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Jägerin der verschwundenen Millionen: CSU-Fraktionschefin Elisabeth Koch.

Angeblich bis zu 20 Millionen Euro auf der Strecke geblieben

Auf der Spur der verlorenen Millionen

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Garmisch-Partenkirchen - 57,7 Millionen Euro hat der Markt Garmisch-Partenkirchen von der Leifheit-Stiftung bekommen. Womöglich hätte die Gemeinde viel mehr erhalten können.

Mit Bodenwischern, Teppichkehrern und anderen Haushaltsgeräten haben Ingeborg und Günter Leifheit ein Vermögen gemacht. Geld, das ihrem letzten Willen gemäß Senioren in ihrer Wahlheimat zukommen soll. Der Großteil ihres Erbes fließt nach Garmisch-Partenkirchen – aktuell liegen Rathaussprecher Florian Nöbauer zufolge auf dem Konto des Marktes 57,7 Millionen Euro –, eine wesentlich kleinere Summe ist für das schweizerische Lugano bestimmt. Dort hatten die Leifheits zuletzt gelebt und dort auch eine Stiftung gegründet. Die galt es nun zu liquidieren, um das Geld an die Bedachten zu überweisen. Bis es dazu kam, waren allerdings die Gerichte gefordert. „Und dabei ist einiges an Geld verschwunden“, erklärte Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) im Finanzaussschuss. Allein vom Garmisch-Partenkirchner Anteil seien wohl 20 Millionen Euro auf der Strecke geblieben, vermutet Elisabeth Koch (CSU). Angeblich haben sich viele Leute bedient.

Um die Hintergründe herauszufinden, hat die Juristin nun im Auftrag der Gemeinde Akteneinsicht beim Landgericht Stuttgart beantragt. Dort war der entscheidende Prozess entschieden worden. „Ich verspreche mir davon Aufklärung“, erklärt Koch. Sie will herausfinden, auf welcher Basis sich der Anteil des Marktes errechnet habe. Bislang lägen nämlich „keine prüffähigen Abrechnungen von dem Liquidator aus Lugano vor“. Und das, was bisher ans Rathaus geschickt wurde, „ist nicht schlüssig“. Entscheidend für sie sei zudem, die Depot- und Kontenbewegungen nachzuvollziehen“, betont ihr Fraktionskollege Claus Gefrörer.

Der Steuerberater beschäftigt sich mit Koch, Florian Hilleprandt (CSB) und Meierhofer intensiv damit, wie das Leifheit-Sondervermögen gemäß dem Stifterwillen eingesetzt werden darf. Daher herrschte schon in der Vierergruppe Einigkeit darüber, dass die Unterlagen gesichtet und geprüft werden müssen. „Wir schauen uns das jetzt an, vielleicht geht ja noch was“, meint Koch. Die erste Hürde, die sie jetzt nehmen muss, ist vom Stuttgarter Gericht Grünes Licht für die Akteneinsicht zu erhalten.

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