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Elsass-Fan: Veronika Rusch alias Jules Vitrac.

Zweiter Elsass-Krimi unter dem Pseudonym Jules Vitrac

Bei Veronika Rusch wird Tollwut zur tödlichen Waffe

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Vor zehn Jahren hat sich Veronika Rusch von der Juristerei verabschiedet und ihre Liebe zum Schreiben zum Beruf gemacht. Mit Erfolg: Seither verfasste die Garmisch-Partenkirchnerin zwölf Bücher. Ihr zweiter Elsass-Krimi unter dem Pseudonym Jules Vitrac liegt bereits in den Buchläden.

Garmisch-Partenkirchen – Es ist die Abwechslung, die Veronika Rusch so schätzt. Dafür schlüpft die Garmisch-Partenkirchnerin immer wieder in neue Rollen. Zwölf Bücher hat sie in den vergangenen zehn Jahren veröffentlicht – unter fünf Namen. Mit ihrem eigenen fing ihre Karriere als Schriftstellerin an. In die Krimis um die Münchner Rechtsanwältin Clara Niklas floss viel, was Rusch ausmacht. Schließlich arbeitete auch sie als Juristin, ehe sie ihre Liebe zum Schreiben zum Beruf machte. Abwechslung fand sie in den Abenteuern der Kühe schubsenden Metzgerin Burgi, die sie als Franziska Weidinger verfasste, und in der warmherzigen Geschichte „Der Zauber jener Tage“ aus der Feder von Lea A. Winter. Mittlerweile hat sich Rusch auf Sehnsuchtsorte spezialisiert – und lebt das als Fiona Blum in Romanen voller Melancholie und Poesie sowie als Jules Vitrac bei der Verbrecherjagd aus. Die Anfrage des Rowohlt-Verlags, dem eine Reihe mit Elsass-Krimis vorschwebte, führte sie zurück zu ihren kriminalistischen Wurzeln. Und in einen Landstrich, der es ihr sehr angetan hat.

Ihr zweiter Elsass-Krimi „Der Teufel aus Eguisheim“ spielt wieder in dem pittoresken Dorf, eine Viertelstunde von Colmar entfernt. Die Ruhe an diesem Morgen ist gespenstisch und wird jäh unterbrochen, als ein Mann aus einem Fenster stürzt. Er ist augenblicklich tot. Wie es zu dem Unglück kam – das versteht niemand. Auch nicht, warum ein Reh plötzlich Wanderer attackiert. Céleste Kreydenweiss, die Chefin der Police Municipale, und ihr betulicher Kollege Luc Bato erkennen allerdings bald, dass es hier gar nicht mit rechten Dingen zugeht. Die Untersuchung zeigt: Das Tier hat Tollwut. Als ein weiterer Sterbefall die Idylle erschüttert, erhärtet sich ihr schrecklicher Verdacht. Offenbar infiziert jemand mutwillig seine Opfer mit dem meist den Tod bringenden Übel.

Mit der seit Jahrtausenden bekannten Infektionskrankheit beschäftigt sich Rusch schon lange. „Die Geschichte musste erst reifen“, betont sie. Um das Geschehen den Lesern realistisch zu vermitteln, stieg sie zudem sehr tief in die Recherche ein. „Dabei habe ich schnell festgestellt, dass die Tollwut viel gruseliger ist, als anfangs gedacht.“ Eine Frage, der sie sich widmete, war die, wie das Virus überleben kann. „Die Tierärztin, mit der ich viel gesprochen habe, hat mich draufgebracht, die Substanz mittels bebrüteter Hühnereier aufzubewahren.“

Wie die Verbrechen, mit denen Kreydenweiss und Bato in ihrem zweiten Fall zu tun haben, letztlich passieren, muss der Leser selbst herausfinden. Der Stoff ist enorm spannend. Und das Buch macht Lust aufs Elsass – landschaftlich und vor allem kulinarisch. Essen spielt in den Krimis eine entscheidende Rolle. „Das gefällt mir auch an Céleste“, sagt die Autorin und lacht. „Sie isst und trinkt gerne und kennt die Leute in ihrem Dorf.“ Dazu kommen eine gewisse Lässigkeit und ein analytischer Verstand, der ihre Polizistin „zu einem coolen Typ“ werden lässt. Einem, mit dem man ohne zu zögern bei einem Glas Wein und Elsässer Flammkuchen über Gott und die Welt – und Verbrechen – reden möchte.

Eine Lesung

aus „Der Teufel von Eguisheim“ findet am Donnerstag, 19. April, um 19.30 Uhr in der Partenkirchner Bücherei statt. Der Eintritt ist frei. Veronika Rusch hofft aber auf Spenden zu Gunsten der Einrichtung. Der zweite Elsass-Krimi der Autorin ist im Buchhandel (ISBN 978-3-499-27325-4 im Rowohlt-Verlag) für 9,99 Euro erhältlich.

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