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Nach Zugunglück und G7-Gipfel: Wertschätzung und Anerkennung für die Rettungskräfte

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Von: Andreas Seiler

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Große Ehre: Feuerwehr-Kommandant Michael Sexl (l.) erhält von Ministerpräsident Markus Söder die Ehrennadel. Im Hintergrund: Minister Joachim Herrmann
Große Ehre: Feuerwehr-Kommandant Michael Sexl (l.) erhält von Ministerpräsident Markus Söder die Ehrennadel. Im Hintergrund: Minister Joachim Herrmann. © Sehr

Das Jahr 2022 werden die Rettungskräfte nicht so schnell vergessen. Denn mit dem schweren Zugunglück bei Burgrain und dem G7-Gipfel auf Schloss Elmau hatten sie zwei Mammuteinsätze zu bewältigen. Mit einem Empfang zollte ihnen jetzt Ministerpräsident Markus Söder (CSU) Respekt und Anerkennung – eine Geste, die sehr gut ankam.

Garmisch-Partenkirchen – Michael Sexl, Kommandant der Partenkirchner Feuerwehr, war am 3. Juni einer der Ersten an der Unfallstelle bei Burgrain, nachdem dort eine Regionalbahn entgleist war. „Ein dramatisches Ereignis“, erinnert er sich. Und eine enorme Belastung für alle Helfer vor Ort, physisch wie psychisch. Das Horrorszenario – das Unglück forderte fünf Todesopfer – hat sich tief in das Gedächtnis des Feuerwehrchefs eingebrannt. Dennoch ist er stolz darauf, dass er und seine Kollegen es schafften, alle Verletzten innerhalb von nur 46 Minuten aus den teilweise umgestürzten Waggons zu befreien. „Das geht nur, wenn alle an einem Strang ziehen.“

Rund 1000 Gäste im Kongresshaus

Eine Leistung, die Ministerpräsident Markus Söder (CSU) mit einem Helferempfang im Garmisch-Partenkirchner Kongresshaus würdigte (wir berichteten) – ein Zeichen der Wertschätzung, der Dankbarkeit und des Respekts, wie der Spitzenpolitiker betonte. Der Abend gehörte den vielen Rettungskräften, die bei dem besagten Zugunglück und wenige Wochen später beim G7-Gipfel auf Schloss Elmau (26. bis 28. Juni), der den gesamten Landkreis in einen Ausnahmezustand versetzte, im Einsatz waren und teilweise über die Belastungsgrenzen hinausgingen. Rund 1000 Gäste waren der Einladung Söders gefolgt, der sich als bürgernaher und jovialer Landesvater präsentierte.

Sexl war einer von fünf Helfern, die stellvertretend für ihre Mitstreiter in der Blaulichtfamilie von Söder mit einer Ehrennadel ausgezeichnet wurden. Diese erhielten außerdem Michael Kaschny (Polizei, Sulzbach-Rosenberg), Lena Pichler (BRK, Oberau), Reinhard Schmaus (Elektroversorgung, Bad Aibling) und Franziska Sedlmeier (Polizei, Eggenfelden). „Es ist schon eine Ehre, wenn die Staatskanzlei erkennt, was wir leisten“, sagte Sexl. Aber dieses Lob gelte allen, die bei den Großereignissen mit dabei waren. Denn alleine könne man nichts ausrichten. „Das funktioniert nur in der Gemeinschaft.“

Söder: „Wenn es um die Sicherheit geht, sind die Bayern super.“

„Wir sind sehr stolz auf Sie“, sagte Söder zu den Anwesenden. Die anspruchsvollen Arbeiten nach dem schweren Zugunglück und während des G7-Gipfels seien hochprofessionell erledigt worden. Mit Blick auf den reibungslosen Ablauf des Treffens der Staats- und Regierungschefs der sieben mächtigsten Industrienationen der westlichen Welt meinte der Landeschef selbstbewusst: „Wenn es um die Sicherheit geht, sind die Bayern super.“ Helfen und Retten zu jeder Tageszeit sei eine großartige Leistung. Hierfür brauche es eine gute Ausrüstung für Feuerwehr, Polizei, Bundeswehr und alle Rettungskräfte.

Ins gleiche Horn stieß Innenminister Joachim Herrmann (CSU), der von einer „vorbildlichen Arbeit“ sprach und sich für eine Stärkung des Katastrophenschutzes starkmachte.

Die Reaktionen fielen positiv aus. „Unsere Ehrenamtlichen haben Großartiges geleistet. Sie haben einen solchen Empfang verdient“, sagte Landrat Anton Speer (Freie Wähler). Die Zusammenarbeit der Organisationen sei vorbildlich gewesen. „Das ist eine großartige Geste seitens des Freistaats“, merkte Kreisbrandrat Johannes Eitzenberger an. Im Rahmen des G7-Gipfels seien die Wehren großzügig unterstützt worden. So machte der Freistaat 4,5 Millionen Euro locker, vor allem für die Anschaffung neuer Fahrzeuge.

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