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Zwei Monate nach dem Zugunglück: Reparaturarbeiten an Unfallstelle beginnen

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Von: Andreas Seiler

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Schreckliche Erinnerung: Am 3. Juni entgleiste bei Burgrain ein Regionalzug – hier eine Archivaufnahme von den Bergungsarbeiten.
Schreckliche Erinnerung: Am 3. Juni entgleiste bei Burgrain ein Regionalzug – hier eine Archivaufnahme von den Bergungsarbeiten. © Archiv-Sehr

Von einem desolaten Streckenzustand bei der Werdenfelsbahn war im Zuge der Aufarbeitung des Zugunglücks von Burgrain immer wieder die Rede. Nun hat auch die Bahn in diesem Punkt Defizite eingeräumt. In Kürze sollen umfangreich Schienen, Schwellen, Masten und Oberleitungen erneuert werden. Züge fahren voraussichtlich ab Mitte September wieder.

Garmisch-Partenkirchen – Das Bahn-Chaos im Werdenfelser Land schlägt seit dem schrecklichen Zugunglück vom 3. Juni bei Burgrain hohe Wellen – und zieht scharfe Proteste nach sich. Zuletzt schickten Landrat Anton Speer (Freie Wähler) und die 22 Landkreis-Bürgermeister einen Brandbrief an die Deutsche Bahn (DB) und forderten darin energisch ein konkretes Ausbau- und Sanierungskonzept. Die Rede war von einem desolaten Zustand des Schienennetzes in der Tourismusregion – eine Einschätzung, die von verschiedenen Seiten geteilt wird.

Nun kommt Bewegung in die Sache. Denn der bundeseigene Konzern räumt Defizite ein und kündigt „aufwändige Reparaturarbeiten“ an, die bereits „in Kürze“ starten sollen. „Die Qualität im Werdenfelsnetz war zuletzt nicht akzeptabel und entspricht in keiner Weise unseren eigenen Ansprüchen“, sagt Klaus-Dieter Josel, Konzernbevollmächtigter der DB in Bayern, in einer Pressemitteilung, die am Dienstag verschickt wurde. Und weiter: „Dafür entschuldigen wir uns bei den Fahrgästen, denen wir in vielen Fällen leider kein gutes Fahrangebot machen konnten.“

Aufwändige Reparaturarbeiten rund um die Unfallstelle - Bahn plant auch „umfangreiches Investitionsprogramm“ in Strecken

Es bleibt nicht nur bei schönen Worten. Nach der Freigabe durch die Behörden soll nun die Strecke von München in Richtung Garmisch-Partenkirchen auf Vordermann gebracht werden. Rund um die Unfallstelle bei Burgrain müssen nach Darstellung des Unternehmens unter anderem rund 700 Meter Schiene sowie 500 Schwellen erneuert werden. Zudem sind neue Oberleitungen sowie Masten nötig. Nach derzeitigem Stand können, wie die DB ankündigt, die Züge zum Schuljahresbeginn am 13. September größtenteils wieder stabil über die Hauptstrecke von München über Garmisch-Partenkirchen bis Mittenwald fahren.

Zuletzt hatte nach dem besagten Unfall, bei dem fünf Menschen ihr Leben verloren und etliche verletzt wurden, insbesondere die bundesweite Sonderinspektion von Betonschwellen zu Langsamfahrstellen und Streckensperrungen geführt – auch auf Abschnitten im Werdenfelser Land. Hinzu kamen, wie die DB berichtet, hitzebedingte Materialschäden an den Schienen, die ad hoc in Ordnung gebracht werden mussten. Daher hatte der Konzern nach eigenen Angaben entschieden, die bestehenden Schienenersatzverkehre beizubehalten – auch auf den Strecken Murnau-Garmisch-Partenkirchen-Mittenwald sowie Murnau-Oberammergau. Bis Mitte September soll dieses Konzept mit Ersatzbussen zunächst gelten.

Massive Probleme beim Schienenersatzverkehr

Richtig rund läuft dieses offenbar allerdings nicht. Der Schienenersatzverkehr sei „chaotisch“ und aufgrund vieler unnützer Leerfahrten von Taxis und Bussen ein „ökologischer Wahnsinn“, beschwerten sich die Rathauschefs in dem jüngsten Schreiben. Ihr Fazit: Die Verkehrswende sei auf diese Weise im Landkreis keinesfalls zu erreichen.

Wie dem auch sei: Die DB will es nicht bei Reparaturen belassen. Zusätzlich ist ein „umfangreiches Investitionsprogramm“ geplant. Dieses befinde sich gerade in der Finalisierung und werde kurzfristig vorgestellt.

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