Jugendliche mit Maske stehen in einem Raum und hören einem Erwachsenen zu.
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Hausführung: Andreas Wellenstein (l.), Klassenlehrer der 10a, führt die Jugendlichen durch das neue Schulgebäude, in dem sie auch ihre Abschlussprüfungen schreiben.

Auch Bürgermeister-Schütte-Schule, Hort und Krippe sind umgezogen

Millionenprojekte für Garmisch-Partenkirchen: Zugspitz-Realschule startet im Container - mit neuen Nachbarn

  • Tanja Brinkmann
    VonTanja Brinkmann
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Die Zugspitz-Realschule hat den Unterricht in den Containern an der Bahnhofstraße aufgenommen. Den kleineren Teil des Areals nutzen die Bürgermeister-Schütte-Schule, der Hort und die Krippe Partenkirchen.

Garmisch-Partenkirchen – Noch fehlt das Schild am Eingang. Die 410 Zugspitz-Realschüler haben sich gestern am ersten Tag nach den Sommerferien trotzdem gleich zurechtgefunden. Und vor allem ihre Klassenzimmer schnell entdeckt. „Der Weg ist etwas weiter“, sagt Moritz aus der 10a. „Und der Raum etwas kleiner.“ Insgesamt ist er aber wie seine Mitschüler begeistert von dem neuen, modern ausgestattetem „und sehr sauberen“ Domizil an der Bahnhofstraße.

23,8 Millionen Euro für die Realschule, 17 Millionen für Mittelschule, Hort und Krippe

Die kommenden drei Jahre beherbergt ein Teil der Container, in denen bis Anfang des Jahres die St.-Irmengard-Schulen untergebracht waren, die Zugspitz-Realschule. Das in die Jahre gekommene Gebäude am Gamsangerweg wird generalsaniert und teilweise erweitert. Im Raum stehen dafür 23,8 Millionen Euro, die der Landkreis investiert. Viel Geld fließt zudem in die Bürgermeister-Schütte-Schule, den Hort und die Krippe Partenkirchen. Auch die werden komplett um-, beziehungsweise teilweise neu gebaut, was mit rund 17 Millionen Euro veranschlagt ist. Diese Einrichtungen, für die der Markt Garmisch-Partenkirchen zuständig ist, sind im kompletten linken Flügel (3189 Quadratmeter Nutzfläche) untergekommen. Die 5280 Quadratmeter im mittleren Teil und den längeren rechten Flügel nutzen nun die Realschule.

Den Raumplan studieren Regina Spitzer, Direktorin der Zugspitz-Realschule, und Konrektor Markus Lieb.

„Einige Kollegen haben schon im Spaß gesagt, dass sie gar nicht mehr zurückwollen“, sagt Direktorin Regina Spitzer und schmunzelt. Die Begeisterung über das Raumangebot in den Containern ist groß. Vor allem, weil für die Verwaltung wesentlich mehr Platz zur Verfügung steht. Ein Teil der Lehrer wusste freilich, was sie erwartet. Die, die beim Umzug geholfen haben. „In den ersten beiden Ferienwochen und in der letzten Woche ging’s hoch her“, sagt Spitzer. Da wurde erst einmal kräftig ausgemistet und gepackt. Ein Großteil der Tische und Stühle wurden von St. Irmengard übernommen, die brauchbaren Möbel vom Gamsangerweg wurden teilweise an andere Schulen verkauft. „Die Verwaltung konnte bereits nach der zweiten Augustwoche am neuen Standort arbeiten“, betont die Direktorin. „Wahnsinn, wie schnell das gegangen ist.“

Umzugsfirma arbeitet die ganzen Ferien - Hoher Aufwand für IT-Experten

Die Umzugsfirma war derweil fast die ganzen Ferien aktiv. Und Dieter Rau, Systemadministrator der Schule, war schwer beschäftigt, die drei IT-Räume einzurichten. „Da steckt sehr viel Arbeit dahinter“, betont Spitzer. Ein Teil der Technik stammt aus der alten Schule, vieles wurde zu ihrer Freude erneuert. Und einige Objekte erinnern ans Stammhaus. Wie das Schild „la directrice“, das Schüler liebevoll gestaltet haben und das an Spitzers Tür prangt. Oder der Loungebereich in der Aula, der mit gemütlichen Palettenmöbeln bestückt ist, die ein Teil der Schüler im Rahmen eines Projekttags gebaut hat.

Eine Wohlfühl-Oase: Die von Schülern gebauten Loungemöbel aus Paletten stammen vom Gamsangerweg.

Neu sind nicht nur die Räume, sondern auch die Nachbarn. „Das läuft sicher gut“, meint Spitzer. Der Kontakt mit den Vertretern der Schütte-Schule und der Krippe sei sehr nett. Und der Anblick der Kleinen erfreut die Direktorin jeden Morgen. Die Bereiche, der Pausenhof und auch die Parkplätze sind strikt getrennt. Darauf weist Zweite Bürgermeisterin Claudia Zolk (CSB) hin, die sich mit Landrat Anton Speer (Freie Wähler) am ersten Schultag ein Bild vor Ort macht. Der Pausenhof der Realschüler im hinteren Teil des Areals Richtung Schachenstraße werde allerdings noch gekiest, kündigt Zolk an. „Damit sie bei jedem Wetter rauskönnen.“

Lehrer stellt den Schülern die neuen Räume im Container vor

Darauf legt Andreas Wellenstein Wert. Der Klassenleiter der 10a nimmt sich wie all seine Kollegen Zeit, um seine Schüler durch das neue Gebäude zu führen. Den ersten Stop legt er gleich bei den Toiletten ein. Auch die Mensa, den Pausenverkauf, die Aula und den Pausenhof zeigt er ihnen. „Es kann schon sein, dass es da mit allen 410 Schülern eng wird“, sagt er. Entscheidend sei aber, die Zeit zu nutzen und etwas frische Luft zu tanken. Die Fachräume im zweiten Stock spart Wellenstein aus. Die lernen die Mädchen und Buben mit ihren IT-, Biologie-, Physik- und Chemielehrern kennen. Dafür präsentiert er noch den Verwaltungsbereich, zeigt das Lehrerzimmer und die Büros der Rektoren. Dort unten im Erdgeschoss findet sich zudem der Sanitätsraum, der gestern gleich eingeweiht wurde. „Unser Bruchpilot“, sagt Spitzer liebevoll über einen Schüler, „ist hingefallen und musste versorgt werden.“ Nichts Schlimmes, aber auch dieser Einsatz hat gezeigt, wie gut in der Container-Schule alles klappt.

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