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Wild, rockig und supersportlich kommen die Modelle von (v.l.) Apostolina Kaneli, Sophia Weber und Marina Holzmann daher. Beim WICA-Wettbewerb stellen die Lehrlinge ihr Können unter Beweis und lassen die 1980er wieder aufleben.

Föhnfrisur, Leggings und Schulterpolster

Wettbewerb der Friseure: Flair der 1980‘er in der Berufsschule

Was machen Madonna, Boy George und Kiss in der Garmisch-Partenkirchner Berufsschule? Des Rätsels Lösung ist der WICA-Wettbewerb. Friseurlehrlinge aus dem Landkreis stellen dabei ihr Können unter Beweis - und verbreiten das Flair der 1980er Jahre. 

Garmisch-Partenkirchen – Madonna läuft über den Laufsteg. Mit wasserstoffblonder Mähne, knallroten Lippen und einem bauchfreien Top. Ihr Markenzeichen – den schwarzen Leberfleck – setzt sie gekonnt in Szene. Nach ihr betritt Boy George den Saal. Mit dramatisch geschminkten Augen, bunten Dreadlocks tanzt er zu seinem Hit „Do you really want to hurt me“. Den Hut trägt er lässig auf den Kopf. Plötzlich ertönt wilde Rockmusik. Der Sänger der Band „Kiss“ springt mit bemaltem Gesicht, Plateausandalen und engem Anzug auf die Bühne. Die Zunge hängt aus dem Mund, der Kopf bewegt sich wild zur Musik.

Nein, diese Szenen spielen nicht in Hollywood oder irgendeiner Konzerthalle ab, sondern im Hans-Langmatz-Saal in der Berufsschule in Garmisch-Partenkirchen. Und die Stars kommen nicht aus Amerika oder Großbritannien, sondern aus dem Landkreis. Zehn Friseurlehrlinge traten heuer wieder im Rahmen des „Wettbewerbs im kreativen Arbeiten“ (WICA) gegeneinander an. Das Motto? Die 1980er Jahre. Die Zeit der Föhnfrisuren, Schulterpolster und engen Leggins. Und die hat am besten Garmisch-Partenkirchnerin Apostolina Kaneli (21) aus Garmisch-Partenkirchen interpretiert. Sie ist im zweiten Lehrjahr in Gitti’s Haarstudio in Oberau tätig. Sie hat ihr Model Emmanouela Kanakidou in den Frontsänger der Band Kiss verwandelt – und wurde damit Siegerin.

Inspiration durch Promis und Modetrends der 1980er

Die Lehrlinge hatten bei der Wahl ihres Stylings freie Hand. Orientieren konnten sie sich an einer berühmten Persönlichkeit der 1980er Jahre oder an Modetrends der damaligen Zeit. „Da gibt’s genügend Anreize“, sagte Birgit Binder lachend. Auch heuer leitete die Obermeisterin der Friseur-Innung Oberland den Wettbewerb. Vorab warf sie einen Blick auf die Präsentationsmappen der Teilnehmer. Diese mussten ihre Styling-Idee zu Papier bringen. Bewertet wurden die Mappe sowie die Umsetzung am Modell. Für die Frisur, die Nägel und die Präsentation des Looks gab’s Punkte von einer Jury – fast allesamt Meister ihres Fachs.

Nicht im Komitee, dafür im Publikum saß Berufsschulleiter Johannes Klucker. Er staunte nicht schlecht darüber, wie extravagant die Modelle daherkamen. „Ich bin begeistert“, sagte er und lobte Binder dafür, dass sie den Wettbewerb jedes Jahr organisiert. „In Zeiten des Fachkräftemangels ist es wichtig, für seine Zunft zu werben.“

Die Queen of Pop war bei den angehenden Friseuren am beliebtesten

Bei den jungen Stylisten kommt der Wettbewerb gut an. Auch heuer legten sie sich ordentlich ins Zeug, um die Jury von sich zu überzeugen. Die Queen of Pop, Madonna, war bei den angehenden Friseuren am beliebtesten. Insgesamt viermal wurde sie von einem Modell dargestellt. Gewonnen hat jedoch keines von ihnen. Den dritten Platz belegte die 17-jährige Marina Holzmann aus Schöffau (Salon Silvia Bentz in Murnau), die ihre Freundin Johanna Weiß in eine Fitnesstrainerin verwandelte – inklusive Schweißband, Armreifen, Leggins und hochtoupiertem Pferdeschwanz. Den zweiten Platz schaffte Sophia Weber (17) aus Huglfing (Birgit Binder Friseur in Seehausen), die Antonia Radegast in ein rosa farbenes Kleid samt spitzförmiger Brust steckte und als Rockerbraut über den Laufsteg schickte. Dort überzeugte sie die Jury mit vollem Körpereinsatz. Wenn auch nicht ganz so stark wie Apostolina Kanelis „Kiss“-Modell.

Emmanouela Kanakidou tanzte so wild, als wäre sie dem Tourbus der Hard-Rock-Band entsprungen. Die Inspiration für ihr Modell bekam Kaneli beim Musikhören. „Ich mag Metall und Rock.“ Ihr Mut zum Schrillen wurde belohnt. Als Erstplatzierte bekam sie einen Profi-Föhn für 260 Euro. Für die Zweit- und Drittplatzierte gab’s je ein Glätteisen. Damit sitzt die Frisur auch in Zukunft – garantiert. 

Magdalena Kratzer

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