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Demonstranten stellen sich vor: In Garmisch-Partenkirchen bauten die Gegner des G7-Gipfels ihren Infostand samt einprägsamer Parolen auf.

G7-Gipfel 2015

Aktivisten: „Wir wollen keine Krawallparty feiern“

Garmisch-Partenkirchen - Die Aktivisten des Bündnisses „Stop-G7-Elmau“ haben sich in Garmisch-Partenkirchen vorgestellt: An einem Stand in der Fußgängerzone führten sie viele Gespräche.

Es schneit, die Temperaturen sinken. Eingepackt in dicke Jacken stehen sieben Männer und Frauen vor und unter einem Infostand, verteilen Flyer, reden mit Passanten. Einer von ihnen ist Benni Ruß, 29 Jahre alt. Er unterhält sich gerade mit einer Garmisch-Partenkirchnerin mittleren Alters. „Die G7 stehen als mächtigste Industriestaaten der Welt für die globale Umweltzerstörung, kriegerische Außenpolitik, die Abschottung gegenüber Flüchtlingen und eine Verarmungspolitik auf der Welt“, sagt der Aktivist des Bündnisses „Stop-G7-Elmau“. Er ist in seinem Element – und findet offenbar Gehör: „Die Menschen hier sind uns gegenüber sehr aufgeschlossen“, sagt Ruß.

Seit Mai 2014 organisiert er mit führenden Köpfen aus Verbänden, Gewerkschaften und landwirtschaftlichen Vereinen Demonstrationen rund um den G7-Gipfel am 7. und 8. Juni dieses Jahres auf Schloss Elmau.

Doch den größten Stein legen ihnen, da ist sich Ruß sicher, die Kommunen und die Regierung in den Weg. „Sie machen seit Monaten Stimmung gegen uns und die Protestcamps.“ Der Dialog laufe „nur schleppend“ oder gar nicht. „Sie warnen die Bevölkerung vor uns und schüren Ängste, damit niemand seine Flächen zur Verfügung stellt.“ Für den 29-Jährigen ein Unding: „Als Tourismusdestination, die Gastfreundschaft preist, sollte sie doch auch gastfreundlich sein.“ Der Aktivist wirft den Behörden Kalkül vor: „Wenn sie Ängste schüren, rechtfertigt das die hohen Sicherheitskosten. Und sollten wir keine geeignete Fläche finden, wären wir gezwungen, wild zu campen.“ Das sei nicht im Sinne der Demonstranten, die „weder die Natur zerstören noch mit dem Gesetz in Konflikt geraten wollen. Aber wir haben uns den Standort hier ja nicht ausgesucht.“

Gegner des G7 Gipfels: Darum sind sie nach Garmisch-Partenkirchen gekommen

Deshalb sind die G7-Gegner nach Garmisch-Partenkirchen gekommen: Die Bevölkerung soll sie kennen lernen. Bis zum Gipfel setzen die Aktivisten die Imagekampagne fort. Damit wollen sie dem Bild der gewalttätigen Radaumacher entgegenwirken: Eines von Ruß’ wichtigsten Zielen sind „friedliche Demonstrationen. Wir wollen keine Krawallparty feiern.“

Josef Hornsteiner

Alle Infos zum G7-Gipfel 2015 auf Schloss Elmau finden Sie auf unserer G7 Themenseite. Die wichtigsten Fragen und Antworten haben wir bereits zusammengefasst.

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