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Als Gewerbegebiet im Blick: Die meisten Flächen am Ortseingang Partenkirchen sind aber nicht in Gemeindebesitz. 

Region schneidet in Statistik schlecht ab

Wirtschaft im Landkreis: Gestern Flop, morgen Top?

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Der Landkreis ist Randgebiet. Er ist schön, ohne Frage. Aber die Entwicklungschancen scheinen gering. Doch die Experten sind sich einig: Es tut sich etwas.

Landkreis – Peter Lingg ist jemand, der die Dinge beim Namen nennt. Auch, wenn sie unangenehmer Natur sind. Als Chef des Regionalausschusses der Industrie- und Handelskammer (IHK) weiß er, dass der Landkreis Garmisch-Partenkirchen mit strukturellen Defiziten zu kämpfen hat. Die Zahlen des Bundesamts für Statistik skizzieren ein trauriges Bild. Im deutschlandweiten Vergleich schneidet die Region in vielerlei Punkten, vorsichtig gesagt, mittelprächtig ab (siehe unten). Viele alte Menschen, wenig gewerbliches Entwicklungspotenzial, teurer Wohnraum, Abwanderung der jungen Leute – es scheint ein Teufelskreis zu sein. Die Situation, sie „ist nicht einfach“, bestätigt Lingg. Er malt aber für die Zukunft nicht schwarz. Es sei etwas in Bewegung, was man nicht bewusst wahrnimmt.

Gerade die Entwicklung im Wirtschaftssektor stimmt den IHK-Chef zuversichtlich. Insbesondere die Aussagen der 140 Betriebe, die bei der Unternehmerbefragung teilgenommen haben. Bessere Gesamtnote, erfreuliche Erkenntnisse. 77,2 Prozent der Firmen würden sich wieder dafür entscheiden, sich im Landkreis anzusiedeln. Die deutliche Mehrheit. „Sie spüren das Miteinander“, meint Lingg.

Damit bezieht er sich mitunter auf die Unternehmens-Besuche, die seit ein paar Jahren intensiv gemacht werden. Damit vertritt er die gleiche Meinung wie Sebastian Kramer, Geschäftsführer der Zugspitz Region und Wirtschaftsförderer des Landkreises. „Wir müssen das Ohr bei den Unternehmen haben.“ Um zu halten, was man hat.

Gemeinden von Schutzflächen umzingelt

Nach wie vor fehlt es zwischen Karwendel und Staffelsee an Raum für Gewerbe. Die Gemeinden können sich nicht entwickeln. Entweder, weil die Grundeigentümer nicht verkaufen, oder weil „zwei Drittel der freien Flächen Schutzflächen sind“, sagt Kramer. Die Natur ist zwar ein Pfund, mit dem der Landkreis vor allem im Tourismus wuchern kann – und doch schränkt sie ihn ein. Die Landschaft könne Kramer zufolge auch für Firmen ein wichtiger Standortfaktor werden, im Sinne der Work-Life-Balance der Arbeitskräfte. Deshalb setzt er auf das Standbein Gesundheit, das zweite nach dem Tourismus.

Neue Unternehmen ließen sich zuletzt nicht nieder. „Wir könnten selbst einen guten Betrieb nicht unterbringen“, sagt Kramer. Auf den kleinen Einzelparzellen scheitert’s gern an der fehlenden Breitbandverbindung oder der suboptimalen Infrastruktur. Kramer appelliert deshalb an die Gemeinden, die rar gesäten Flächen nicht leichtfertig zu verscherbeln, sondern zurückzuhalten – für den Fall, dass ein „guter Bewerber“ anklopft. Kramers persönliches Ziel: in den nächsten rund fünf Jahren etwa 80 000 Quadratmeter Gewerberaum zu entwickeln.

