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Ein zentrales Element: die Kletterhalle zwischen dem "Zugspitz-Hostel" (l.) und einem Bistro oder Café (r.).

Am Bahnhof Garmisch-Partenkirchen

Würfel mit Fassaden aus Stein, Holz und Glas

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Garmisch-Partenkirchen - So könnte die Zukunft am Bahnhof in Garmisch-Partenkirchen aussehen. Investor Franz Hummel stellt sein Konzept vor, der Bauausschuss stärkt ihm den Rücken.

Für Architekt Peter Höldrich ist das ganz einfach. Stein, Holz, Wiese und dazwischen viel Freiraum. Diese Elemente prägen die Landschaft um Garmisch-Partenkirchen, und sie sollen auch den Fassaden der neuen Gebäude in Form von Würfeln an Bahnhofsplatz und Lagerhausstraße sowie den Plätzen dazwischen ihr Gesicht geben. Zusammen mit einer Kletterhalle mit mindestens 16 Metern Wandhöhe. „Berge, das ist unser Thema“, betont Investor Franz Hummel, die Halle sei das „Highlight“. Auch wenn die Höhe des Gebäudes zu Diskussionen führte: Der Bauausschuss stimmte am Montagabend Hummels Voranfrage zu einem Hostel und der Kletterhalle gegen die Stimme von Hannes Biehler (CSU) zu. Dafür kann der Unternehmer nun den Bauantrag einreichen. Für das Teamresort, das günstige Wohnungen für junge Leute bieten soll, sowie für die Mehrfamilienhäuser beschloss der Ausschuss im restlos gefüllten Trauraum des Rathauses, das Konzept von Hummel in das notwendige Verfahren einzubinden.

Die ersten Darstellungen der FH-Innova GmbH

Bilder: Die Zukunft am Garmisch-Partenkirchner Bahnhof

Markt und Investor arbeiten also eng zusammen. Schon im März könnte der erste Bebauungsplan-Entwurf vorliegen. „Ich finde es sehr gut, dass die Gemeinderäte diesen Schritt mitgehen“, sagt Hummel. „Das ist für uns ein großer Schritt nach vorne und ein gutes Zeichen nach außen.“ Auf dieses Signal, berichtet der Investor, warteten auch die möglichen Geldgeber für die touristische Sonderzone, also auf der anderen Seite der Bahnlinie, mit großer Spannung.

Am Bahnhofsplatz und an der Lagerhausstraße entsteht ein neues Quartier für hunderte Menschen. Wer am Bahnhof ankommt, geht auf einen Platz, der den Blick freigibt auf die Kletterhalle. Sie ist bisher mit einer großen Glasfassade dargestellt. Sportler, die dort den Gipfel erreichen, haben freien Blick auf den Ort und die Berge. „Wir haben sogar überlegt, die Alpspitze dafür nachzubilden“, sagt Hummel. Denn die Halle soll etwas Besonderes werden, umgeben im besten Fall von einer Bergschule und Geschäften für die Ausrüstung. An der einen Seite schließt sich dem Konzept zufolge eine Gastronomie an, an der anderen Seite das „Zugspitz-Hostel“, das rund 200 „jungen, aktiven Gästen“ ein Bett bieten soll.

In Richtung Süden folgt das Team-Resort für etwa 180 junge Mieter. „Wir haben schon 160 Reservierungen von Hotellerie und Gastronomie“, schildert der Investor. Danach geht die Bebauung in jene Mehrfamilienhäuser über, in denen sich der Markt das Belegungsrecht für 30 Drei- bis Fünf-Zimmer-Einheiten gesichert hat. Den Abschluss bilden später Ein- und Zweifamilienhäuser am Wannerweg.

Auf „ein hohes Maß an Transparenz, Plätze und Freiräume“ legt Architekt Höldrich Wert. Um dies zu erreichen, plant er Würfel mit Fassaden aus Stein, Holz und Glas. Sie stehen verdreht zueinander. Gastronomie, Hostel und Teamresort präsentiert er mit Flachdächern, die begrünt sind. „Wir sehen den Ort oft von oben, beispielsweise vom Wank oder vom Kramer.“ Und dann sollen die Menschen im Tal viel Grün sehen. Im weiteren Verlauf bis zu den Wohnhäusern nimmt die Höhe der Gebäude ab, es entwickeln sich die Dachformen. Unter der Erde liegt eine Tiefgarage mit geschätzt 173 Stellplätzen für die touristischen Einrichtungen und die Öffentlichkeit sowie 37 Plätzen für die Bewohner der Mehrfamilienhäuser. „Wir sollten mutiger sein“, begründet Hummel diese Planung. Höldrich stellt fest: „Wir sind am Bahnhof, da können wir uns etwas trauen.“

Matthias Holzapfel

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