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In Gastronomie und Hotellerie des Werdenfelser Landes suchen 50 junge Spanier ihr Glück.

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50 Spanier reisen zur Lehre ins Werdenfelser Land

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Garmisch-Partenkirchen - 50 junge Spanier suchen das Glück im Werdenfelser Land. Sie reisen Ende des Monats an, um eine Ausbildung in Hotellerie oder Gastronomie zu beginnen. Schon jetzt bereiten sie sich in der Heimat darauf vor.

Landkreis – Über die Hälfte aller jungen Spanier hat keinen Job. Diese Zahl hat Jutta Griess schockiert. „Wir sind doch ein Europa, dann kann das doch nicht sein“, sagt die Vorsitzende des Hotel- und Gaststättenverbandes im Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Im Oberland suchen die Betriebe zeitgleich fast verzweifelt nach Auszubildenden und Fachkräften. Also hat sie im Verwaltungsausschuss der Agentur für Arbeit, dem sie angehört, dieses Thema angestoßen: Könnten nicht junge Spanier ihre Ausbildung in der Region machen? Davon würden doch alle profitieren, meint Griess. „Und später wären sie auch für ihr Land nützlich, wenn sie gut ausgebildet sind.“ Nun sind tatsächlich 50 Spanier im Alter zwischen 18 und 35 Jahren bereit, nach Garmisch-Partenkirchen zu kommen. Am 29. Juli werden sie erwartet: Nach ihrem Flug holt sie ein Bus ab, im Kongresshaus ist ein großer Empfang mit Politikern und Gastgebern geplant.

Bei der Arbeitsagentur stieß der Vorschlag von Griess auf große Unterstützung. Die Mitarbeiter nahmen Kontakt zu den Kollegen in Spanien auf, mehrfach reiste ein Experte in das Ausland, um junge Leute mit Deutschkenntnissen für das Projekt zu gewinnen. Bereits jetzt absolvieren die potenziellen Lehrlinge weitere Sprachkurse.

Die Resonanz bei den Betrieben in der Region sei groß gewesen, sagt Griess. Sie habe genügend gefunden, die jeweils drei Bewerber bei sich aufnehmen: Die Spanier dürfen in den Hotels wohnen.

„Im August werden sie einen weiteren Sprachkurs und ein zweimonatiges Praktikum in ihrem künftigen Ausbildungsbetrieb beginnen“, sagt Robert Ernst, der sich in der Agentur für Arbeit in Weilheim um den Bereich Ausbildung kümmert. Falls alles passt, die Leute sich im Werdenfelser Land und in ihren Praktikumsbetrieben wohlfühlen sowie die Arbeitgeber einverstanden sind, könnten sie im Oktober in die Lehre einsteigen. Sogar die Bildung einer eigenen Berufsschulklasse für sie wäre möglich, meint Ernst, wenn genügend spanische Schüler bleiben.

Griess ist von dem Projekt überzeugt: „Das sind sehr, sehr motivierte Leute, die eine Perspektive sehen.“

Matthias Holzapfel & Sandra Sedlmaier

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