bei der Sitzung in Krün ein Streit entzündet. Ein Termin an der Baustelle sollte nun Klarheit bringen. Ob das gelungen ist – fraglich. Das zeigte auch die hitzige Diskussion an der Ballengasse – erschienen waren neben Landrat Anton Speer (Freie Wähler), Architekt Mauritz Lüps, Museumsleiter Josef Kümmerle, Zenger und seinem Mitarbeiter Andreas Berndaner noch die Kreisräte Elisabeth Koch und Wolfgang Bauer (CSU), Walter Echter (CSB), Herbert Stöckl (ÖDP) sowie Hans Baur und Michael Gansler (Freie Wähler).

Ein Problem war womöglich, dass die Anwesenden häufig durcheinander sprachen, nicht zuhörten, sich ins Wort fielen und vom Hundertsten ins Tausendste kamen. Bezeichnend dafür, dass Lüps mehrfach ansetzen musste, um die Planung zu erläutern. Entscheidend für ihn ist, eine Einheit zum denkmalgeschützten Museum herzustellen. „Tradition neu interpretiert“ lautet seine Devise. Und deshalb wird der hintere Teil des Anwesens, der sich in die Badgasse erstreckt, auch im oberen Teil mit Holz verkleidet. Ganz so, wie es bei Wirtschaftsgebäuden üblich ist. Der Abstand zwischen den Leisten der Lärchenbretterschalung wird nach den Einwänden der Kreisräte nun etwas breiter. „Darüber besteht ja Einigkeit“, meinte Speer.

An Paddel erinnert die Kreisräte der Vorschlag für den Übergang vom Neu- in den Altbau.

Aber eigentlich sollten verschiedene Fassadenmodelle präsentiert werden, damit sich die Politiker ein Bild machen können. Daran erinnerte auch Bauer. Mit Nachdruck und mehrfach. Warum das nicht passiert war, beantwortete allerdings niemand. Die einzige Variante, die nun vorgestellt wurde, erinnerte den Garmisch-Partenkirchner „an den Ratzeburger Achter, der seine Paddel zum Trocknen aufgestellt hat“. Damit konnte sich keiner der Anwesenden anfreunden. Stattdessen soll die Laubenschnitt-Verschalung mit einem Brüstungsriegel versehen werden.

Einmal mehr aneinander vorbei redeten die Anwesenden jedoch bei der Gestaltung des Übergangs. Während ein Teil davon ausging, dass dieser wie ein Laubengang, das heißt oben offen und überdacht werden soll, stand für andere fest, dass auch im oberen Bereich Bretter angebracht werden sollen. „Das macht wegen der Witterung Sinn“, meinte Lüps. Die Möglichkeiten, ob mit oder ohne Laubschnitt, welches Muster und vor allem welche Variante, sollen nun im Modell dargestellt werden, so dass die Mitglieder des Kreisausschusses in ihrer September-Sitzung entscheiden können. Darauf pochte Speer mit Nachdruck. „Ich brauche diesen Beschluss“, unterstrich der Landrat.

Die ungute Debatte, die etliche Kommunalpolitiker der Verwaltung ankreideten, scheint tatsächlich selbst verschuldet. Das räumte Zenger durchaus ein. „Normalerweise ist es nicht üblich, Fassaden-Details zu diskutieren. Das war ein Angebot von uns.“ Warum er dieses zwar zunächst gemacht, dann aber doch nicht umgesetzt hatte, ließ er offen.

Kein Thema waren bei dem Vor-Ort-Termin auch die Kosten, die sich die Kreis-Behörde offenbar schön rechnet. 2,9 Millionen Euro sind es aktuell, die ins Werdenfels Museum investiert werden. Landratsamtssprecher Stephan Scharf spricht von einer Steigerung von etwa 25 Prozent. Diese sei „der Fortschreibung des Baupreisindexes geschuldet, ebenso wie der aufwändigen Bauweise im engen historischen Umfeld von Partenkirchen sowie zusätzlichen Auflagen für den Brand- und Denkmalschutz“. Dass er bei dieser Rechnung nicht die ursprünglichen Gesamtkosten von 2,1 Millionen Euro, sondern die 2016 angepassten in Höhe von 2,4 ansetzt, bleibt außen vor.

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