+
Gemeinsamer Aufbruch ins Luther-Jahr: Stolz präsentieren Janine Lobenhofer, Bernadette Heindl, Pfarrer Manfred Reitlinger, Pfarrer Peter Neuhaus, Andreas Bräu, Maria Anderl und Margot Schäfer das offizielle Plakat. 

Ein Jahr im Zeichen Martin Luthers 

Zum Reformationsjubiläum: „Luther für Jedermann“

Zahlreiche Gottesdienste und Veranstaltungen sind im Rahmen des 500. Reformationsjubiläums geplant. Eines der Höhepunkte ist ein Theaterstück des Autors Andreas Bräu. Die Mimen von Creme Frech bringen es Mitte Juli auf die Bühne.

Garmisch-Partenkirchen - 500 Jahre ist es her, seit Martin Luther seine 95 Thesen an die Schlosskirche in Wittenberg genagelt hat. Im Landkreis Garmisch-Partenkirchen ist dieses historische Ereignis heuer besonders Thema. 2017 steht ganz im Zeichen des großen Reformationsjubiläums. Auch der Ökumenische Kirchentag, den der Ökumenische Arbeitskreis – bei dem evangelisch-lutherische, katholische und freikirchliche Gemeinden sowie kirchliche Organisationen zusammenarbeiten – in Garmisch-Partenkirchen gestaltet, beschäftigt sich mit dem Reformator. „Aufbruch – gemeinsam weitergehen“ lautet das Motto. Darüber hinaus sind für die kommenden Monate zahlreiche Veranstaltungen zum Luther-Jahr geplant.

Auf Initiative von Creme-Frech-Chefin Margot Schäfer und Janine Lobenhofer von der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde wurde extra eine Projektgruppe gegründet, die sich mit Luther im Rahmen eines Theaterstückes beschäftigt. Die künstlerische Leitung übernimmt Schäfer, für die Organisation ist Lobenhofer zuständig. Bei einem Gespräch gab es einen Einblick in das Konzept.

Im Theaterstück wird Martin Luther differenziert betrachtet

Das Theaterstück, dass der Autor und Schauspieler Andreas Bräu eigens für den Anlass schreibt, heißt „Luther für Jedermann“. Am 8. Juli wird es von der Theatergruppe, Musikern und Sängern in der Johanneskirche uraufgeführt. Als Katholik hat sich Bräu im Religionsunterricht wenig mit dem Reformator auseinandergesetzt. „Ich habe mich eingelesen“, sagt er. Luther könne man durchaus auch von einer kritischen Seite sehen, findet er.

Auch das soll sich in seinem Werk widerspiegeln. „Es geht darum, was er uns heute noch zu sagen hat“, betont Bräu. Die zwei Protagonisten im Stück – ein junges Paar – setzten sich mit der Figur differenziert auseinander. Dabei soll eine Brücke von der Vergangenheit in die Gegenwart geschlagen werden. Für die passende Musik von anno dazumal sorgt Dekanatskantor Wilko Ossoba. Ein historischer Markt auf dem Gelände um die Johanneskirche rundet das Spektakel ab. Künstler, Handwerker, „Die Werdenfelser Landsknechte“ und die Werbegemeinschaften wurden dafür mit ins Boot geholt.

Eigens gestaltete Stühle mit dem Kirchentagslogo und bestückt mit Info-Flyern sollen etwa vor den Geschäften stehen. „Ein großes Projekt“, sagt Schäfer. „Wir hoffen sehr auf die Unterstützung der Marktgemeinde.“