Dachmarke soll Landkreis „sichtbar“ machen

Das Eichhörnchen Landkreis ernährt sich mühsam, aber es ernährt sich. „Man spürt die Dynamik, die zugenommen hat“, sagt Lingg. Warum? Weil nach dem jahrzehntelangen Schlummerzustand „wichtige politische Weichen gestellt wurden“. Damit meint der IHK-Chef, dass man vor knapp zwei Jahren mit Kramer explizit einen Wirtschaftsförderer engagiert hatte. „Er hat eine Treiberfunktion.“ Der Krüner selbst räumt den Nachholbedarf ein. „In anderen Regionen gibt’s seit 20 Jahren einen Wirtschaftsförderer.“

Jetzt schafft man einzelne Bausteine, auf denen die Region aufbauen kann. Als großes Projekt soll eine Dachmarke entstehen, um einen Kreislauf zwischen den einzelnen Sektoren zu schaffen und als Landkreis „sichtbar“ zu werden. „Die Idee ist gut“, sagt Lingg, „aber ein langer Prozess.“ Er spricht von zehn Jahren. Zu den neuen Entwicklungen zählen zum Beispiel auch die Gründerwochen, die Vermarktung der Murnau-Werdenfelser Rinder oder die Co-Working-Space in Garmisch-Partenkirchen, bei der sich die Zugspitz Region an den Miet- und der Markt an den Einrichtungskosten beteiligt. „Wir sind aber keine Konzeptentwicklungsschmiede“, sagt Kramer. Man müsse auch Projekte hinterfragen – vor allem angesichts des Personalstands. Denn den Vorwurf, eine Stellenbeschaffungs-GmbH zu sein, den will er sich nicht gefallen lassen. „Wenn mehr Projekte gewünscht sind, braucht man mehr Personal.“

Kramer und Lingg bleiben optimistisch. Auch, was die Bevölkerungsstruktur samt Arbeitsmarkt angeht. Der kommunale Wohnungsbau, dem sich einige Gemeinden nun widmen, nimmt ein wenig Druck vom Markt, der mit exorbitant hohen Miet- und Grundstückspreisen überschwemmt ist. „Keine aussichtslose Sache“, sagt Lingg. Wie man ihr begegnen könnte? Mit steuerlichen Anreizen und Abschreibungen.

So schneidet der Landkreis ab

Durchschnittsalter (2015): 

45,5 Jahre – Platz 98 von 402
Weilheim-Schongau: 43,5; Platz 260
Bad Tölz-Wolfratshausen: 43,5; Platz 259
Miesbach: 44,2; Platz 183
Ältester Landkreis: Dessau-Roßlau – 49,3
Anteil Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit (2015):
11,5 Prozent – Platz 107 von 402
Weilheim-Schongau: 8,3; Platz 195 

Bad Tölz-Wolfratshausen: 11,8; Platz 118
Miesbach: 11,3; Platz 112
Höchste Quote: Offenbach – 33,6
Arbeitslosenquote (2016):
3,7 Prozent – Rang 297 von 402
Weilheim-Schongau: 2,6; Platz 380
Bad Tölz-Wolfratshausen: 2,8; Platz 366
Miesbach: 2,8; Platz 370
Höchste Quote: Gelsenkirchen – 14,7
Bruttoinlandsprodukt je Einwohner (2014):
26 100 Euro – Rang 280 von 402
Weilheim-Schongau: 34 500; Platz 123
Bad Tölz-Wolfratshausen: 27 000; Platz 261
 Miesbach: 30 500; Platz 186
Höchster Wert: Wolfsburg – 136 200
Durchschnittliche Miete je Quadratmeter Fläche (2016):
8,82 Euro – Rang 47 von 402
Weilheim-Schongau: 8,40; Platz 60
Bad Tölz-Wolfratshausen: 9,61; Platz 29
Miesbach: 10,12; Platz 16
Höchster Wert: München – 15,65
Veränderung der Einwohnerzahl zwischen 2000 und 2015:
plus 2,3 Prozent – Rang 157 von 402
Weilheim-Schongau: 5,5; Platz 88
Bad Tölz-Wolfratshausen: 8,9; Platz 40
Miesbach: 8,4; Platz 47
Höchster Zuwachs: München – 20,5

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