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Die Zahlen bereiten dem VR-Bank-Vorstand Freude: (v. l.) Martin Jocher, Walter Beller und Martin Sperl.

Starke Zahlen

VR-Bank steigert Bilanzsumme

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Die Zahlen der VR-Bank Werdenfels für das Jahr 2015 können sich sehen lassen. Obwohl der Gewinn im Vergleich zu 2014 zurückgegangen ist, steht das Geldhaus vergleichsweise gut da. Das Umfeld bleibt aber weiter schwierig. Bis 2020 sollen deshalb 20 Prozent der Kosten eingespart werden.

Die Stimmung ist trübe bei den meisten deutschen Banken. Fast die Hälfte der Institute rechnen laut einer Umfrage in diesem Jahr mit schlechteren Geschäften, 61 Prozent erwartet Stellenabbau im eigenen Haus. Für die VR-Bank Werdenfels trifft das alles nicht zu. Das Geldhaus hat auch 2015 die positive Entwicklung der vergangenen Jahre fortgesetzt. „Keine Selbstverständlichkeit in der Branche“, sagt VR-Bank Vorstandsvorsitzender Walter Beller. Als belastende Punkte nennt er das anhaltende Niedrigzinsumfeld, immer neue Regulierungsbelastungen, erhöhte Eigenkapitalanforderungen und steigende Investitionen in die Digitalisierung. „Alles große Herausforderungen“, sagt er. Vor allem die Null-Zins-Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) bereitet Kopfzerbrechen. „Vor einem Jahr hätte ich nicht gedacht, dass die Zinsen so weit in den Keller gehen würden“, räumt Beller ein.

Die Ergebnisse, die er im Rahmen der Bilanzpressekonferenz zusammen mit seinen Vorstandskollegen Martin Sperl und Martin Jocher präsentierte, fallen positiv aus. Die Bilanzsumme liegt bei 1,387 Milliarden Euro, 55 Millionen Euro oder 4,2 Prozent mehr als 2014. „Das sind schöne Zuwachsraten. Die positive Entwicklung wurde maßgeblich von den Steigerungen bei den Kundenkrediten und den Kundeneinlagen mitgetragen“, erklärt Beller. Sehen lassen kann sich auch der Gewinn: 1,76 Millionen Euro – 2014 waren’s allerdings noch 1,93 Millionen Euro – haben die 331 Mitarbeiter der VR-Bank im vergangenen Jahr erwirtschaftet. „Die Zahlen sind vernünftig. Es war ein gutes Jahr“, sagt Beller. Davon profitieren die Gemeinden, in denen die VR-Bank Werdenfels vertreten ist, über die Gewerbesteuer. 1,9 Millionen Euro überweist das Geldhaus. Größter Profiteur ist Garmisch-Partenkirchen, wo die Zentrale steht. „Wir gehören sicherlich zu den besten Gewerbesteuerzahlern der Marktgemeinde“, erklärt Beller.

Der Vorstandvorsitzende weiß aber auch, dass das womöglich nicht so bleiben wird. Nach Hochrechnungen geht das Institut davon aus, dass die Erträge bis 2020 um fünf Millionen Euro im Geschäftsjahr zurückgehen. Dadurch entsteht der Druck, die Kosten zu senken. „Wir haben uns bei den Einsparungen ein Ziel von mindestens 20 Prozent bis 2020 gesetzt“, teilt Beller mit. Die ersten Schritte hat die VR-Bank bereits getan und einige kleine Geschäftsstellen in SB-Filialen umgewandelt, die sie in Unterammergau, Saulgrub und Eschenlohe in Zukunft gemeinsam mit der Kreisparkasse Garmisch-Partenkirchen betreiben wird. Das Kreditinstitut baut andere Felder weiter aus. Darunter das Telefonbanking. „Wir verzeichnen pro Monat 10 000 Kontakte“, teilt Vorstandsmitglied Martin Sperl mit.

Die Belegschaft der VR-Bank Werdenfels, die zu den 25 größten Volk- und Raiffeisenbanken in Bayern gehört, ist von der Sparwelle bislang nicht betroffen. Beller schließt betriebsbedingte Kündigungen aus. Er setzt auf die Fluktuation und auf Modelle, die es älteren Arbeitnehmern erlauben, früher in Ruhestand zu gehen. In den hat sich Vorstand Ernst Birke verabschiedet. Nach über 46 Jahren schied Birke zum 1. März aus dem Vorstand aus, der jetzt nur noch aus drei Männern besteht. „Der Vorstand macht sich ebenfalls schlank“, sagt Beller.

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