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Für den Alpenverein ein großes Ärgernis: der Speichersee im Skigebiet am Sudelfeld (hier eine Aufnahme von gestern Nachmittag).

„Symposium zum Klimaschutz

Alpenverein: Bergsportler müssen nicht alles haben

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Garmisch-Partenkirchen - Gelassenheit, Authentizität, Einfachheit – der Alpenverein predigt den Verzicht. Der Bergsportler müsse nicht alles haben, so die einhellige Meinung auf einem Symposium zum Klimaschutz.

"Machen wir uns nichts vor", sagt Thomas Bucher, Sprecher des Deutschen Alpenvereins: „90 Prozent der Bergsportler fahren mit dem Auto in die Berge.“ Und weil er gerade dabei war, zählte er noch weitere gern in Kauf genommene kleine Sünden der Bergfreunde auf: dass man bei Schneemangel halt mal schnell zwei Tage in die Schweiz fahre, anstatt sich anzupassen und in der heimischen Bergwelt ohne Skier sein Glück zu suchen; dass man auf jeder Hütte Dusche und Wlan erwarte. Und womöglich noch eine Standardbreite für Wanderwege verlange.

Stopp, es reicht, hieß es übereinstimmend beim Klimaschutzsymposium des Alpenvereins am Freitag in Garmisch-Partenkirchen. 150 Experten diskutierten in Fachforen über Themen wie Alpentourismus im Wandel und die Infrastruktur beim Bergsport. Das Symposium endete am Samstag mit Exkursionen.

Scharf: "Die Alpen sind unter Druck"

Dass der Klimawandel rasant voranschreite, wurde ihnen einmal mehr von Bayerns Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU) bestätigt. „Die Alpen sind unter Druck“, sagte Scharf – in den vergangenen 100 Jahren seien die Temperaturen hier um knapp zwei Grad gestiegen. Der Alpenverein verfolgt zwei Strategien: Er macht Front gegen den Ausbau der Berghänge; und er versucht zweitens seine Mitglieder zu sensibilisieren. Da fielen Begriffe wie Gelassenheit oder Flexibilität. „Einfachheit ist sexy“, fasst Alpenvereins-Sprecher Bucher das zusammen. Der Bergfreunde hätten auch eine Vorbildfunktion. Das heiße konkret zum Beispiel, dass man die stillschweigend akzeptierte Mobilitätsformen in Frage stellen müsse, sagt Bucher. Wanderer könnten Fahrgemeinschaften bilden oder mit der Bahn fahren. Dass man in einem kleinen Dorf ohne Bahnanschluss wohne, sei keine Ausrede. „Dann fährt man halt zum nächsten Bahnhof.“ Wie man mit gutem Beispiel vorangehen könnte, signalisierte die Garmisch-Partenkirchner Bürgermeisterin Sigrid Meierhofer (SPD), die ein Grußwort sprach: Sie hat den Dienstwagen abgeschafft und erledigt längere Dienstfahrten mit der Bahn.

Wanderwege sollen nicht zu Autobahnen werden

Ein Forum widmete sich dem Wege- und Hüttenbau. Für den Alpenverein ist klar, dass „die Wege einfach“ bleiben und nicht „zur Autobahn“ werden dürften. Es gebe keine Standardbreite, sagt Bucher. Vor allem im Umfeld von Bergbahnen bestehe die Gefahr, dass die Wege „massentauglich ausgebaut“ würden. Ob nun am Brauneck, bei Oberstdorf oder in der Garmisch-Partenkirchner Region, überall drohe diese Gefahr. Von den Bergsportlern fordert der Alpenverein einen Bewusstseinswandel und eine „Anpassungsstrategie“. Wenn der Schnee daheim nicht reiche, wichen viele Bergfreunde gerne zum Beispiel in die Schweiz aus, anstatt umzudenken.

Eher am Rande standen gestern die harten Auseinandersetzungen um die Ausbauprojekte. Der ehemalige Vizepräsident Ludwig Wucherpfennig erinnerte an die Klage gegen die Schneekanonen am Sudelfeld bei Bayrischzell. Auch wenn der Alpenverein die Klage verloren habe, so sei sie dennoch als politisches Signal richtig gewesen.

Auch beim umstrittenen Ausbau des Riedberger Horns im Oberallgäu mit einer Ski-Schaukel genannten Liftanlage, um zwei Skigebiete zu verbinden, hat der Alpenverein eine klare Haltung: Er ist dagegen, weil die neue Anlage durch ein Alpenschutzgebiet führen würde. Nun warte man, wie die CSU-Regierung entscheide. Eine neuerliche Klage scheint nicht ausgeschlossen.

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