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Menschenmassen strömen jedes Jahr zum Neujahrsspringen ins Garmisch-Partenkirchner Skistadion.

Mehr Sicherheit bei Großveranstaltungen

Terrorgefahr in Garmisch-Partenkirchen?

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Garmisch-Partenkirchen - Neujahrsspringen, Ski-Weltcup, City-Biathlon: Nach dem Blutbad in Paris stuft der Polizei-Chef die Bedrohungslage als sehr ernst ein.

Seit Paris ist alles anders. Seit den schrecklichen Anschlägen in der französischen Hauptstadt ist eine neue Zeitrechnung angebrochen – auch in Garmisch-Partenkirchen. Nachdem die Bundeswehr bereits in Afghanistan und mittlerweile auch in Syrien eingesetzt ist, „besteht in Deutschland eine abstrakte Terrorgefahr“, betonte Polizeidirektor Thomas Kirchleitner im Garmisch-Partenkirchner Gemeinderat. Konkrete Hinweise gebe es zwar nicht, „aber wir befinden uns in einer sehr ernsten Bedrohungslage“. Im Blick hat der Leiter der hiesigen Polizeiinspektion insbesondere die Großveranstaltungen, wie das Neujahrsspringen und die beiden Ski-Weltcup-Wochenenden, die auch im Fernsehen übertragen werden. Diese Tatsache und die, dass jeweils zahlreiche Nationen an den Start gehen, wertet er als „mögliche Gefahrenlage“.

Und die nimmt Kirchleitner ernst. Schon jetzt sei der Sicherheitsstandard in der Marktgemeinde bei derart öffentlichkeitswirksamen Terminen sehr hoch. „Das Miteinander zwischen allen Beteiligten ist ausgezeichnet“, betonte er. Was ihm allerdings Sorgen macht: „Wir glauben, die Tendenz beobachten zu können, dass Veranstalter aus Kostengründen versuchen, ihre Standards zu lockern. Das scheint mir verfehlt.“

Sicherheitsvorkehrungen werden sich verschärfen

Die Mitglieder des Gemeinderats erreichte er mit seinem eindringlichen Appell, diese Gefahren im Blick zu haben. Auch in der Rathaus-Verwaltung ist längst angekommen, dass sich seit dem Blutbad von Paris mit 130 Toten und mehr als 350 Verletzten alles geändert hat. „Der Anforderungskatalog für Veranstaltungen wird sicher noch einmal strenger gestaltet“, sagt Behördensprecher Florian Nöbauer. „Entscheidend ist, dass alle sensibilisiert werden“ – und gemeinsam ein Konzept erarbeiten.

Eine hervorragende Visitenkarte dafür hätten alle Beteiligten bereits mit den Alpinen Ski-Weltmeisterschaften 2011 abgegeben, hebt Kirchleitner hervor. Darauf beziehen sich auch die erfahrenen Veranstalter der großen Sportereignisse. Erste Treffen mit den zuständigen Behörden zum Thema „Skispringen“ haben bereits stattgefunden. Weitere folgen, und relativ kurz vor Silvester – da steht die Qualifikation auf dem Programm – und dem Neujahrstag wird Michael Maurer zufolge „die aktuelle Lage beleuchtet und kurzfristig darauf reagiert“. Das Thema Sicherheit werde beim Skiclub Partenkirchen (SCP), der das Traditionsspringen organisiert, aber seit jeher groß geschrieben, versichert der Club-Präsident. Einlasskontrollen übernimmt eine externe Firma, die heuer Taschen sicher noch strenger unter die Lupe nimmt. Vor dem Ereignis durchkämmen Experten der Polizei das Areal mit Sprengstoff-Hunden. Sollten die Beamten zusätzliche Anforderungen haben, steht für Maurer außer Frage, auch diese zu erfüllen. „Alle müssen an einem Strang ziehen. Das ist wichtig.“ Dass dann gemeinsam alles Erdenkliche getan wird, um die mehr als 20 000 Zuschauer und Sportler zu schützen, ist für ihn selbstverständlich

So beurteilt auch Peter Fischer, Vorsitzender des SC Garmisch und Geschäftsführer des Weltcup-Organisationskomitees, die Situation. Sein neuer Sicherheitschef Alfred Holzer, der vor Kirchleitner Chef der hiesigen Polizeiinspektion war und jetzt bei der Kripo arbeitet, erstelle mit seinen Kollegen und den übrigen Behörden ein Konzept. Neben dem Einlass regeln die Veranstalter die Zufahrt aufs Gelände an der Osterfelder-Talstation neu. Dafür gibt es künftig ein fixes Zeitfenster. „Wir setzten eins zu eins um, was uns die Polizei vorgibt“, versichert Fischer. Sollte es aufgrund schärferer Kontrollen zu längeren Wartezeiten für die Besucher, zusätzlichem Personalaufwand oder Mehrkosten kommen, so nimmt er das in Kauf. Entscheidend ist die Sicherheit sämtlicher Akteure. Die hat er auch beim City-Biathlon am Sonntag, 27. Dezember, im Blick. Schon jetzt räumen aber alle Beteiligten ein, dass das Medieninteresse an der Veranstaltung in der Fußgängerzone im Vergleich zu den Großereignissen wesentlich geringer ist.

Das Thema scheint angekommen zu sein, was für Kirchleitner entscheidend ist. „Ich will keine Ängste schüren“, unterstreicht er. Mit Paris hat allerdings die neue Zeitrechnung begonnen.

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