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Garmisch-Partenkirchen: Bernreiter äußert Theorie zur Unglücksursache - Hotlines für Angehörige und Zeugen

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Von: Armin T. Linder

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Zugunglück bei Garmisch-Partenkirchen
Zugunglück bei Garmisch-Partenkirchen: Die Luftaufnahme aus einem Rettungshubschrauber zeigt die Unfallstelle. © ADAC Luftrettung/dpa

Nach dem Zugunglück in Garmisch-Partenkirchen ist die genaue Ursache zunächst noch unklar. Für Angehörige ist eine Hotline eingerichtet.

Garmisch-Partenkirchen/Berlin - Waggons kippen um, Verletzte werden aus Fenstern gezogen: Bei einem schweren Zugunglück zu Beginn der Pfingstferien in Bayern sind in Garmisch-Partenkirchen mindestens vier Menschen ums Leben gekommen. Ein Regionalexpress entgleiste in der beliebten oberbayerischen Urlaubsregion auf dem Weg von Garmisch nach München am Freitag, Waggons kippten um. 

Von den etwa 140 Menschen im Zug starben mindestens vier. Zudem gab es etwa 30 Verletzte, darunter mehrere Kinder. Einige Opfer erlitten schwerste Verletzungen und mussten notoperiert werden. Es war eines der schwersten Bahnunglücke der vergangenen Jahre in Deutschland.

Die Deutsche Bahn hat den Angehörigen ihr tiefes Mitgefühl ausgesprochen. Einsatzkräfte und Mitarbeiter der DB seien am Unfallort, teilte das Bundesunternehmen in Berlin mit.

Zugunglück bei Garmisch-Partenkirchen: Zur Ursache noch keine Aussage möglich

Über die Ursache des Unfalls am Freitagmittag könne noch keine Aussage getroffen werden, so die Bahn. Ähnlich äußerte sich ein Polizeisprecher im BR.

Laut Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) waren am Unglück weder ein zweiter Zug noch ein anderes Fahrzeug beteiligt. Im Bayerischen Rundfunk (Bayern 2, radioWelt) ergänzte Bernreiter, man müsse „davon ausgehen, dass irgendeine technische Ursache entweder am Fahrzeug oder am Gleis die Ursache“ sei. Die Strecke war nach Angaben eines Bahnsprechers mit elektronischen Stellwerken und moderner Sicherungstechnik ausgerüstet.

Mehr lesen Sie im News-Ticker zum Zugunglück bei Merkur.de sowie bei tz.de.

Zugunglück bei Garmisch-Partenkirchen: Hotlines eingerichtet

Die Deutsche Bahn hat eine Sonder-Hotline geschaltet. Diese ist unter der Rufnummer 0800 3 111 111 erreichbar.

Die Polizei hat ebenfalls eine Hotline eingerichtet. Die Rufnummer 0800 77 66 350 sei für Vermisstenanfragen von Angehörigen freigeschaltet sowie für Hinweise, die zur Aufklärung des Ereignisses dienen.

Einen Tag nach dem schweren Zugunglück in Garmisch-Partenkirchen werden immer noch Menschen vermisst. Die Polizei sprach am Samstag von einer „einstelligen Zahl“ Vermisster. Drei der vier bisher bestätigten Toten konnten den Angaben zufolge noch nicht geborgen werden. Die Rettungskräfte gehen von 40 Verletzten und drei Schwerverletzten aus. Das sagte ein Polizeisprecher an der Unfallstelle. Am Vortag war noch von etwa 15 Schwerverletzten die Rede gewesen.

Auf Luftbildern ist zu erkennen, dass der Zug mit Doppelstockwagen auf einer einspurigen langezogenen Kurve unterwegs war. Eine Weiche ist nicht zu sehen. Der Streckenabschnitt liegt erhöht auf einem Bahndamm, mehrere Waggons rutschten vom Damm in einen kleinen Bach. Die viel befahrene B2 führt genau vorbei.

Zugunglück bei Garmisch-Partenkirchen: Sperrungen bei Bahn und auf der Straße

Aufgrund des Rettungsdienst- und Polizeieinsatzes auf der Strecke ist laut DB der Streckenabschnitt zwischen Garmisch-Patenkirchen und Oberau gesperrt. Züge aus Richtung München wenden in Oberau. Aus Richtung Mittenwald wenden die Züge in Garmisch-Partenkirchen. Ersatzverkehr sei in Planung, hieß es auf Twitter. Ob der Regionalzug wegen des neuen 9-Euro-Tickets besonders voll war, war unklar.

Die nahe der Bahnlinien verlaufenden Bundesstraßen 2 und 23 wurden voll gesperrt. „Wir können den Verkehr im Moment nicht in Richtung Garmisch-Partenkirchen laufen lassen, weil die Rettungskräfte auf der Straße sind“, sagte ein Polizeisprecher. Wegen des Beginns der Pfingstferien in Bayern sei auf der Route mit langen Staus zu rechnen.

Zugunglück bei Garmisch-Partenkirchen: Waggons stürzten auf die Seite

Nach Polizeiangaben gingen gegen 12.20 Uhr erste Meldungen über das Unglück auf der Regionalbahnstrecke zwischen Garmisch-Partenkirchen und München ein. Zunächst lief die Evakuierung des Zugs. Sämtliche Einsatzkräfte von Rettungsdiensten, Polizei und Feuerwehr in der Region seien im Einsatz, sagte ein Polizeisprecher. Dieser laufe „auf Hochtouren“. Hier lesen Sie einen Augenzeugenbericht. (dpa/AFP/lin)

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