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Der Maschendrahtzaun kommt weg: Welche alternative Abgrenzung zum Michael-Ende-Kurpark an der Zimmermeistergasse entsteht, hat der Bauausschuss aber noch nicht festgelegt.

Garmischer Park braucht Einfriedung - an Höhe und Optik scheiden sich die Geister

Michael-Ende-Kurpark: Kritik am „Wahnsinnszaun“

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Ein neuer Zaun muss her, um den Michael-Ende-Kurpark vom künftigen Radschnellweg abzugrenzen. An der Gestaltung und insbesondere der Höhe von zwei Metern scheiden sich allerdings die Geister im Bauausschuss. Eine Entscheidung wurde vertagt.

Der Zaun, den die Verwaltung und die Bürgermeisterin favorisieren, umschließt seit Kurzem die Amerikanische Schule in Zagreb.

Garmisch-Partenkirchen – Als moderne, designorientierte Lösung preist der Hersteller den Zaun mit den scheinbar unregelmäßigen, zickzack-förmig angeordneten Längsstäben an. In der Rathaus-Verwaltung kommt das neue System an, das 125 bis 145 Euro netto pro laufendem Meter kostet. Auch Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) gefällt’s. Deshalb schlugen sie und ihre Mitarbeiter vor, damit Teile des Michael-Ende-Kurparks im Garmischer Zentrum einzuzäunen. Eine Idee, die im Bauausschuss keine Mehrheit fand. Die Folge: In der Sitzung im Februar sollen weitere Alternativen präsentiert werden.

Strittig war neben der Optik die Höhe, die die Einfriedung der Grünanlage haben soll. „Das Sicherheitskonzept fordert zwei Meter“, sagte Bauamtsleiter Jörg Hahn. Er wies aber darauf hin, dass Teile des Zauns mit Rankpflanzen zuwachsen könnten. Von wem die Höhenvorgaben stammen, konnte auf die Schnelle niemand eruieren. Angeblich war das Konzept im Tourismusausschuss abgesegnet worden, hieß es nun in der Sitzung. Daran erinnerte sich Ursula Höger (SPD), die beiden Gremien angehört, nicht.

Kein Beschluss für Sicherheitskonzept

Kein Wunder: „Die Erarbeitung eines Sicherheitskonzepts für den Kurpark wurde bisher lediglich intern zwischen den beteiligten Ämtern diskutiert“, erklärt Rathaus-Sprecher Martin Bader auf Nachfrage. Die Gremien der Marktgemeinde hätten bislang keinen entsprechenden Beschluss gefasst. Er vermutet, dass es jetzt im Bauausschuss zu einer begrifflichen Verwechslung mit dem Maßnahmenkatalog zur Verbesserung der Zustands- und Aufenthaltsqualität für die Grünanlage gekommen ist. Dieser war im vergangenen Mai anlässlich der Ruhestörungen und Verschmutzungen vonseiten der Verwaltung erarbeitet worden. Dabei ging’s um Sofortmaßnahmen, wie die Schließung von 22 bis 9 Uhr oder die kurzfristige Beauftragung eines Wach- und Schließdienstes, die Bürgermeisterin Meierhofer direkt anordnen konnte. In dem Zusammenhang hatten die Beteiligten Bader zufolge außerdem „die Instandsetzung der gesamten Einfriedung sowie des Eingangs und der beiden Ausgänge als sinnvolle und ergänzende Maßnahme vorgeschlagen“. Er widerspricht jedoch Hahn in einem Punkt: „Die notwendige Höhe des Zauns wurde dabei nicht festgelegt.“

Eine Information, die im Bauausschuss noch nicht vorlag, weshalb die anvisierten zwei Meter für Diskussionsstoff sorgten. „Schon jetzt ist der Kurpark ein gestalterisches Kuddelmuddel“, kritisierte Höger. Gegen das Ansinnen, dieses durch „einen dominanten Wahnsinnszaun“ zu ergänzen, insistierte sie deshalb ganz entschieden. Vor dem Hintergrund, dass die künftige Gestaltung des Parks Teil des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) ist, sprach sie sich dafür aus, unbedingt den Gestaltungsbeirat einzuschalten.

Eingänge passend zum Zaun

Sicherheitsbedenken plagten Franz Buchwieser (CSB). Zum einen lade der Zaun zum Klettern ein, bemängelte er. Zum anderen fragte er: „Was passiert, wenn ein Kind seinen Kopf reinsteckt?“ Diese Sorgen teilten Hahn und seine Kollegen allerdings nicht. Auch Högers Einschätzung nicht, die eine Gefängnis-Atmosphäre befürchtete. Und das in einem Park, der sich doch ISEK zufolge integrieren und öffnen solle. Entscheidend für die Verwaltung ist mit Blick aufs Sicherheitskonzept, dass auch künftig die Möglichkeit besteht, die Anlage abzusperren. Deshalb ist vorgesehen, die Eingänge am Richard-Strauss-Platz, am Wittelsbacher Park an der Fürstenstraße und an der Zimmermeistergasse passend zum Zaun zu errichten. Die beiden, die zur Anlieferung geöffnet werden können, werden wieder mit Drehkreuzen versehen.

Erforderlich wird der neue Zaun auch in Zusammenhang mit dem Radschnellweg, der von Garmisch-Partenkirchen bis Murnau geplant ist. Um diesen durchs Garmischer Zentrum zu führen, wird die Zimmermeistergasse genutzt. Der Zaun muss demzufolge versetzt werden, damit die Radler hinter dem Kurpark-Pavillon vorbeifahren können. „Dieser Abschnitt wird großzügig gefördert“, betonte Meierhofer. 70 Prozent fließen vom Land, die verbleibenden 30 Prozent teilen sich der Landkreis und die Marktgemeinde. Unter der Prämisse, dass das Projekt in diesem Jahr auf den Weg gebracht wird. Somit wird der größte Abschnitt der erforderlichen Einfriedung bezuschusst. „Wenn wir das nicht in Anspruch nehmen würden, wäre es blöd“, sagt Meierhofer.

Verständnis zeigte die Bürgermeisterin dafür, dass sich etliche Ausschuss-Mitglieder an den geforderten zwei Metern störten. Deshalb bot sie an nachzuverhandeln. „Vielleicht können’s ja auch 1,70 oder 1,80 Meter werden.“ Allein für einen Radweg dürfe es sogar noch weniger sein, wandte Vize-Bauamtsleiter Markus Gehrle-Neff ein. „Dafür muss der Zaun nur 1,40 Meter hoch sein.“

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