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Zukunft des Kongresshauses: Gemeinderat muss entscheiden

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Ein Blick hinter die Kulissen des Kongresshauses offenbart viele Baustellen. © Thomas Sehr

Garmisch-Partenkirchen - Sanierung oder Neubau an anderer Stelle? Noch vor der Sommerpause soll der Marktgemeinderat einen Grundsatzbeschluss zum Kongresshaus Garmisch-Partenkirchen fällen. Es ist eine Entscheidung mit vielen Unbekannten.

Bürgermeister Thomas Schmid (CSB) steht im Wort. Er hat versprochen, dass der Marktgemeinderat Garmisch-Partenkirchen noch im ersten Halbjahr 2012 die Grundsatzentscheidung zur Zukunft des Kongresshauses fällt. Zur Debatte steht entweder eine Sanierung und Modernisierung beziehungsweise ein Neubau an seinem Standort im Zentrum des Ortsteils Garmisch oder aber ein Neubau – mit einem Kongresshotel – in der touristischen Sonderzone am Olympia-Eissportzentrum. „Wir sind bei der Terminfindung“, sagt Rathaussprecher Florian Nöbauer.

Derweil arbeiten das Bauamt, die Wirtschaftsförderung sowie die Tourismusdirektion mit Hochdruck daran, die Unterlagen für den Gemeinderat zu erstellen. Dieser Beschluss muss gut vorbereitet sein: „Es ist der einzige, grundsätzliche, das ist der große Startschuss. Danach ist die Richtung fest“, macht Nöbauer deutlich. Unterstützung bekommt die Verwaltung von dem – im Gremium jedoch umstrittenen – Beratungsunternehmen Hofbauer, das die Konzepte erarbeite. Es dürfte ein dickes Paket werden, weil für jede Variante Abhängigkeiten, Folgen und Wahrscheinlichkeiten aufzuzeigen sind.

Sanierung am bisherigen Standort?

Den Standort im Zentrum des Ortsteils Garmisch halten viele Touristiker für ein wertvolles Alleinstellungsmerkmal: Kongressteilnehmer sind inmitten der Fußgängerzone mit einer großen Auswahl an Einkaufs- und Einkehrmöglichkeiten. Allerdings müsste bei einer Sanierung das Gebäude wohl entkernt oder sogar ganz neu gebaut werden, vermutlich mit einer Tiefgarage. Frühere Schätzungen gingen von einem Aufwand von mindestens 40 Millionen Euro aus, um ein zukunftsfähiges Kongresshaus zu schaffen. Ob es dafür staatliche Zuschüsse gibt, ist unklar. Eine großzügige Förderzusage hatte die Interessengemeinschaft aus örtlichen Vereinen und Verbänden mit Thomas Grasegger und Josef Glatz an der Spitze nur für den Fall des Zuschlages für die Olympischen Winterspiele 2018 bekommen.

Während der mehrjährigen Bauphase könnten viele Veranstaltungen und Kongresse im Ort nicht verwirklicht werden. Die beiden Tourismusdirektoren Peter Nagel und Peter Ries sind aber überzeugt davon, dass langjährige Partner danach in ein neues Haus zurückkehren würden. Was in der touristischen Sonderzone passiert, wenn das Kongresszentrum an seinem Standort bleibt, ist derzeit unklar.

Neubau in der touristischen Sonderzone?

Im Umgriff des Olympia-Eissportzentrums könnten ein neues Kongresshaus und ein Kongresshotel in der Kategorie Vier Sterne entstehen. Dieses Modell ließe sich freilich nur verwirklichen, wenn die Marktgemeinde einen Investor findet. In welcher Form die Kommune danach Zugriff auf das Kongresshaus hätte, beispielsweise als Mieter oder durch Mietkauf, müssten die Vertragsverhandlungen mit dem Investor erst zeigen.

Anstelle des bisherigen Veranstaltungs- und Tagungszentrums an der Fußgängerzone könnte in diesem Fall Platz frei werden für das vielfach geforderte Fünf-Sterne-Hotel. Auch dafür braucht es einen Investor, der zudem akzeptieren müsste, dass der direkt angrenzende Michael-Ende-Kurpark für die Öffentlichkeit und Veranstaltungen erhalten bleibt. Möglicherweise hat die Variante sogar Auswirkungen für das Hotelprojekt Bichlerhof auf der anderen Seite des Parks, über das Vertreter der Kommune derzeit mit einem Bewerber verhandeln.

Matthias Holzapfel

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