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Kommt am 10. Juni nach Garmisch-Partenkirchen: AfD-Chefin Frauke Petry. 

So sehen die Pläne der Gegner aus

AfD: Friedlicher Protest gegen Petry-Auftritt

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Garmisch-Partenkirchen - Die Vorbereitungen für den Besuch von AfD-Chefin Frauke Petry laufen auf Hochtouren – auf Seiten des Kreisverbands, der dazu in den Gasthof Rassen einlädt, und auf Seiten der Gegner.

Friedlich, dieses Wort fällt immer wieder, wenn Christine Doering von ihrer Demonstration spricht. Unter dem Motto „Nein zu Frauke Petry in Garmisch-Partenkirchen“ will sie ab 16.30 Uhr ein Zeichen gegen Intoleranz und Ausgrenzung setzen. Bunt und fröhlich soll ihr Protest am Freitag, 10. Juni, werden. Und dafür hat die engagierte 35-Jährige etliche Mitstreiter gefunden. „Die Reaktionen auf die Veranstaltung sind absolut positiv. Und die Hilfe, die mir angeboten wird, ist enorm.“ Drei Landtagsabgeordnete stehen bereits fest, die auf der Bühne am Kirchplatz an der Ludwigstraße zu Wort kommen: der Oberammergauer Florian Streibl (Freie Wähler) sowie Katharina Schulze (Bündnis 90/Die Grünen) und Florian Ritter (SPD), die sich seit langem gegen Rechtsextremismus stark machen. „Die Anfrage bei einem CSU-Abgeordneten läuft noch“, betont Doering.

Wer derweil schon zugesagt hat, ist die Band, die zwischen den Redebeiträgen für Unterhaltung sorgt: „Donna Trumps and the Waterboarders“. Hinter diesem Namen verbergen sich Ozzy und Jesse Thompson sowie Jens Zerle aus Garmisch-Partenkirchen, die den AfD-Gegnern einen Mix aus Rock, Country und Blues bieten werden. „Wir wollen ein Zeichen setzen“, findet Ozzy Thompson – „für ein friedliches Miteinander gegen Rassismus“. Deshalb waren sie und ihre beiden Bandkollegen auch sofort dabei, als Doering bei ihnen angefragt hat. Flagge zeigen gegen Ausgrenzung, daran liegt auch den Geretsriedern, die heuer im März bereits auf die Straße gegangen waren und gegen die AfD für eine bunte Stadt demonstriert hatten. „Etliche von ihnen haben ihre Teilnahme bei uns angekündigt“, sagt Doering.

Christine Doering setzt auf eine fröhliche und bunte Demonstration

Ein Zeichen für Toleranz setzt zudem die katholische Pfarrei Maria Himmelfahrt, auch wenn sie sich nicht am lauten Protest auf der Ludwigstraße beteiligt. „Die Kirche steht ab 16.30 Uhr offen“, kündigte Harald Helfrich (SPD) im Gemeinderat an. Bei leiser, besinnlicher Musik werde den Besuchern die Möglichkeit zur inneren Einkehr geboten. Zudem würden im Gotteshaus spirituelle Texte ausgelegt, die zum Nachdenken anregen sollen. Für Helfrich sind beide Aktionen – die vor und die in der Kirche – wichtig, um ein deutliches Signal gegen das zu setzen, „was die AfD von sich gibt. Das kann man als Christ und insbesondere als Künstler nicht gut heißen“.

Pünktlich, wenn um 17.30 Uhr der Einlass zur AfD-Veranstaltung im Gasthof Rassen beginnt, startet auch Doering ihr Programm. „Wir wollen keinen Krawall machen“, unterstreicht sie. Der Bereich zwischen Kögleck und Kirchplatz diene allein dazu, eine Position gegen Petry und ihre Aussagen einzunehmen. Bei einem Gespräch mit Vertretern der Polizei, des Landratsamtes und der Gemeinde wurden am Montag die Spielregeln für ihre Demo festgeklopft. „Das ist sehr positiv abgelaufen“, sagt Doering. Friedlich lautet ihre Devise, „wer Ärger macht, der muss gehen“. Unterstützt wird sie bei diesem Anliegen von den evangelischen Pfarrern des Marktes. „Einer will auch etwas sagen.“ Genau wie Ömer Anilir, Vorsitzender der Türkisch-Islamische Gemeinde.

Der Aktion, zu der Doering 200 bis 300 Menschen erwartet, sehen die Vertreter der AfD gelassen entgegen. „Damit hatten wir auch gerechnet“, erklärt Helmut Filser, stellvertretender Vorsitzender des Kreisverbands Oberbayern Südwest, in einer Stellungnahme. Menschen, die der Partei kritisch gegenüberstehen, „können wir nur dazu einladen, sich selbst ein Bild von Frau Petry und der AfD zu machen“, teilt der Garmisch-Partenkirchner mit. „Wir stehen zur Demokratie und respektieren auch unterschiedliche Meinungen.“ Wer den Auftritt der 41-jährigen Dresdnerin (Beginn 19 Uhr) verfolgt, hat überdies Gelegenheit, sich selbst zu Wort zu melden. Nach ihrer Rede sei sie sehr daran interessiert, mit den Besuchern – erwartet werden im Rassen bis zu 500 – ins Gespräch zu kommen, betont Germut Bielitz, der sich für die Öffentlichkeitsarbeit der AfD engagiert. „Frauke Petry begrüßt es, wenn es viele Fragen aus dem Publikum gibt, zu denen sie Stellung nehmen kann. Dies helfe wesentlich, um sich besser kennen und verstehen zu lernen.“

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