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Gute Arbeitsverhältnisse sehen anders aus: Die Schreibtische für die Angestellten in der Tourist-Info stehen zwischen Lastenaufzug und Ablageflächen.

„Eklatante Mängel“ in der Tourist-Info

Zitzmann-Streit spaltet Tourismusausschuss

Raum-Probleme in der Tourist-Info, ein fehlendes Erweiterungskonzept für die Einrichtung und der schwelende Streit mit Spielwaren Zitzmann. Das alles ist im Tourismusausschuss in einem Tagesordnungspunkt hochgekocht.

Garmisch-Partenkirchen – Einen Alfred Heinle, der aufgebracht, ja fast schon wütend ist, erlebt man sehr selten. Der SPD-Politiker gilt als besonnen und ruhig. Im Garmisch-Partenkirchner Tourismusausschuss hat Heinle aber regelrecht auf den Tisch gehauen. „Wir diskutieren in die Luft hinein“, polterte er. Und stellte zugleich eine Forderung auf: GaPa-Tourismus soll darlegen, welchen Raumbedarf es für die Tourist-Information gibt und ein Konzept für die Nutzung erstellen lassen. „Wichtig ist, dass es vorliegt. Und zwar bald.“

Darin war sich das gesamte Gremium einig. Einige Mitglieder, wie etwa Hermann Guggemoos (CSU) oder Peppi Braun (Freie Wähler) waren sogar davon ausgegangen, dass es bei dem Tagesordnungspunkt „Tourist-Information am Richard-Strauss-Platz, Sachstand“ eben genau um die Ausbaubaupläne und ein Konzept geht. „Ich bin fast ein bisschen enttäuscht“, sagte Braun – denn Tourismus-Chef Peter Nagel konnte dem Ausschuss nichts Ausgearbeitetes vorlegen. „Es geht heute darum, Notwendigkeiten zu zeigen“, erklärte Nagel. Und diese Aufgabe kam Info-Leiter Anton Weinberger zu.

Der berichtete dem Gremium von einer Arbeitsstättenkontrolle, die kürzlich stattgefunden habe. Ergebnis: „Es gibt eklatante Mängel.“ Für die 16 Mitarbeiter stehen nur neun Büroplätze zur Verfügung, der Sozialraum ist ein an die Wand geschobener Esstisch, und im Sommer sei es mit über 30 Grad viel zu warm in den völlig beengten Räumen. Drei Monate habe man nun Zeit, die Mängel zu beheben. 

Doch nicht nur im so genannten Back-Office fehle es an Platz: Auch im Shop. „Der platzt aus allen Nähten“, erklärte Weinberger. Angesichts der wachsenden Produktpalette gehöre der Laden „radikal vergrößert“. Verändern soll sich auch der Kundenbereich. Dort sind künftig auch ein Indoor-Spielplatz für Kinder und gemütliche Sitzgelegenheiten für die Gäste vorstellbar. Derzeit könne man lediglich „ein kleines Bankerl“ vorweisen.

GaPa-Tourismus soll konkreten Raum-Bedarf ermitteln                                      

Wie groß welcher Bereich sein soll, wo genau Büros und Lagerflächen geplant sind, das blieb unbeantwortet. Noch. Laut Nagel soll mit einem Beschluss des Gremiums das gemeindliche Bauamt in einem ersten Schritt damit beauftragt werden, das Gebäude auf bauliche und statische Möglichkeiten zu untersuchen. Zeitgleich ist von GaPa-Tourismus der konkrete Raum-Bedarf zu ermitteln. Klar sei: Geplant wird für die Zukunft.

Und das ohne das Spielwarengeschäft, das sich im Gebäude befindet. Guggemoos schlug sich in der Diskussion auf die Seite von Besitzer Max Zitzmann, der seit Jahren für den Verbleib des Traditionsgeschäfts am Richard-Strauss-Platz kämpft und dafür sogar Mitte Juni ein Bürgerbegehren initiiert hat. Der CSU-Vertreter stellte mehrfach die Frage, „ob nicht eine Koexistenz möglich ist“. Die Situation, der Streit mit der Gemeinde, die Zitzmanns Vertrag wegen Eigenbedarf zum Jahresende nicht mehr verlängert, nannte Guggemoos „verfahren“. Und schlug vor, doch sofort miteinander zu sprechen. Sitzungsleiter und Zweiter Bürgermeister Wolfgang Bauer (CSU) nahm diesen Vorschlag an und erteilte Zitzmann, der die Diskussion als Besucher verfolgt hatte, das Wort.

Bevor dieser jeder sprechen konnte, intervenierte Alexandra Roos-Teitscheid (parteifrei). „Ist es wirklich sinnvoll, das öffentlich zu diskutieren“, fragte sie. Woraufhin das Gespräch in den nichtöffentlichen Teil der Sitzung verschoben wurde. Der Beschluss, das Bauamt mit der Prüfung zu beauftragen, fiel nach langer Diskussion letztlich einstimmig.

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