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Völlig verrückte Frisuren präsentieren die Auszubildenden der Friseur-Innung (zweites Lehrjahr), die die Berufsschule in Garmisch-Partenkirchen besuchen und während der Zukunftsmesse eine wilde Modenschau aufführen. 

Praxisnah, witzig, interaktiv

Zukunftsmesse - längst eine Erfolgsgeschichte

Alles auf einen Blick: Über 1200 Schüler informieren sich im Kongresszentrum bei 77 Ausstellern über Ausbildungsmöglichkeiten im Landkreis. 

Eine Scheibe absägen: Die 14-jährige Lucia (l.) versucht ihr Glück, Forstwirt-Azubi Sebastian Grotensohn hilft ihr.

Garmisch-Partenkirchen – Eine lebendige Vielfalt an beruflicher Inspiration hat sich am Donnerstag rund 1200 Schülern der Abschluss-Jahrgangsstufen verschiedener Schulen des Landkreises geboten. Auf beiden Ebenen des Kongresshauses sowie erstmals auch im Olympiasaal informierten 77 Aussteller über Ausbildungsmöglichkeiten und Berufsbilder. Das sind 12 Aussteller mehr als im vergangenen Jahr. „Die Zukunftsmesse ist eine Erfolgsgeschichte geworden“, sagte Landrat Anton Speer (Freie Wähler), nachdem er jeden Aussteller persönlich begrüßt hatte. „Ich kenne viele Leute, die ihren Ausbildungsplatz hier gefunden haben.“ Federführend verantwortlich für diesen Erfolg ist Projektleiterin Sabine Henche-Wittmann, wie der Geschäftsführer der Zugspitz Region GmbH, Sebastian Kramer, anerkannte: „Der Ausbildungsmarkt ist heuer flächendeckend mit 190 Ausbildungsberufen vertreten.“ Auch für Abiturienten ist die Messe zunehmend attraktiv geworden, durch Angebote richtungsweisender Workshops wie des FOM Hochschulzentrums in München oder durch duale Ausbildungsgänge. „Viele Anbieter im Landkreis bieten ein duales Studium an. Es werden Möglichkeiten aufgezeigt, und Abiturienten können ihren zukünftigen Weg schneller finden“, ist Kramer überzeugt.

Virtueller Rundgang durch das Klinikum Garmisch-Partenkirchen. Magdalena Zimolong, Praktikantin Öffentlichkeitsarbeit und Marketing, hilft den Besuchern beim Anlegen der Brille.

In praxisnahen, witzigen oder interaktiven Aktionen konnten die Jugendlichen in die Ausbildungsberufe schnuppern. Am Stand des Klinikums Garmisch-Partenkirchen wurden Kopfverbände angelegt oder das Wickeln von Babys geübt. Eine Virtual-Reality-Brille brachte einen direkt in den Kreißsaal oder in den OP. Ein Stockwerk höher konnte bei der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Murnau Schnelligkeit beim Wettbewerb zum Anziehen der Vollisolierung gezeigt werden. „Das Pflegepraktikum ist zum Beispiel auch Voraussetzung für das Medizinstudium“, zeigte Melanie Montag, Auszubildende für Gesundheits- und Krankenpflege, auf.

Jugendliche des zweiten Ausbildungsjahres der Friseur-Innung präsentierten sich mit verrückten Frisuren wie auf dem großen Laufsteg. „Wir machen bewusst andere Frisuren, damit man auch sieht, dass es Friseure sind“, erzählt Obermeisterin Birgit Binder aus Seehausen, die aufgrund der Messe im Frühjahr jedes Mal viele Anrufe von Ausbildungsaspiranten erhält. Bei der Bäcker-Innung konnte selbst Hand am Teig angelegt werden. David Grube ist seit sechs Jahren Geselle. Genauso lange engagiert er sich für die Zukunftsmesse: „Es ist gut, wieder zurückzufinden zu traditionellen Herstellungsmethoden. Die Jugendlichen sind interessiert. Sie stellen die richtigen Fragen.“

Josef Brandner, Ausbilder bei den Bayerischen Staatsforsten, berichtet: „Es sind heuer gute und viele Interessenten.“ Oft bringen diese für den speziellen Beruf des Forstwirtes einen Bezug von zu Hause mit. Einige schließen nach der Ausbildung ein Studium an. Für Moritz Sturny aus der 9b der Zugspitzrealschule wäre dieser Beruf nichts. Er interessiert sich eher für Marketing und Unternehmen wie Banken oder Geiger-Automotive. „Es ist gut, dass sich Jugendliche über alles informieren können“, meint Klassenkamerad Fazio Georgio.

Zukunftsmesse in Garmisch-Partenkirchen: Bilder

Während im Kongresshaus der Bär tobte, herrschte im Olympiasaal eine beschauliche Ruhe. „Wir sind vom Hauptstrom abgeschnitten“, äußerte sich Mario Kaltenegger, Geschäftsführer der GEPE-Geimuplast GmbH aus Farchant, eher unglücklich über seinen Standort. „Es sind jedoch nicht weniger ernsthafte Gespräche“, meinte Martina Schmidt, die stellvertretende Schulleiterin der Oberlandschulen Weilheim. Das Interesse am Berufsbild des Verfahrenmechanikers Fachrichtung Kunststoff- und Kautschuktechnik wurde jedenfalls geweckt. „Ich wusste nicht, dass auch Unterbaukonstruktionen von Skibindungen hier hergestellt und dass sie gegossen werden“, sagte Schüler und Skifahrer Tobias Foitzik überrascht.

Birgit Schwarzenberger

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