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Bayerische Zugspitzbahn hält an Kosten- und Terminplan fest

Baustelle Zugspitzbahnhof: Neun Millionen Euro und nicht mehr

  • Katharina Bromberger
    vonKatharina Bromberger
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Bauvorhaben werden teurer als geplant. Die Bayerische Zugspitzbahn könnte dieses ungeschriebene Gesetz – erneut – brechen. Am Zugspitzbahnhof in Garmisch-Partenkirchen läuft alles nach Plan.

So wird er bald aussehen, der neue Zugspitzbahnhof in Garmisch-Partenkirchen neben dem Eisstadion.

Garmisch-Partenkirchen – Das Haus ist wechselwarm. Wie ein Reptil passt es sich der Außentemperatur an. Im Sommer wird’s heiß. Im Winter kalt. Durch die Fenster zieht’s, in manch‘ ein Büro schneit es rein. Ihren 91. Geburtstag feiern hier einige Balken, Bretter und Ziegelsteine. Keine Frage: Das Büro- und Verwaltungsgebäude am Zugspitzbahnhof in Garmisch-Partenkirchen verlangt viel Liebe zu Altem und Anpassungsfähigkeit von seinen Bewohnern, den Mitarbeitern der Bayerischen Zugspitzbahn.

Manch‘ einer unter ihnen hat schon bei seiner Einstellung vor 25 Jahren gehört und erlebt, wie die Verantwortlichen über ein neues Gebäude redeten. Es planten. Und wie die Pläne immer wieder scheiterten. Ein Vierteljahrhundert später nun entsteht es. Das neue Bahnhofs- und Bürogebäude auf rund 55 mal 16 Metern, mit etwa 3200 Quadratmetern Nutzfläche. Das Gebäude, mit dem man sich endlich sehen lassen kann. Das einer Außenwirkung entspricht, wie sie die Bayerische Zugspitzbahn (BZB) haben möchte. „Das passt jetzt zu uns“, sagt Sprecherin Verena Lothes auf der Baustelle.

Bauleiter Rohrmoser von der Zugspitzbahn lobt Firmen auf der Baustelle 

Mag die Baustelle und das, was dort entsteht: Jochen Rohrmoser von der Bayerischen Zugspitzbahn.

Jochen Rohrmoser, Leiter der Bauabteilung bei der BZB, führt durch die Räume. Er mag sie. Ebenerdig Warteraum, Schalter, Toiletten, in den beiden oberen Stockwerken Büros – 55 Arbeitsplätze bietet das neue Haus, um etwa zehn kann man aufstocken –, Besprechungszimmer, Aufenthaltsraum. Alles schön hell und modern. Natürlich rollstuhlgerecht.

Rohrmoser mag auch, wie die Baustelle läuft. Ausdrücklich lobt er die Firmen – etwa zehn Betriebe aus dem Landkreis hat die Zugspitzbahn beschäftigt –, das Generalunternehmen, jeden Handwerker. „Bombige Leute und Firmen“, sagt er. „Es geht mir hier wirklich gut als Bauherr.“ Umso unglücklicher ist er darüber, dass die Hebauf-Feier für die Männer und Frauen auf der Baustelle wegen Corona ausfiel. „Das tut schon weh.“ Nun hofft er auf die Eröffnung. Dass dann das Feiern wieder erlaubt ist.

