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Schweren Herzens: Brigitte und Hubert Kuger schließen ihr Café in der historischen Ludwigstraße. Einen neuen Pächter gibt es schon. 

Neuer Pächter bereits gefunden

Zu wenig Laufkundschaft: Café Kuger in Partenkirchen schließt

Am Ende siegt die Vernunft: Hubert und Brigitte Kuger sperren ihren Laden an der Ludwigstraße zu. Das Café erwirtschaftete zu wenig.

Garmisch-Partenkirchen – Ein letztes Mal hat er sie liebevoll in der Theke aufgereiht – den Kokos-Blaubeer-Schmand neben dem Himbeerkuchen und der Schneewittchentorte. „Alles selbst gemacht“, versichert Hubert Kuger stolz. Zusammen mit seiner Frau Brigitte betreibt er das Café Kuger an der historischen Ludwigstraße. Noch. Denn am Samstag ist der letzte Tag. Die Kugers schließen ihren Laden.

„Die Vernunft hat gesiegt“ sagt der 51-Jährige. Die Entscheidung ist beiden schwer gefallen. „Es rechnet sich einfach nicht“ erklärt er. „Es gibt Samstage, da machen wir 20 Euro Umsatz.“ Das reicht nicht aus. Seit einigen Monaten schrauben er und seine Frau die eigenen Ansprüche bereits zurück, verzichten auf so manches, um das Café nicht aufgeben zu müssen.

Dass sie dem Vorhaben, an dieser Stelle im Ortsteil Partenkirchen ein Café zu eröffnen, Zeit geben mussten, war den beiden klar. „Ein- bis eineinhalb Jahre braucht eine Gastronomie, um anzukommen.“

Als das Ehepaar im März 2015 zum ersten Mal die Türen aufsperrte, fing zunächst alles recht vielversprechend an. Die Kugers hatten bis dahin 18 Jahre lang den Kiosk im Klinikum Garmisch-Partenkirchen betrieben. Viele ihrer Stammkunden kamen für die morgendliche Brotzeit nun eben an der Ludwigstraße vorbei. Der anfängliche Zulauf ebbte allerdings schnell ab. Angebote wie Frühstück oder Brunch am Wochenende fanden nur bedingt Zuspruch. Die Kugers änderten das Konzept – öffneten nachmittags für Kaffee und Kuchen. Keine Besserung. „Wir haben vieles versucht“, sagt die 47-Jährige seufzend, kleine Kulturabende, Mutter-Kind-Angebote mit Spielecke zum Toben, Geburtstagsveranstaltungen. Auch Werbung wie im Internet-Netzwerk Facebook oder über Zeitungsanzeigen fruchtete nicht dauerhaft.

„Es fehlt einfach an der Laufkundschaft“ klagt Kuger. Dass der historische Ortskern Partenkirchens so wenig vermarktet wird, sei ein Grund für die mangelnde Kundschaft. „Touristen wissen oft nicht, dass es neben dem Garmischer auch noch ein zweites Zentrum gibt.“ Bis ins Rathaus ging der gelernte Post-Beamte, um seinem Anliegen Gehör zu verschaffen. „Mir blutet das Herz, wenn ich die schöne Straße menschenleer sehe.“ Mittlerweile ist diese auf den Stadtplänen zumindest ebenfalls als Fußgängerzone markiert – das Ergebnis seiner Bemühungen. Doch der Rentabilität des Cafés half dies nicht.

Der nächste Pächter ist bereits gefunden. Ein Unternehmer-Pärchen aus München hat zugeschlagen. „Was sie genau vorhaben, verraten sie nicht“, sagt Kuger.

Der endgültige Entschluss war für die Eheleute hart. Ende vergangenen Jahres erkrankten zwei Mitarbeiterinnen längerfristig. Das Ehepaar sprang ein und übernahm noch mehr Schichten. Darunter litt der eigene Gesundheitszustand. „Vielleicht war das einfach ein Zeichen, dass es Zeit ist, aufzuhören“ sagt Brigitte Kuger.

Denn letztlich ist die Arbeit im Café für beide auch Lebenszeit. Eine, die verloren scheint, wenn die Köstlichkeiten in der Theke unangetastet bleiben – trotz aller Liebe und Hingabe zu dem kleinen Gastronomie-Betrieb.

Martina Baumeister

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