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Freuen sich auf die Zusammenarbeit: (v. l.) Dr. Sigrid Meierhofer, Annette Josef und Dr. Christian Wolf.

Neuerung für die Garmisch-Partenkirchner Konzertreihe

Pakt mit den Münchner Symphonikern

Garmisch-Partenkirchen - Einen gelungenen Schachzug präsentieren Dr. Christian Wolf vom Richard-Strauss-Institut und Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer: eine Kooperation mit den Münchner Symphonikern. Dadurch können in der Abonnement-Konzertreihe wieder mehr Termine angeboten werden.

Dr. Christian Wolf ist die Quadratur des Kreises gelungen: Trotz eines gekürzten Budgets sind die Abonnenten- und Auslastungszahlen in der soeben beendeten Konzertsaison in Garmisch-Partenkirchen gestiegen. „Ich bin einfach begeistert und stolz“, gibt der Leiter des Richard-Strauss-Instituts und Programmverantwortliche für die Reihen unumwunden zu. Die Zahlen sprechen für sich. Betrugen in der Konzertsaison 2013/14 die Eigenmittel aus der Marktgemeindekasse noch 65 000 Euro, so wurden sie 2014/15 auf 51 000 und 2015/16 auf 48 000 Euro reduziert. Um die Qualität zu halten, musste in der vergangenen Saison sogar ein Termin gestrichen werden. Statt vier gab es nur drei Sinfoniekonzerte. In der Kammerkonzertreihe wurde das Angebot von fünf auf vier zurückgefahren. Das Publikum murrte zwar, lief aber nicht weg. Im Gegenteil: die Auslastungszahlen stiegen auf den nie dagewesenen Spitzenwert von 87,4 Prozent in der Abonnement-Sinfoniekonzertreihe und bei den Kammerkonzerten blieben, sie über 100 Prozent – die Plätze im Saal des Richard-Strauss-Instituts reichen nie aus.

„Davon können wir in München nur träumen“, gab die Intendantin der Münchner Symphoniker, Annette Josef, neidlos zu. Sie informierte mit Wolf und Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) über einen gelungenen Schachzug: einen Kooperationsvertrag zwischen der Marktgemeinde und den Münchner Symphonikern für die Saison 2016/17. „Warum aus der Ferne Orchester verpflichten, wenn wir die Qualität vor der Haustür haben“, erinnerte sich Meierhofer bei der Programmvorstellung an das Argument, mit dem sie Wolf schnell überzeugen konnte. Das hiesige Konzertangebot „bietet ein Stück Lebensqualität für unsere Bürger“. Gute Konditionen und gesparte Übernachtungskosten für die Musiker aus der Landeshauptstadt machen erneut vier Konzerte im Festsaal Werdenfels möglich.

Die Symphoniker kommen Josef zufolge gern nach Garmisch-Partenkirchen, wo sie ja bereits mehrfach konzertierten. „Sie schätzen das Werdenfelser Publikum als fachkundig und begeisterungsfähig.“ Ein Blick ins neue Konzertheft „Klangfarben“ verrät, dass vorrangig junge, mit Preisen bedachte Dirigenten und Solisten bei den Münchnern unter Vertrag stehen.

Das Programm gestalteten die Intendantin und Wolf, der das hiesige Publikum bestens kennt. Das Ergebnis sind thematische Konzerte unter den Überschriften „Winterträume“, „Aufforderung zum Tanz“, „Mit Verehrung“ oder „Freundschaft“ mit vielen Besonderheiten. So moderiert der Rosenheim-Cops-Polizist Max Müller, der nicht nur Schauspieler, sondern auch ausgebildeter Sänger ist, die mit Ouvertüren und Tänzen von Johann Strauß und Franz Lehar bis Carl Maria von Weber gespickte Neujahrsgala 2017. Und noch ein Schmankerl hält Intendantin Josef bereit: „Statt der bisherigen Konzerteinführungen, bieten wir die ,Gelbe Couch‘ an. Eine bewährte Künstler-Gesprächsreihe unseres Orchesters, bei der das Publikum mit einbezogen wird.“

Im Richard-Strauss-Institut ist außer den vier Kammerkonzerten ein Überraschungskonzert mit Mitgliedern des Opernstudios der Bayerischen Staatsoper konzipiert. Wegen der großen Nachfrage gibt es erste Überlegungen, die Kammerkonzerte als Matineeveranstaltungen am nächsten Tag zu wiederholen. Auch bei diesen Terminen verringerten sich die Zuschüsse des Marktes von 14 500 Euro in 2013/14 auf aktuell 9700 Euro. Die Karten kosten trotzdem künftig mehr: Statt bislang sehr günstiger 21 zahlen Kammerkonzertfreunde nun 26 Euro. Bei den Karten für die Sinfoniekonzertreihe sind die Preise ebenfalls gestiegen: Kategorie A von 38 auf 45 Euro, Kategorie B von 32 auf 38 Euro, in der neu dazugekommenen Kategorie C kostet die Karte 31 Euro. Abonnenten sparen weiterhin 15 Prozent, Schüler zahlen unverändert 10 Euro.

Das Programm der Konzertsaison 2016/17

13. November 2016: Erstes Sinfoniekonzert mit den Münchner Symphonikern unter der Leitung von Andriy Yurkevych und mit Christopher Park am Klavier.

19. November 2016: Erstes Kammerkonzert mit Raphaela Gromes (Violoncello) und Julian Riem (Klavier).

6. Januar 2017: Zweites Sinfoniekonzert (Neujahrskonzert) mit den Münchner Symphonikern unter der Leitung von Andreas Spörri und mit Max Müller (Moderation).

21. Januar 2017: Zweites Kammerkonzert mit Shirley Brill (Klarinette), Frans Helmerson (Violoncello) und Jonathan Aner (Klavier).

18. Februar 2017: Drittes Kammerkonzert mit Franziska Hölscher an der Violine und Benjamin Moser am Klavier.

11. März 2017: Drittes Sinfoniekonzert mit den Münchner Symphonikern unter der Leitung von Michele Mariotti und mit Michail Lifits (Klavier).

25. März 2017: Viertes Kammerkonzert mit dem „Meccore String Quartet „.

23. April 2017: Sonderkonzert mit Mitgliedern des Opernstudios der Bayerischen Staatsoper.

28. April 2017: Viertes Sinfoniekonzert mit den Münchner Symphonikern unter der Leitung von Sergey Smbatyan und mit Fanny Clamagirand (Violine) sowie Pablo Ferrández (Violoncello).

Die Sinfoniekonzerte finden im Festsaal Werdenfels des Kongresshauses Garmisch-Partenkirchen, die Kammerkonzerte im Richard-Strauss-Institut statt. Alle Termine beginnen um 19.30 Uhr. Der Abonnement-Verkauf läuft ab sofort, Einzelkarten gibt’s ab 1. Juni bei GAP-Ticket und beim Kreisboten.

Margot Schäfer

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