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Tiefverschneit präsentiert sich der Garten von Birgit Schröder in der Alleestraße in Garmisch-Partenkirchen. 

Indiz für den Klimawandel

Dieses Wetterphänomen sorgt für den starken Schneefall

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Der April macht, was er will. Ein Blick aus dem Fenster reicht als Beweis. Statt Frühlingstemperaturen nimmt nochmal der Winter Einzug. Doch Schnee in diesem Monat wird immer seltener. 

Garmisch-Partenkirchen – Als Wetterbeobachter auf der Zugspitze hat Norbert Stadler in seiner Laufbahn schon viel erlebt. Ihm ist fast nichts fremd. Dass an einem 19. April, mitten im Frühling, Schnee rund um Garmisch-Partenkirchen liegt, hält er nicht für außergewöhnlich. „Das kommt immer wieder mal vor“, sagt Stadler. Zuletzt aber immer seltener, wie ein Blick in die Wetteraufzeichnungen der vergangenen 60 Jahre zeigt. Die Abstände sind seit 1957 größer geworden. Zwischen 1969 und 1977 passierte es noch relativ häufig, dass Mitte April Schnee im Tal auf 708 Metern Meereshöhe lag. In den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts verzeichnen die Statistiken Fehlanzeige. Am 19. April 1991 waren’s stolze 22 Zentimeter, am Mittwoch – 26 Jahre später – wurden in Garmisch-Partenkirchen 16 Zentimer gemessen. Der große zeitliche Abstand, für Stadler ein klares Indiz für den Klimawandel: „Da merkt man, dass es wärmer wird.“

Der relativ starke Schneefall der vergangenen Tage ist Stadler zufolge das Ergebnis eines Wetterphänomens. Eine Nordstaulage, die derzeit herrscht, sei nichts Ungewöhnliches, da sie häufig mit starkem Wind einhergeht, der die Schneewolken dann über die Alpen treibt. Diesmal herrscht allerdings kaum Luftbewegung, weshalb sich die Wolken an den Bergen abschneien. „Eine derartige Situation ist relativ selten“, erklärt Stadler. Die soll sich in den kommenden Tagen ändern. „Die Intensität des Schneefalls wird abnehmen, weil die Nordstaulage einschläft“, sagt Stadler.

Auf der Zugspitze hingegen rechnet er mit weiter wachsenden Schneehöhen. Von Dienstag auf Mittwoch hatte die weiße Pracht auf Deutschlands höchstem Berg um einen Meter auf 4,30 Meter zugenommen. Völlig normal, weil der April der Zugspitze wie jedes Jahr Schnee in rauen Mengen bringt. Der Mittwochmorgen war dann doch nicht ganz alltäglich. Innerhalb einer Stunde registrierte Stadler einen Zuwachs von 15 Zentimetern. „Das sind schon mehr als normal“, räumt er ein. 

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