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Ein Bild der Zerstörung bietet sich den Einsatzkräften der Feuerwehr und den herbeigeeilten Eltern sowie JUZ-Mitarbeitern nach dem heftigen Sturm am Dienstagabend.

Zwangspause im Burgrainer Hüttendorf

Nach heftigem Sturm: Feuerwehreinsatz im Piratenlager

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Eine heftige Windböe und weg waren die großen Partyzelte. Das Hauptquartier der „Abenteuer in Burgrain“, bei denen heuer ein Piratenlager gestaltet wird, schwamm in der Loisach. Die Überreste fischten Kräfte von Feuerwehr und Wasserwacht aus dem Fluss.

Garmisch-Partenkirchen – Stürme auf hoher See gehören zum Alltag von Piraten. Dass eine heftige Windböe allerdings ihr Lager an Land verwüstet, ist ungewöhnlich. Vor allem dann, wenn ihre Hütten in Burgrain stehen. Dort gestalten in dieser Woche 120 Mädchen und Buben jeweils von 11 bis 17 Uhr ein zünftiges Piratenleben. Mit allem, was dazu gehört. Am Mittwoch mussten die Kinder jedoch pausieren. Unfreiwillig. Der heftige Sturm am Dienstagabend führte dazu, dass kurz nach 21 Uhr die Feuerwehr Garmisch mit 15 Mann auf dem Gelände an der Steigfeldstraße anrücken musste. „Unser Hauptquartier hat’s weggeweht“, sagt Wolfgang Sailer, Leiter des Jugendzentrums (JUZ) Garmisch-Partenkirchen. Er und sein Team organisieren auch heuer die beliebte Aktion zu Beginn der Sommerferien.

Drei stabile Zelte, etwa sechs auf sechs Meter groß, nutzten die Organisatoren als Werkstatt, für die Verpflegung und vor allem als Schattenspender für die fleißigen Baumeister. Alle drei wurden vom Sturm in die Loisach gefegt. „Zwei konnten wir mit Unterstützung der Wasserwacht retten“, sagt Feuerwehr-Kommandant Peter Gröbl. Eins hatte sich zwischen Steinen und Ästen im Fluss verheddert, das andere entdeckten die Rettungskräfte in Ufernähe. Vom dritten fehlt derweil jede Spur. Gut eine Stunde dauerte der Einsatz im Piratenlager. „Einige Eltern waren auch vor Ort“, sagt Gröbl. Mit ihnen packten die Helfer der Feuerwehr an, um das vom Sturm verwehte Gelände aufzuräumen. Die gefundenen Überreste der Partyzelte seien „ziemlich verwüstet“, bedauert der Kommandant. „Schade für die Kinder.“

Das Piratenleben können die Mädchen und Buben heute wieder aufnehmen und eifrig an ihren Hütten bauen.

Die müssen nun tatsächlich einen Tag auf ihr Abenteuer verzichten. „Das kam auch in der Vergangenheit durchaus mal vor“, erinnert sich Sailer. Heftiger Regen beispielsweise sorgte dafür, dass die Mädchen und Buben einen Tag Pause einlegen mussten. Für den JUZ-Leiter und seine Helfer war am Mittwoch erst einmal Aufräumen angesagt. Und Organisieren. Um die Aktion fortsetzen zu können, galt es schließlich, Ersatzzelte aufzutreiben. „Zum Glück kann uns der Kreisjugendring aushelfen.“ Denn ohne Schattenplatz will er die Kinder nicht an ihren Strandhütten und anderen Bauten werkeln lassen, in die dann am Wochenende Piraten einziehen.

Zum neunten Mal entsteht in diesem Jahr ein Hüttendorf in Burgrain. „Piraten ahoi“ lautet heuer das Motto. In den vergangenen Jahren konnten sich die Nachwuchs-Architekten zu Themen wie Olympische Spiele, Friedensreich Hundertwasser, Rittern oder einen Kunst-Spiel-Platz einiges einfallen lassen. Den Eltern ist das Betreten der Baustelle nicht erlaubt. Sie dürfen erst das fertige Ergebnis begutachten. Doch ganz ohne Unterstützung sind die Schüler nicht: Rund 20 ehrenamtliche Helfer achten darauf, dass die Kinder genug trinken, sind bei Bedarf mit Sonnencreme oder Pflastern zur Stelle und packen auch mal mit an, wenn der Bau in eine schwierige Phase geht.

Von den Widrigkeiten, mit denen das Organisationsteam gestern zu kämpfen hatte, „lassen wir uns nicht entmutigen“, betont Sailer. Zumal das Werk der Kinder bis auf einige Strohdächer, die ebenfalls weggeweht wurden, nicht in Mitleidenschaft gezogen worden war. Somit wird ab Donnerstag wieder eifrig gehämmert und gesägt an der Steigfeldstraße. Läuft alles nach Plan, wird das Piratendorf am Samstag mit einem zünftigen Fest eingeweiht.

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