Ein Blick ins Impfzentrum des Landkreises Garmisch-Partenkirchen
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Ein Einblick ins Impfzentrum: Drei Behandlungsräume sowie ein Besprechungszimmer stehen zur Verfügung.

Impf-Zentren im Landkreis Garmisch-Partenkirchen

Zweites Zentrum für den Landkreis (noch) nicht in Sicht

  • Christian Fellner
    vonChristian Fellner
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Landrat Anton Speer macht zum Anrag der acht Bürgermeister aus dem Nordlandkreis Garmisch-Partenkirchen eine klare Aussage: Priorität hat die Einrichtung in Garmisch-Partenkirchen. Erst muss sie laufen, bevor es Überlegungen geben wird, das Angebot auszubauen.

Landkreis – Die Impf-Thematik in Sachen Corona bewegt die Menschen. Die Station steht in Garmisch-Partenkirchen, ist einsatzbereit. Und bei den Verantwortlichen herrscht Zuversicht, dass es am 27. Dezember tatsächlich losgehen könnte. Auch in der Region –mit den Über-80-Jährigen, mit Fachkräften in der Pflege oder auf Intensivstationen. Noch aber fehlt die Bestätigung.

„Wir hatten schon drei Termine, immer wieder wurden sie geändert“, plauderte Landrat Anton Speer (FW) beim Kreistag am Donnerstag ein wenig aus dem Nähkästchen. Viele Videokonferenzen hat er in den vergangenen Tagen mitgemacht. Ein Problem sei die Software, „die steht bis heute nicht. Wenn der Datenabgleich nicht passt, gibt es ein Chaos“. Auch war zunächst geplant, die Terminvergabe über die Gesundheitsämter abzuwickeln. „Aber da haben wir uns geweigert, die sind sowieso am Anschlag.“

Jeden Tag ändere sich die Lage momentan. Und dann flatterte noch das Schreiben der acht Bürgermeister des nördlichen Landkreises ins Haus. Dazu bezog er bei der deutlich verkürzten Sitzung in Krün Stellung. „Es wäre schön, wenn wir im Blauen Land ein zusätzliches Impfzentrum hätten“, betonte Speer. Nicht ohne ein großes Aber. Denn: „Wichtig ist erst einmal, dass das Zentrum in Garmisch-Partenkirchen anläuft.“ Der reibungslose Betrieb an diesem Standort genieße Priorität. „Wenn es wirklich zu Beginn nur 90 000 Impfdosen für ganz Bayern gibt, kann man sich ausrechnen, dass nicht viel übrig bleibt für uns, dann ist nicht einmal das Zentrum in Garmisch ausgelastet.“

Hansjörg Wiesböck, Leiter der Koordinierungsgruppe Corona im Kreis, der gemeinsam mit Klemens Reindl vom BRK den Kreisräten das Projekt präsentierte, hob gerade den Standort am Alpspitz-Wellenbad als großen Vorteil heraus. „Wir haben eine sehr gute Erreichbarkeit, eine Bushaltestelle ist nah, es gibt einen großen Parkplatz für 20 Autos, die Leute können mit dem Zug kommen und dann zu Fuß oder mit dem Bus zur Station gelangen.“

Murnauer Bürgermeister befürchtet hartes Jahr 2021

Rolf Beuting (ÖDP) ergriff für die Nordlandkreis-Gemeinden das Wort. Zunächst stellte er eine düstere Prognose für 2021: Nach dem Gehörten werde „das wohl kein normales Jahr, sondern wieder eines mit eingeschränktem Leben in unserer Gemeinde“. Gleichwohl versicherte er, dass die Bürgermeister „nicht in einen Clinch“ mit dem Landkreis treten wollen. „Wir wissen, welcher Aufwand hinter den Stationen steckt.“ Aber gerade im Sinne des Ziels, möglichst schnell möglichst viele Menschen zu impfen, sehe er ein zweites Zentrum im Norden als „Unterstützung“ an. Turnhallen oder Schulen könnten geeignete Gebäude sein. Zudem könne eine „kleine Völkerwanderung durch den Landkreis“ verhindert werden. Beuting bot die Hilfe sogar in Form von Arbeitskräften aus den Rathäusern oder Museen an, „wenn es Kapazitätsengpässe geben sollte“.

Eine Anregung, die Wiesböck gerne vernahm. Eine zweite Impfstation sieht er aktuell aber noch nicht. „Ich denke, es ist zu früh, um zu sagen, wir bauen flächig aus.“ Den Dialog sollte man in dieser Hinsicht aber weiterführen. „Für die Diskussion sind wir völlig offen.“

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