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Eine Plattform für hauswirtschaftlichte Dienstleistungen wollen (v. l.) Inge Dürrenberger vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Weilheim, Kreisbäuerin Christine Singer, Maria Neumair vom Hauswirtschaftlicher Fachservice und Lisa Loth, Regionalmanagerin der Zugspitz Region GmbH. 

Ziel: Dienstleistungen auf Plattform anbieten

Zweites Standbein in der Hauswirtschaft

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„Das bisschen Haushalt macht sich von allein“ – sang einst Johanna von Koczian. Mit einem Augenzwinkern. Klar ist, dass die Arbeiten in und ums Haus viel Zeit in Anspruch nehmen. Die Nachfrage nach Unterstützung ist groß. Ein Thema, das auch die Zugspitz Region GmbH auf dem Schirm hat.

Garmisch-Partenkirchen – Unterstützung im Haushalt, Kinderbetreuung, Versorgung von Senioren, Wäscheservice oder Gartenarbeit – immer mehr Menschen sind an hauswirtschaftlichen Dienstleistungen aller Art interessiert. Die Zugspitz Region GmbH hat deshalb im Landratsamt in Garmisch-Partenkirchen zu einer Informationsveranstaltung unter dem Titel „Hauswirtschaftliche Dienstleistungen“ eingeladen. „Wir möchten dieses Thema im Landkreis voran bringen“, erklärt Lisa Loth, Regionalmanagerin bei der Zugspitz Region. „Wenn der Bedarf gegeben ist, soll eine Plattform erstellt werden, die Dienstleistungen bündelt und für den Kunden buchbar macht.“ Loth selbst hat zwei kleine Kinder und ist „froh, wenn ich im Haushalt Entlastung bekomme“. Sie sei sicher eine der ersten Kundinnen, die diesen Service in Anspruch nehmen würde.

Ziel ist eine Plattform, auf der Dienstleistungen mit Qualität und angemessener Bezahlung angeboten werden. Die Vorteile für den Landkreis liegen auf der Hand: Für die Anbieter, die im Nebenerwerb oder Teilzeit tätig sind, soll eine flexible Arbeit vor Ort in der Region ermöglicht werden. Wertvolle und qualifizierte Arbeitskräfte bleiben auf diese Weise in der Region. Frauen mit kleinen Kindern beispielsweise können Familie und Beruf durch flexible Arbeitszeiten optimal kombinieren.

Für alle, die bereits selbstständig als Hauswirtschafterin, Garten- oder Erlebnisbäuerin oder in ähnlichen Bereichen tätig sind, plant die Zugspitz Region in Zusammenarbeit mit der Kreisbäuerin Christine Singer ein Forum, auf dem alle Dienstleistungen rund um die Hauswirtschaft im Landkreis angeboten, unterstützt und gebündelt werden. Zudem möchte man denen Hilfestellungen geben, die bereits eine entsprechende Ausbildung absolviert haben oder planen, sich in dem Bereich selbstständig zu machen.

Entlastung für berufstätige Mütter

„Es gibt immer mehr Bedarf an hauswirtschaftlichen Angeboten, sei es, weil viele Mütter heutzutage berufstätig sind, sei es, weil alte Menschen möglichst lange in ihren eigenen vier Wänden leben bleiben möchten“, sagt Maria Neumair vom Dachverband Hauswirtschaftlicher Fachservice-Organisationen in Bayern. Sie selbst leitet ein solches Angebot in den Landkreises Erding/München und Starnberg mit Umland und berichtete den Anwesenden – darunter auch zwei Männer – von ihren Erfahrungen und dem bestehenden Netzwerk. Außerdem gab sie wertvolle Tipps zur Selbstständigkeit, zu Abrechnungsmodi und Qualitätskriterien. „Gerade im ländlichen Bereich ist für viele ein zweites Standbein und ein Neben-Erwerb wichtig“, betont die Fachfrau, in deren Netzwerk 33 Kräfte tätig sind. „Und wir sind viel zu wenige, die Nachfrage übersteigt unsere Kapazitäten.“

Neumair berichtete auch von einer Fortbildung zur so genannten Mütterpflegerin, die es bislang nur in Hessen gibt. „In einem Wochenendkurs werden dazu Hauswirtschafterinnen ausgebildet, um dann Schwangere oder Mütter nach der Geburt zu entlasten.“ Man kann sich aber auch zum Demenzhelfer oder zum Seniorenbetreuer weiterbilden – Optionen gibt es viele. Voraussetzungen seien neben der hauswirtschaftlichen Grundausbildung jeweils eine Gewerbeanmeldung, eine Unfall- und Haftpflichtversicherung und, das sei Neumair zufolge die Wichtigste, „Freude am Umgang mit Menschen.“

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