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Verkehrschaos am Eibseeberg: Solche Szenarien wollen alle Beteiligten künftig vermeiden.

Zugspitzbahn: Parkhaus nicht in Sicht

Verfahrene Situation am Eibseeberg

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Der Dreikönigstag hat’s gezeigt: Herrschen perfekte Bedingungen, ist der Ansturm auf die Zugspitze gewaltig – verbunden mit Verkehrschaos am Eibseeberg. Um ähnliche Situationen künftig zu vermeiden, lädt die Gemeinde Grainau nun alle Beteiligten zu einem Runden Tisch ein.

Grainau– Zwei Herzen schlagen in Stephan Märkls Brust. Zum einen ist der Grainauer Bürgermeister (CSU) begeistert von der neuen Seilbahn Zugspitze und froh, dass die Bayerische Zugspitzbahn dieses 50-Millionen-Euro-Projekt realisiert hat. Zum anderen fürchtet er, dass sein Heimatort unter der Verkehrslawine erstickt. „Der Run auf die Bahn ist unvorstellbar“, sagt er. Verständlich, aber für die Anwohner an der Loisach- und Eibseestraße kaum zumutbar. Hinzu kommt die Unvernunft zahlreicher Autofahrer, die am Dreikönigstag zum Kollaps am Eibseeberg führte.

Rückstau bis zu den so genannten Seehäusern von Ausflüglern, die partout nicht glauben wollten, was die Wechselzeichenanlagen der Bayerischen Zugspitzbahn (BZB) anzeigten. Nämlich, dass an der Talstation am Eibsee kein freier Stellplatz mehr zu finden ist. Dazu gesellten sich etliche, die ihr Auto einfach im Halteverbot entlang der Staatsstraße am Eibseeberg abgestellt haben. „Ein Unding“, empört sich Märkl. Dass eine solche Situation auch im Winter auftritt, ist für ihn ein Novum. „Das kenne ich bisher nur vom Sommer.“ Eine weitere Besonderheit: Die Polizei musste die Straße Richtung Eibsee am Ortsausgang bei den Tennisplätzen für vier Stunden komplett sperren. Das sei zwar in den 1980er Jahren auch häufig – „teilweise jeden Tag“ – der Fall gewesen, aber nur in der warmen Jahreszeit.

Um Szenen wie am vergangenen Wochenende möglichst zu vermeiden, wird Märkl nun aktiv. Ende Januar lädt er alle Beteiligten – BZB, Polizei, Feuerwehr, BRK, Eibsee-Hotel, Straßenbauamt Weilheim, Markt und Landratsamt Garmisch-Partenkirchen sowie Vertreter der Kommunalen Verkehrsüberwachung – zum Runden Tisch ein. Ein Vorstoß, für den insbesondere Hans Steinbrecher, Leiter des BRK-Rettungsdienstes im Landkreis, dankbar ist. Er mahnt schon seit Jahren ein Verkehrs- und Parkkonzept an. Genau wie der Grainauer Altbürgermeister Andreas Hildebrandt (CSU). „Er hat schon darauf hingewiesen, als die BZB die Bau- und Betriebsgenehmigung beim Landratsamt beantragt hat“, erinnert sich Märkl. Allerdings ohne Erfolg.

Das Verkehrsgutachten, das das Bergbahn-Unternehmen in Auftrag gegeben hatte, besagte nämlich, „dass im Hinblick auf die Entwicklung der Gästezahlen in den vergangenen 40 Jahren die Erhöhung der Kapazität der Eibsee-Seilbahn nicht zu einer deutlichen Erhöhung der Fahrgastzahl führen wird“, zitiert Landratsamts-Sprecher Stephan Scharf aus dem Papier. Hochbetriebstage, wie zuletzt an Dreikönig, hängen Gutachter Prof. Dr. Harald Kurzak zufolge hauptsächlich von der Kombination Feiertage, Ferien und schönes Wetter ab. Am vergangenen Samstag kam hinzu, dass die Tiroler Zugspitzbahn aufgrund eines technischen Defekts nicht fahren konnte.

Insgesamt rechnete der Experte nicht mit einer höheren Verkehrsbelastung durch die Gipfelstürmer und sah auch keine Veranlassung, zusätzliche Parkplätze zu schaffen. Diesbezüglich „kommt das Verkehrsgutachten zu dem Ergebnis, dass Kapazitätsprobleme hauptsächlich in den Sommermonaten bestehen, diese aber zu einem erheblichen Teil auf die Badegäste am Eibsee zurückzuführen sind“, sagt Scharf.

Die Anregung zahlreicher Tagblatt-Leser, an der Talstation ein neues Parkhaus zu errichten, sieht Märkl nicht als der Weisheit letzter Schluss. „Dadurch haben wir in Grainau doch nur noch mehr Verkehr.“ Eine Gefahr, die auch die BZB erkannt hat, die deshalb ein zusätzliches Verkehrsleitsystem installierte. Zudem liege die Talstation im sensiblen Außenbereich, betont Märkl. Dort sei ein solcher Neubau nicht einfach realisierbar. Auch der Bund Naturschutz habe sich im Rahmen des Beteiligungsverfahrens 2013 gegen eine Ausweitung der Stellflächen ausgesprochen, ergänzt Scharf, „um Eingriffe in das Landschaftsschutzgebiet und den angrenzenden Bergwald zu vermeiden“. Die Situation am Eibseeberg ist verfahren.

Inwieweit der Vorschlag, den Märkl bei der Einweihung der neuen Seilbahn Innenminister Joachim Herrmann (CSU) unterbreitet hat, dazu passt, muss sich zeigen. Der Bürgermeister hat eine Ausweichstrecke im Blick – nach der Steinernen Brücke bis zur S-Kurve Richtung Zierwald. Die würde zumindest die Grainauer entlasten.

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