Zahlreiche Veranstaltungen stehen auf dem Programm

Neben dem Theaterstück stehen aber auch zahlreiche Gottesdienste, eine Lichterprozession in der Alten Kirche, Podiumsdiskussionen und eine Vortragsreihe auf dem Programm des Ökumenischen Kirchentags, der vom 7. bis zum 16. Juli stattfindet. „Einer der Höhepunkte wird sicherlich der ökumenische Gottesdienst im Kurpark sein“, sagt Pfarrer Manfred Reitlinger. Dieser wird am 16. Juli zelebriert. „Alle Christen und Interessierten sind dazu eingeladen“, betont Schäfer. Den Auftakt für das Lutherjahr bildete bereits eine Feier in der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt. Mit einer ganz besonderen Veranstaltung am 11. März soll wiederum die Jugend angesprochen werden. Bernadette Heindl und Maria Anderl von der katholischen Jugendstelle organisieren einen Gottesdienst. Der Ort dafür – das Hochland Kino in Partenkirchen – ist ungewöhnlich, jedoch nicht zufällig gewählt. Die Buben und Mädchen sollen in einem neutralen Raum miteinander diskutieren. „Sie gestalten den Gottesdienst aktiv mit“, sagt Bernadette Heindl von der Katholischen Jugendstelle in Garmisch-Partenkirchen. Danach gibt’s eine Party.

Eine wandernde Thesentür soll es geben

Die berühmte Thesentür darf im Luther-Jahr natürlich nicht fehlen. Eine kleine steht bereits vor der Johanneskirche. Hier können Interessierte ihre Meinung zu verschiedenen Themen kundtun. Bis nach Burgrain, Farchant und Grainau soll die Türe wandern. Geht es nach Schäfer könnte ab Ostern eine weitere, größere Tür auf einem öffentlichen Platz – zum Beispiel dem Richard-Strauss-Platz – stehen.

In den Schulen für Holz und Gestaltung wird diese nach dem Original in Wittenberg gestaltet und gefertigt. Urlauber und Einheimische sind dann dazu eingeladen, ihre Meinung über „Die Kirche der Zukunft“ anzuschlagen.

Magdalena Kratzer

Wer sich als Sponsor engagieren möchte, kann sich bei Janine Lobenhofer (0 88 21/9 67 30 50) melden. 

 

11. März: Ökumenischer Jugendgottesdienst im Hochland-Kino (Ortsteil Partenkirchen) 

7. Juli: Lichterprozession von der Alten Kirche bis zur Freien evangelischen Kirche 

8. Juli: Premiere des Theaterstücks „Luther für Jedermann“ am Gelände der Johanneskirche. Weitere Termine sind der 9.,14. und 16. Juli jeweils um 19.30 Uhr. Schulaufführungen finden am 10., 11. und am 12. Juli statt. Historischer Markt (Gelände der Johanneskirche) am 8., 9., 15. und 16. Juli ab 15 Uhr. 

13. Juli: 20 Uhr Podiumsdiskussion „Alles beginnt mit der Sehnsucht“ im Olympiasaal 

16 Juli: 10 Uhr Ökumenischer Gottesdienst im Kurpark Garmisch

31. Oktober: Großer Festgottesdienst zum Abschluss

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Bär an Bayerns Grenze gesichtet - Almwirt-Sprecher fordert: „Entnahme, unverzüglich“
Ein Braunbär ist an der Grenzen zu Bayern in eine Fotofalle getappt. Es ist bereits die zweite Bären-Sichtung in der Region in diesem Jahr. Ist das Tier gefährlich?
Bär an Bayerns Grenze gesichtet - Almwirt-Sprecher fordert: „Entnahme, unverzüglich“
Unglück beim Wandern - Frau stürzt vor Augen ihres Mannes in den Tod
Für eine 63-Jährige endete eine Wanderung am Stangensteig bei Grainau in den bayerischen Alpen tödlich. Ihr Ehemann musste das Unglück mitansehen.
Unglück beim Wandern - Frau stürzt vor Augen ihres Mannes in den Tod
Gegen Antisemitismus und Gewalt: 130 Menschen setzen bei Mahnwache ein Zeichen
Der  Anschlag in Halle hat sie schockiert. Die Motive des Täters wollen sie nicht dulden. Deshalb nahmen 130 Menschen an der Mahnwache am Marienplatz teil. 
Gegen Antisemitismus und Gewalt: 130 Menschen setzen bei Mahnwache ein Zeichen
Rettungseinsatz im Höllental: Paar findet Weg nicht mehr - bei winterlichen Verhältnissen
Sie waren recht gut ausgerüstet, trotzdem brauchte ein Paar bei ihrer Tour Hilfe von den Bergrettern. Diese mussten teilweise durch knietiefen Schnee.
Rettungseinsatz im Höllental: Paar findet Weg nicht mehr - bei winterlichen Verhältnissen

Kommentare