Sechs Monate Haft für Nigerianer

Richter rät verurteiltem Asylbewerber zur Ausreise

Erneut muss ein 29-jähriger Nigerianer ins Gefängnis. Er hatte sich gleich drei Straftaten zuschulde kommen lassen.

Garmisch-Partenkirchen – Immer wenn der 29-jährige Nigerianer Alkohol trinkt – und das tut der Asylbewerber reichlich – verliert er die Hemmungen und neigt zu Straftaten: Im Juli dieses Jahres war es mal wieder soweit: Erst schlug er in der Erstaufnahmeeinrichtung Abrams an der Lazarettstraße einem Landsmann mit der Faust kräftig und sehr schmerzhaft auf die Schulter, an einem anderen Tag ging er in einen Supermarkt, obwohl er dort längst Hausverbot hatte, und drittens suchte er einen Discounter auf, aus dem er als Alkohol-Nachschub eine Flasche Billig-Whisky holte – ohne zu zahlen.

Wegen dieser drei Delikte saß er jetzt samt Dolmetscherin vor Amtsrichter Andreas Pfisterer und konnte sich angeblich an nichts mehr erinnern. Dennoch wurde er zu einem halben Jahr Knast verurteilt. Schon vor zwei Monaten war er wegen einer anderen Straftat zu drei Monaten verdonnert worden.

Deshalb war er auch in Begleitung von zwei Polizeibeamten in den Strafgerichtssaal gekommen, denn die beiden Ordnungshüter hatten den jungen Mann aus dem „Café Loisach“, dem Gefängnis an der Burgstraße, in dem er derzeit sitzt, gebracht. Im Gerichtssaal versagte sein Gedächtnis ziemlich schnell: Den Besuch im Supermarkt am 18. Juli, der, weil er dort aus den üblichen Gründen Hausverbot hat, als Hausfriedensbruch gewertet wurde, bestritt er. „Da ist nur meine Freundin hineingegangen.“ Beim Discounter ging das nicht, weil ihn ein Ladendetektiv beobachtet hatte. Den brutalen Schulter-Faustschlag in der Asyl-Unterkunft verharmloste er mit der Begründung, dass ihn der Landsmann dazu provoziert habe und er selbst ohnehin 1,7 Promille Alkohol intus hatte.

Im Übrigen, teilte er mit, sei erst jüngst sein Asylantrag abgelehnt worden. Was den Richter zu einer fast freudigen Reaktion veranlasste: „Sie sind bereits mehrfach vor Gericht verurteilt worden“, sagte Pfisterer, „stets unter Alkoholeinfluss. In Italien werden Sie meines Wissens als Asylbewerber anerkannt. Am liebsten wäre es mir also, wenn Sie sofort ausreisen würden.“ Doch selbst wenn er möchte, das dürfte die Gesetzeslage wohl kaum zulassen. Erst muss der Mann noch seine neuerlichen sechs Monate Gefängnis absitzen.

Wolfgang Kaiser

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