Kurzes Innehalten im Foyer des Strauss-Instituts vor der ersten Levi-Themenführung: (v.l.) Franz Wörndle, Sandra Debus, Dr. Dominik Sedivy, Claudia Gans und Claudia Zolk (CSB), Zweite Bürgermeisterin der Marktgemeinde.
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Kurzes Innehalten im Foyer des Strauss-Instituts vor der ersten Levi-Themenführung: (v.l.) Franz Wörndle, Sandra Debus, Dr. Dominik Sedivy, Claudia Gans und Claudia Zolk (CSB), Zweite Bürgermeisterin der Marktgemeinde.

Todestag jährt sich heuer zum 120. Mal

Würdig an den Ehrenbürger erinnern - Neue Themenführung zu Hermann Levi mit Geschichten und Episoden

Der Todestag des Garmisch-Partenkirchner Ehrenbürgers Hermann Levi jährt sich zum 120. Mal. Aus diesem Anlass gibt es mehrere Aktionen. Ein Baustein ist die Themenführung „Auf den Spuren Hermann Levis“, die jetzt eine Art Probedurchlauf hatte. Diskutiert wird zudem über die Wahl, die eine Jury getroffen hat.

  • Der Todestag des Garmisch-Partenkirchner Ehrenbürgers Hermann Levi jährt sich heuer zum 120. Mal.
  • Verschiedene Aktivitäten sind geplant oder laufen bereits.
  • Gästeführerverein organisiert neue Themenführung.

Garmisch-Partenkirchen – Die gute Nachricht zuerst: Auch wenn Konzerte und Symposien coronabedingt verschoben werden mussten, haben die Aktivitäten zu Ehren des Dirigenten, Komponisten und Garmisch-Partenkirchner Ehrenbürgers Hermann Levi begonnen. Anlass, ihm im Kulturprogramm der Marktgemeinde einen besonderen Platz einzuräumen, ist sein 120. Todestag.

Koch: Haben „einen wichtigen Meilenstein gesetzt“

Lange hat es gedauert, Rechtsfragen mussten in der Vergangenheit geklärt werden, kontrovers wurde um Park- oder Straßenbenennung, um sein Grabmal diskutiert (wir berichteten). „Jetzt haben wir, was die Etablierung einer würdigen und nachhaltigen Erinnerungskultur an den Ehrenbürger von Partenkirchen angeht, im Jubiläumsjahr einen wichtigen Meilenstein gesetzt“, schreibt Garmisch-Partenkirchens Bürgermeisterin Elisabeth Koch (CSU) im Vorwort des neuen Flyers. Dieser ist gerade im Druck und wird in Kürze ausliegen.

Umstrittener Entwurf

Einen Künstlerwettbewerb zur Neugestaltung der Grabstätte Levis und eines Gedenkweges hatte noch ihre Vorgängerin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) zum Abschluss gebracht. Gewonnen hat ihn die Münchner Künstlerin Franka Kaßner. Ihr als „letzter Gruß“ betitelte Entwurf überzeugte auch Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern. Eine Skulptur aus Kupferblech, eine Art Deckenrüstung aus beweglichen Schuppen in Form von Notenköpfen ruht auf den verbleibenden Grabmalüberresten. Die zweite Gestaltungssäule ist eine Art Käfig aus Eisenstäben drumherum. Und schließlich informieren zehn Stationen auf dem Levi-Gedenkweg über Leben und Schaffen des jüdischen Künstlers. Ab 2. September werden das Sieger- und die weiteren Modelle im Richard-Strauss-Institut vorgestellt und sind der Öffentlichkeit zugänglich. Wen wundert’s, dass bereits jetzt heftige Diskussionen um die Wahl der Jury entbrannt sind. Selbst in Fachkreisen ist Kaßners Entwurf umstritten. Geht es nach der Künstlerin, könnte noch diesen Herbst mit den Realisierungen begonnen werden.

Neue Themenführung

Darüber hinaus gibt es die Themenführung „Auf den Spuren Hermann Levis“, die jetzt eine Art Probedurchlauf hatte. Organisiert wird sie vom Gästeführerverein Garmisch-Partenkirchen und hier von Claudia Gans. „Ich möchte nicht sein Leben abspulen, sondern Geschichten und Episoden erzählen, den Dirigenten im Kontext seiner Zeit den Interessierten nahebringen“, sagt sie. Gans hatte sich intensiv auf Spurensuche begeben, Marktarchivar Franz Wörndle und Kulturmitarbeiterin Sandra Debus im Rathaus sowie Dr. Dominik Sedivy, Leiter des hiesigen Richard-Strauss-Instituts, hatten sie unterstützt. „Ich finde das alles unglaublich spannend und hoffe, dass ich das so rüberbringen kann“, sagt Gans. Wo noch Grab- und Weggestaltung fehlen, muss man Fantasie mitbringen. Aber es gibt eine Menge zu erzählen, denn im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts hatten sich herausragende Künstler und Schriftsteller in Partenkirchen angesiedelt, den Flecken zum Ort der Inspiration und Erholung auserkoren. Zwei Stunden dauert die Zeitreise. Sie startet am Institut an der Schnitzschulstraße 19 und führt auf interessanten Umwegen hinauf auf den Riedberg, wo Levi lebte und begraben ist.

Weitere Termine

der Themenführung sind: 8. September, 6. Oktober, 3. November, 15. Dezember. Darüber hinaus sind Sonderführungen möglich. Weitere Infos via E-Mail an info@gapa-guide.de oder unter Telefon 0 88 23/ 9 30 58.

Margot Schäfer

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