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Besonderes Ambiente herrscht in der Lobby.

Neues Hotel feiert Eröffnung

Werdenfelserei: Hommage an die Heimat

Was lange währte, ist wirklich gut. „Die Werdenfelserei“, das 13-Millionen-Euro-Projekt auf dem Gelände des alten Bichlerhofs in Sichtweite des Garmischer Kurparks, ist eröffnet. Die Eigentümer-Familie Erhardt zeigte am Mittwoch der Presse, was sie geschaffen haben. Eine Begehung.

Garmisch-Partenkirchen – Nur keine Floskeln zur Begrüßung: „Sagt zum Gast, was ihr wollt, aber sagt es herzlich.“ Das erwartet Monika Erhardt, die Chefin der „Werdenfelserei“, von ihren 40 Mitarbeitern. Aber nicht nur am Empfang des neuen Hotels an der Alleestraße weht der Geist von Land und Leuten. Das gesamte Projekt ist eine „Hommage an unsere Heimat“, sagt die Besitzer-Familie. Jahrelang schon beklagen Politiker und Touristiker das mangelnde Angebot gehobener Hotels im Ort. Mit der „Werdenfelserei“ hat Garmisch-Partenkirchen nun ein Aushängeschild: Zum „Hideaway Newcomer of the Year Award 2018“ wurde das Projekt der Partenkirchner Eheleute Franz und Monika Erhardt gekürt, noch bevor es ganz fertiggestellt ist. Kein Wunder, dass der 13-Millionen-Euro-Komplex auf dem Gelände des ehemaligen Bichlerhofs bereits ausgebucht ist.

Für diesen Erfolg brauchte es keine Sterne, sondern nur die richtige Philosophie. „Wir haben uns bewusst keiner Klassifizierung unterworfen, um an nichts gebunden zu sein“, erklärt die Chefin. Die Erhardts mit den Töchtern Katharina und Barbara, die im Betrieb hauptberuflich mitanpacken, wollten ihren Traum verwirklichen: ein kleines, familiengeführtes Privathotel – „Boutique-Hotel“ im Fachjargon. Alles ganz nah an der Natur und der heimischen Lebensart orientiert, unter Verwendung bester Materialen und modernster Technik. Gewissermaßen die Fortführung des „Fiakershofs“, den die Familie seit 300 Jahren in Partenkirchen betreibt, erst als Bauernhof, jetzt als Ferienhaus.

Öffentlich schon als „Schafstall“ abgeurteilt, wird der genaue Betrachter der „Werdenfelserei“ eines Besseren belehrt. Der Vollholzbau – lediglich Tiefgarage, Treppenhaus und Keller sind aus Beton – ist eine gelungene Balance zwischen Tradition und Moderne, wobei die Fassade bewusst einem Werdenfelser Heustadel nachempfunden ist. „Im Vorfeld gab es reichlich Diskussionen, wie es aussehen soll“, erklärt Monika Erhardt. „Modern sollte es nicht sein, und Traditionelles haben wir schon genug.“ Zweieinhalb Jahre hat daraufhin die österreichische „W2 Manufaktur GmbH“ unter Architektin Nicole Waltl-Piffer geplant. Nun spiegeln die Räumlichkeiten die Seele der heimischen Natur wider: überall Holz, Duft von Heu und eine dezent-alpine Gemütlichkeit.

Jeder kann sich davon überzeugen. Die „Werdenfelserei“ ist offen für alle. Im Restaurant „Wurzelwerk“ und in der ganztägig geöffneten Lobby „Naschwerk“ tischt der einheimische Küchenchef Johann Wägner auf. Erst 25 Jahre alt, hat der Koch aus Leidenschaft bereits internationale Erfahrung gesammelt. Ein gastronomischer Gewinn für den Ort ist dazu die Terrasse des Restaurants, die vom Kurpark aus zugänglich ist und zur Einkehr animiert. Auch der „Himmel über Garmisch“ steht jedem offen: Für den so betitelten Wellnessbereich auf dem Dach des Hauses können nach Voranmeldung Tageskarten erworben werden. Als Gegenleistung gibt es einen offenen Pool mit unwahrscheinlich schönem Blick auf Waxenstein und Zugspitze, im Vordergrund der Turm von St. Martin. Drei Saunen mit Ruheräumen sind mit im Angebot.

Die „Werdenfelserei“ verfügt über insgesamt 43 Zimmer und acht Suiten, davon zwei der Kategorie „top“. Ihre Zielgruppe sei der Privatgast, „überwiegend Paare“, sagt Monika Erhardt. Aufgrund der relativ geringen Fläche des 3000 Quadratmeter-Grundstücks habe man das Hotel nicht auf Familien zuschneiden können. Dafür gibt es einen Tagungsraum, der auch für private Feierlichkeiten angemietet werden kann.

Nach knapp eineinhalbjähriger Bauzeit sind nur noch Restarbeiten zu erledigen. 92 Betriebe, davon ein Drittel einheimische Unternehmer, haben an dem innovativen Hotel gewerkelt. Größere Probleme während der Bauzeit habe es nicht gegeben, so Monika Erhardt. Nur der harte Winter hat die Fertigstellung verzögert.

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