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Garmisch-Partenkirchner Architekt erstellt neue Variante

Zum gleichen Preis, aber anders: Jetzt gibt‘s den nächsten Plan fürs Kongresshaus

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Architekt Ecko Eichler hat eine neue Variante ins Spiel gebracht, wie Abriss und Neubau des Kongresshauses verhindert werden können. Sein Plan weist viele Gemeinsamkeiten mit dem Vorschlag von Henchion und Reuter auf – nur kommt er nicht so teuer.

Garmisch-Partenkirchen – 30 Millionen Euro: So lautet die magische Zahl. Für diese Summe will die Gemeinde Garmisch-Partenkirchen das alte Kongresshaus abreißen und an selber Stelle ein kleines und schmuckes errichten lassen. 30 Millionen Euro – für diese Summe glaubt Architekt Ecko Eichler das bestehende Gebäude, das zu großen Teilen für die alpine Ski-Weltmeisterschaft 1978 errichtet wurde, sanieren und erweitern zu können, damit es die Anforderungen, die man an das Haus stellt, erfüllen kann. „Man muss Disziplin walten lassen und darf den Bestand nicht kaputtmachen, denn die bauliche Substanz ist in Ordnung“, sagt Eichler, der für die FDP bis 2014 dem Gemeinderat angehörte. Als Bauzeit nennt er „eineinhalb Jahre“. Bei der Gemeinde rechnet man für den Neubau mit rund drei Jahren, in denen das Kongressgeschäft in Garmisch-Partenkirchen brach liegen würde. „Wir müssen das machen, was notwendig ist, nicht das, was wünschenswert ist“, meint Eichler.

Sein Plan hat viel mit dem des Berliner Architektenbüros Henchion und Reuter gemein, das 2015 den Realisierungswettbewerb gewonnen hatte. Die damalige finanzielle Vorgabe der Gemeinde hatte sich auf etwas mehr als 17 Millionen Euro belaufen. Als die Planungen bis Leistungsphase drei detaillierter wurden, schossen die Kosten auf 38 Millionen Euro in die Höhe. Der Gemeinderat zog die Reißleine, stoppte das Projekt und entschied sich fast einstimmig – nur der parteifreie Dr. Christoph Elschenbroich votierte dagegen – für Abriss und Neubau.

Wie Henchion und Reuter plant Eichler eine Erweiterung des Foyers und der Ausstellungsflächen von 2300 Quadratmetern auf dem bestehenden Parkplatz. Die Kosten dafür hat er mit 7,2 Millionen Euro berechnet. Er kalkuliert nicht so großzügig wie seine Berliner Kollegen, damit die zwei großkalibrigen Gasleitungen an der Parkstraße, deren Verlegung mehr als eine Million Euro gekostet hätten, „nicht angetastet werden müssen“. Darunter soll ein zweistöckiges Parkhaus mit rund 180 Stellplätzen für 5,4 Millionen Euro entstehen. Zwölf Millionen Euro hat er für die Sanierung des Bestandsgebäudes (Brandschutz, Küche, Toiletten) veranschlagt. Summasummarum ergibt das 25 Millionen Euro. „Wir haben also noch einen Puffer von 20 Prozent“, erklärt Eichler.

Bürgerbegehren: 1000 Unterschriften bereits gesammelt

Diese Gedanken hat sich Eichler auf Bitten von Jörg Setzpfand, Klaus Hilleprandt und Elschenbroich gemacht, die mit einem Bürgerbegehren „Abriss und Neubau des Kongresshauses“ verhindern wollen. Hotelier Hilleprandt weiß von Kollegen, „dass die entsetzt sind“, seit sie erfahren haben, was die Gemeinde am Richard-Strauss-Platz vorhat. Mit Kopfschütteln hat er den Abgang des Internationalen Holzbauforums nach Innsbruck registriert, weil in Garmisch-Partenkirchen der Platzbedarf schon jetzt nicht mehr erfüllt werden konnte und in Zukunft, bei einem kleineren Haus, überhaupt nicht möglich ist. „In der Vor- und Nachsaison sind die Kongresse für uns ein wichtiges Standbein.“ Ähnlich schlecht soll die Stimmung bei den Einzelhändlern in der Garmischer Fußgängerzone sein. Jörg Setzpfand, der Kopf des Bürgerbegehrens, berichtet von einem Treffen mit Michaela Nelhiebel. Die Vorsitzende der Werbegemeinschaft Garmischer Zentrum soll von einem Verlust von 40 Millionen Euro für die Geschäfte gesprochen haben, sollte es drei Jahre lange keine Kongresse geben. Auch vor diesem Hintergrund bezeichnet er die Entscheidung der Kommunalpolitiker als „unheilvoll“.

Die zu revidieren, ist das Ziel des Bürgerbegehrens. Rund 1700 Unterschriften sind nötig, damit es in einem Bürgerentscheid mündet. „Bis jetzt haben wir rund 1000 zusammen, unser Ziel sind 2000“, sagt Setzpfand. An 50 Stellen liegen die Unterschriftenlisten aus, acht Männer und Frauen sammeln aktiv. Als Urnengang für den Bürgerentscheid wünschen sich Setzpfand und Co. den Tag der Europawahl. „Stimmt dem die Gemeinde zu, könnte sie viel Geld sparen“, meint der FDP-Mann. Der wichtigere Grund: Er erwartet sich eine hohe Wahlbeteiligung. Die mehrt die Hoffnungen auf einen Ausgang im Sinne der Initiatoren.

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