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Werben in Sachen „ZAMMA“: Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer verteilt Programmhefte an (v.l.) Sabine Glowacki, Fritz Müller und dessen Ehefrau Christine.

Mehr als ein Kultursommer-Ersatz

ZAMMA startet - mit 50 Veranstaltungen an 30 Orten

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„ZAMMA“ ist anders als andere Veranstaltungen. Getragen wird das Kulturfestival Oberbayern vom inklusiven Gedanken: Jeder, ob jung, alt, mit Handicap, ohne Behinderung, Einheimischer oder Migrant soll an Musik, Theater, Tanz, Literatur, Film und vielem mehr teilhaben können.

Garmisch-Partenkirchen– Am Samstag hat Dr. Sigrid Meierhofer fast keine freie Minute. Ihr Terminplan ist eng getaktet – und das von Vormittag bis abends. Garmisch-Partenkirchens Bürgermeisterin ist eine der Hauptpersonen am Eröffnungstag des „ZAMMA-Kulturfestivals. Der Höhepunkt – neben der offiziellen Eröffnungsfeier mit einem Bühnenprogramm in der Konzertmuschel des Kurparks im Ortsteil Garmisch – stellt mit Sicherheit das Pflanzen eines Friedensbaums dar. Garmisch-Partenkirchen gehört damit zum weltweiten Netz aus 40 Friedensbäumen, die verteilt auf allen Kontinenten wachsen. Nach Berlin ist die Marktgemeinde die zweite Kommune in Deutschland, in der in Zukunft so ein Baum steht.

„ZAMMA“ ist anders als andere Veranstaltungen. Getragen wird das Kulturfestival Oberbayern, das alle zwei Jahre stattfindet, vom inklusiven Gedanken: Jeder, ob jung, alt, mit Handicap, ohne Behinderung, Einheimischer oder Migrant soll an Musik, Theater, Tanz, Literatur, Film und vielem mehr teilhaben können. „Es geht um das Miteinander aller Menschen“, sagt Ute Leitner, die zusammen mit Sandra Debus für den Markt federführend die Organisation übernommen hat. In Garmisch-Partenkirchen erwarten die Besucher von 13. bis 20. Juli mehr als 50 Veranstaltungen an 30 Orten, die von 100 Organisationen, Schulen, Firmen, Vereinen und Künstlern getragen werden. Viele davon zeigen, wie Inklusion funktioniert. Meierhofer hält „ZAMMA“ für „sehr wichtig für den Ort“ und für eine „gute Idee“. Der Markt könne zeigen, welches künstlerische Potenzial er besitzt. Und sie hofft, dass daraus Projekte entstehen, die langfristig weitergeführt werden können. „Das ist die Idee, die dahinter steht.“

ZAMMA hat Langzeitwirkung

Die Bürgermeisterin wehrt sich dagegen, dass das Kulturfestival als Ersatz für den Kultursommer gesehen wird, der durch die Insolvenz des Veranstaltungsbüros unsanft entschlafen ist und nicht wieder aufgelegt werden konnte. „Ich hätte ,ZAMMA‘ auch mit dem Kultursommer großartig gefunden. Auch wenn das völlig unterschiedliche Konzepte sind.“

Garmisch-Partenkirchen ist nur einer von vier Veranstaltern. Daneben sind noch der Bezirk Oberbayern, Bezirks- und Kreisjugendring mit im Boot. Die Finanzen teilen sich allerdings nur zwei Partner. Den größten Batzen schultert mit 150 000 Euro der Bezirk, Garmisch-Partenkirchen gibt 60 000 Euro. Meierhofer zufolge sind in dieser Summer „Sachleistungen inkludiert“. Dieser Betrag fällt indes weitaus geringer als der, den der Markt beim Kultursommer zuschoss. Zuletzt waren es 200 000 Euro.

„ZAMMA“ findet zwar nur heuer in Garmisch-Partenkirchen statt, verbreitet allerdings eine Langzeitwirkung. Sechs Jahre lang überweist der Bezirk 15 000 Euro für Folgeprojekte, die sich aus dem Festival entwickelt haben, wenn sich die Gemeinde daran mit derselben Summe beteiligt.

Vier von vielen Höhepunkten: 

Kosmos Oberbayern – die Kulturkuppel des Bezirks: Mit einer Höhe von über sieben Metern und fast 13 Metern Durchmesser ist die Kulturkuppel nicht zu übersehen. In ihrem Inneren lädt das Künstler-Duo Susanne Steinmassl und Johannes Dobroschke mit einer audio-visuellen 360-Grad-Performance zu einer Reise in den Kulturkosmos des Bezirks Oberbayern ein. 

Zukunftswerkstatt: Ideen für Garmisch-Partenkirchen „Welcher Ort wollen wir sein?“ Die Debatte über die Zukunft von Garmisch-Partenkirchen geht weiter: In der Zukunftswerkstatt sind alle eingeladen, mit Personen des öffentlichen Lebens Vorschläge und Projekte zu erarbeiten. Organisator Christian König, Mitglied der „Initiative Offene Gesellschaft“, die sich für eine starke Zivilgesellschaft einsetzt, stellt seiner Heimatgemeinde die Frage: „Wie wollen wir unsere Gesellschaft für die Herausforderungen der Zukunft aufstellen?“ 

Täglicher Mitmach-Zirkus für Helden und Clowns: „Manege frei“ für Kinder und Jugendliche: An jedem Tag der ZAMMA-Woche lädt das Zirkuszelt im Michael-Ende-Kurpark zum Mitmachen, Staunen und Lachen ein. Von Jonglieren über Akrobatik bis zur Clownerie ist alles dabei, was man von einem richtigen Zirkus kennt. 

Von Jim Knopf bis Trödelmarkt der Träume: Seinen 90. Geburtstag hätte Michael Ende in diesem Jahr gefeiert. Dem in Garmisch-Partenkirchen geborenen Schriftsteller sind einige ZAMMA-Veranstaltungen gewidmet. „Unterwegs mit Jim Knopf“ heißt es auf dem Spielplatz in der Wettersteinstraße

  

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