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Im Abrams sind derzeit rund 250 Asylbewerber untergebracht.

Polizei greift durch

Groß-Razzia im Abrams

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Garmisch-Partenkirchen - Mehr als 100 Polizeikräfte haben am Montagvormittag die Erstaufnahmeeinrichtung im Ortsteil Garmisch durchsucht und 19 Asylbewerber festgenommen. Den meisten wird Sozialbetrug vorgeworfen. Zwei Rädelsführer wurden verlegt.

Die Aktion, sie dauerte fast fünf Stunden und sie kam völlig überraschend für die Bewohner der Erstaufnahmeeinrichtung Abrams im Ortsteil Garmisch. Und alle, die eingeweiht waren – darunter Landrat Anton Speer (Freie Wähler) und Garmisch-Partenkirchens Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) –, hielten dicht. Die Groß-Razzia war generalstabsmäßig geplant. Unter der Leitung der Inspektion Garmisch-Partenkirchen waren Beamte zweier Einsatzzüge des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, ein Einsatzzug der Bereitschaftspolizei, Beamte der Kripo und der Schleierfahnder, sieben Diensthundeführer und Mitarbeiter der Ausländerbehörde des Landratsamtes im Einsatz. Sie durchsuchten den gesamten Komplex, in dem derzeit rund 250 Flüchtlinge untergebracht sind. „Insgesamt waren etwas mehr als 100 Beamte beteiligt“, sagt Pressesprecher Stefan Sonntag.

Bei der Razzia, die Sonntag im Polizei-Jargon „Zimmerbegehung“ nennt, wurden 19 Asylbewerber vorläufig festgenommen und zur Vernehmung in die Inspektion Garmisch-Partenkirchen an der Münchner Straße 80 gebracht. „Bei den meisten haben wir EU-Identitätspapiere gefunden, über die sie nicht verfügen dürften. Deshalb ermitteln jetzt die örtliche Polizeiinspektion und die Kriminalpolizei wegen des Verdachts der Falschbeurkundung, der Urkundenfälschung, wegen Betrugs und Sozialleistungsbetrug sowie wegen Verstößen nach dem Asylverfahrensgesetz und dem Aufenthaltsgesetz“, sagt Sonntag. Auf die Beamten kommt umfangreiche Arbeit zu. Mit den Behörden der Nachbarstaaten, vor allem Italien, müssen jetzt die sichergestellten Papiere abgeglichen werden. Auch das Ausländeramt stellt Nachforschungen an, was die sichergestellten Dokumente betrifft.

Neben den Flüchtlingen, die doppelt Sozialleistungen bezogen, gingen der Polizei noch weitere Straftäter ins Netz. Die Ermittler fanden eine geringe Menge Haschisch, eine Tüte mit vermutlich gestohlenen Kleidungsgegenständen und sie nahmen einer Person einen angeblich gefundenen deutschen Reisepass ab. Zwei Männer, die in der Vergangenheit als Rädelsführer im Abrams auch strafrechtlich in Erscheinung getreten waren, wurden im Beisein von Vertretern der Regierung von Oberbayern in eine Gemeinschaftsunterkunft in Waldkraiburg (Landkreis Mühldorf am Inn) verlegt. „Wir wollten ein Zeichen setzen und zeigen, dass der Arm des Gesetzes auch in eine Erstaufnahmeeinrichtung reicht“, sagt Sonntag.

Auslöser der Razzia war der Brandbrief von Bürgermeisterin Meierhofer. Danach hatten sich vor vier Wochen Vertreter der Regierung von Oberbayern, von Polizei, Landratsamt und Gemeinde zu einem Sicherheitsgespräch getroffen. Polizeipräsident Robert Kopp hat diese Beschlüsse nun erstmals in die Tat umgesetzt. Ähnliche Aktionen will Sprecher Sonntag für die Zukunft „nicht ausschließen“.

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