Neuer Zugspitzbahnhof in Garmisch-Partenkirchen: Eröffnung wohl im Dezember

Im Dezember vermutlich. Diesen Termin haben die Verantwortlichen stets anvisiert, daran halten sie fest. Auch wenn die Außenanlagen da noch nicht fertig sein werden. Darum kümmert man sich im kommenden Jahr. Das Gebäude aber samt Bahnsteig dürften Mitarbeiter und Gäste – rund 190 000 Besucher starteten im vergangenen Jahr ihren Besuch der Zugspitze oder ins Gebiet Garmisch-Classic am Zugspitzbahnhof – Ende des Jahres schon nutzen. So der Plan. Und die BZB hat bewiesen, dass sie Pläne einhält. Bestes Beispiel: die neue Seilbahn Zugspitze. Eröffnungstermin 21. Dezember – eingehalten. Baukosten von 50 Millionen Euro – eingehalten. Auch in diesem Punkt wird es beim Zugspitzbahnhof keine negativen Überraschungen geben, sagt Rohrmoser. Neun Millionen Euro, die die BZB aus eigener Kraft finanziert, hatte man kalkuliert, 7,5 Millionen für Bahnhofsgebäude und Verwaltungstrakt, 1,5 Millionen für die Technik. „Dabei bleibt’s.“ Zumal bis auf zwei Kleingewerke alle Aufträge vergeben sind.

Als wichtiger Termin im Kalender steht der 5. Oktober. Dann beginnen die Arbeiten an den Gleisen. Sie werden wieder zurückverlegt zum neuen Bahnhof. Ab diesem Tag richtet die BZB einen Schienenersatzverkehr zwischen dem Zugspitzbahnhof und den Haltestellen Hausberg und Kreuzeck-/Alpspitzbahn ein. Voraussichtlich am 16. November wird der Streckenabschnitt wieder in Betrieb genommen.

Zugspitzbahnhof in Garmisch-Partenkirchen: Neue Fassade wohl Anfang August zu erkennen

Entscheidende Veränderungen werden Gäste und Garmisch-Partenkirchner schon vorher entdecken. Bis Anfang August, schätzt Rohrmoser, dürfte man von außen erkennen, wie das Gebäude künftig aussehen wird mit seiner Kombination aus Holz und Glas. Himmel und Berge sollen sich darin einmal spiegeln. „Jetzt kann man es richtig glauben“, sagt BZB-Sprecherin Lothes auf der Baustelle. „Dass das neue Gebäude nach so vielen Jahren tatsächlich Realität wird.“

Seit acht Jahren ist sie im Unternehmen. Im alten Gebäude saß sie nie, wechselwarm aber kennt sie. „Ich bin ein Containerkind.“ Denn für die Marketing-Abteilung war kein Platz, mobile Büros wurden aufgestellt. Auch das ein Grund, weshalb die BZB dringend ein neues Haus braucht: Platzmangel. Für Menschen genauso wie für Akten. In unterschiedlichen – drei weiß Lothes sicher, vielleicht sind es mehr – Gebäuden der BZB lagern Unterlagen wie Pläne, Verträge, Steuersachen, historische Schätze. Eben alles, was man in Papierform aufbewahren muss und will. Künftig findet alles im Keller des neuen Gebäudes Platz.

Altes Gebäude wird abgerissen - Zweiter Bauabschnitt wird noch geplant

Das alte Haus wird irgendwann abgerissen, so viel steht fest. „Unter Denkmalschutze steht da nichts“, sagt Rohrmoser. Zu oft wurde angestückelt. Er und Lothes rechnen nicht mit Nostalgikern unter den Mitarbeitern, die nicht umziehen wollen. Für jeden wird es ein Tag zum Feiern, davon ist Lothes überzeugt. Gerade für die langjährigen, wechselwarm-erprobten.

Mit dem neuen Zugspitzbahnhof endet das Bauprojekt auf dem Areal der Bayerischen Zugspitzbahn nicht. Ein zweiter Bauabschnitt steht an. Wie berichtet, dachte die BZB über ein eigenes Hotel oder Mitarbeiterunterkünfte neben dem neuen Bahnhofsgebäude nach. Nun steht fest: Das Hotel ist vom Tisch. Mehr kann Sprecherin Verena Lothes dazu noch nicht sagen. „Das Thema Mitarbeiterunterkünfte beschäftigt uns weiterhin.“ Doch ob, wie und wann sich hier etwas umsetzen lässt, ist derzeit unklar. Dazu sei es noch zu früh, die Planungen seien noch nicht konkret genug.

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