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Beim Besuch des Neujahrsspringens hatte Markus Söder einen Zuschuss für eine Flutlichtanlage im Gepäck.

Ziemlich bester Feind

Streibl geht wieder auf Söder los

„Hau den Markus“ gehört zu den Lieblingsbeschäftigungen des Oberammergauer Landtagsabgeordneten Florian Streibl. Bei jeder Gelegenheit, die sich bietet, legt er sich mit Finanzminister Söder an. Diesmal sind’s die Flutlichtanlage im Skistadion und das Richard-Strauss-Festival.

Garmisch-Partenkirchen – Er ist offenbar der ziemlich beste Feind von Bayerns Finanzminister Markus Söder: der Oberammergauer Florian Streibl. Der Landtagsabgeordnete der Freien Wähler lässt keine Möglichkeit ungenutzt, den kommenden bayerischen Ministerpräsidenten – Söder soll in einigen Wochen Horst Seehofer als Landesvater ablösen – mit Kritik und Häme zu überschütten. Sei es die von Söder angestoßene Verlagerung von Behörden in den Landkreis Garmisch-Partenkirchen oder aktuell die Zusage eines 350 000-Euro-Zuschusses des CSU-Hoffnungsträgers für die im Oktober anstehende Landtagswahl für ein Flutlicht im Olympia-Skistadion – Streibl findet stets ein Haar in der Suppe.

Florian Streibl.

Diesmal verquickt der Oberammergauer Rechtsanwalt und Parlamentarischer Geschäftsführer der Freien Wähler Sport und Kultur – das Richard-Strauss-Festival mit der in Aussicht gestellten Flutlicht-Förderung. Die bewertet er „positiv“. Sie habe durchaus ihre Berechtigung und würdige „die sehr gute Arbeit des SC Partenkirchen“. Die wundersame Erscheinung des Herrn Söder in Garmisch-Partenkirchen ermögliche wie aus dem Nichts einen satten Betrag für die Flutlichtanlage für das Neujahrsskispringen. „Schade nur, dass er es als verantwortlicher Finanzminister bislang nicht im Kreuz hatte, seinen Kabinettskollegen in der Bayerischen Staatsregierung den richtigen Scheck in die Hand zu drücken, um die Förderung für das Richard-Strauss-Festival deutlich zu erhöhen“, heißt es in einer Presse-Mitteilung. Söder knipse das Flutlicht im Skistadion an, lasse das Strauss-Festival aber im Regen stehen.

Streibl, der als kunst- und kulturbeflissen sowie als engagierter Kämpfer für das Strauss-Festival gilt, bezichtigt Söder parteitaktischer Beweggründe. „Fast scheint es, als wenn sich Markus Söder mit dem prall gefüllten Euro-Füllhorn des Finanzministers bei den örtlichen CSU-Abgeordneten dafür bedanken möchte, ihn bei der Wahl zum bayerischen Ministerpräsidenten zu unterstützen.“

Das Richard-Strauss-Festival, das seit 1989 existiert und das heuer vom 22. Juni bis 1. Juli stattfindet, ist stets unterversorgt. Die Gemeinde hat ihren Beitrag für 2018 von 280 000 Euro auf 330 000 Euro aufgestockt. Der Freistaat gab vergangenes Jahr 70 000 Euro. Für heuer sollen 180 000 im Raum stehen. Streibl nennt den Zuschuss „eine Feigenblattfunktion“, die notdürftig finanzielle Lücken schließe. Die Gemeinde Garmisch-Partenkirchen wünscht sich eine paritätische Finanzierung. Dem neuen Intendanten Alexander Liebreich, der Kammersängerin Brigitte Fassbaender beerbt hat, schwebt ein Budget von einer Million Euro vor. Streibl zufolge sei es längst an der Zeit, dieses Festival, das den bedeutendsten bayerischen Komponisten in den Mittelpunkt rückt, besser zu unterstützen. „Eigentlich stünde es dem Freistaat gut an, der sich ja immer wieder als großer Gönner und Förderer der Kultur versteht, hier als Veranstalter mit in die Verantwortung zu gehen.“

Und einmal richtig in Fahrt gekommen, macht Streibl einen Schwenk zu seinem Lieblingsthema der vergangenen Jahre. „Wenn Markus Söder meint, mit ein paar fragwürdigen Behördenverlagerungen ins Werdenfelser Land reicht es, um sich als größerer Heimatförderer feiern zu lassen, dann irrt er. Ich bin gespannt, wann er wieder als eine Art Weiser aus dem Frankenland zu uns kommt, um erneut Geschenke abzuliefern.“

Aus dem Feind könnte allerdings in ein paar Monaten Kabinett-Freund werden. Treffen die Prognosen ein, dann verliert die CSU bei der Landtagswahl ihre absolute Mehrheit und bräuchte, um an der Regierung zu bleiben, einen Partner. Als Kandidat kommen die Freien Wähler infrage. Bei denen gilt Streibl als ministrabel.

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