Der Auftakt: Die Ziegen kommen am Samstag als Erstes in Mittenwald zurück – wie anno 1953 mit Klaus und Anton Zwerger.

Den Auftakt macht der Abtrieb der Ziegen

Startschuss für die Bauernwochen

Isartal - Rinder, Ziegen, Schafe – sie sind bald wieder los: Die Bauernwochen samt Almabtrieben in der Alpenwelt Karwendel starten am Samstag, 3. September.

Hunderte Tiere werden Jahr für Jahr zurück ins Tal gebracht. Dorthin, wo die zahlreichen Zuschauer schon den Wegesrand säumen, um die Tiere in Empfang zu nehmen. Es ist wie ein roter Teppich für die Vierbeiner. Auch für die Hirten und Besitzer der Tiere sind das besondere Tage, obwohl sie das Prozedere schon kennen. Es ist Routine und doch immer aufs Neue ein kleiner Nervenkitzel.

„Für uns Bauern ist es ein besonderer Festtag, wenn alles gut gegangen ist“, beschreibt Alois Kramer als Vorsitzender der Krüner Weidegenossenschaft den traditionellen Almabtrieb. Rund 170 Kühe und Kälber halten er und sieben weitere Milchbauern aus der Gemeinde. Davon stehen 130 auf den Almen, die restlichen 40 werden täglich vom Stall auf die Heimweide und zurück getrieben. „Wir sind vermutlich einer der letzten Orte in Bayern, wo ein Hirte täglich ein- und austreibt.“ Die sogenannten „Ausgehkühe“, sagt Kramer, „bilden ebenso wie die Kalbinnen von der Krüner Alm beim Festzug am 17. September eine eigene Gruppe“. In Krün werden die Tiere übrigens „aufgekranzt“ und in Mittenwald „aufgeputzt“. In ersterer Gemeinde darf jeder Bauer schmücken, bei dem das Vieh heil durch den Sommer gekommen ist. In Mittenwald dagegen wird nur geschmückt, wenn alle Tiere gesund ins Tal kommen. Die Erklärung liefert Peter Reindl als Chef der Mittenwalder Weidegenossenschaft. „Wenn wir etwa durch Blitzschlag oder einen Absturz eine Kuh verlieren, ist es bei uns Tradition, dass wir aus Respekt vor unseren Tieren auf das Aufputzen verzichten.“

Den kunstvollen Kopfschmuck für die Tiere in Krün fertigt seit zehn Jahren Annelies Kriner. „Damit alles frisch ist, suche ich zwei bis drei Tage vorher in der Natur die passenden Zweige, Beeren und Blumen“, erklärt sie. „Daraus stecke und binde ich den Kopfschmuck.“ Fertig ist alles nach ungefähr drei Tagen. Der Kopfschmuck wiegt in etwa fünf Kilo.

Während der Bauernwochen werden aber nicht nur die Tiere mit ihren Glockerln zu hören und zu sehen sein – auch Goaßlschnalzer, Alphornbläser, Schuhplattler und bayerische Blasmusik. In den Zelten und an diversen Ständen warten regionale Spezialitäten auf die Besucher. Auf dem Mittenwalder Kramermarkt und den Bauernmärkten in Krün und Wallgau gibt’s alpenländisches Kunsthandwerk und bäuerliche Handarbeit. In diesen besonderen Wochen ist eben für Jedermann etwas geboten.

Weitere Informationen

gibt es in einem Programmheft, das in den Tourist-Informationen der Alpenwelt Karwendel aufliegt, und im Internet unter www.alpenwelt-karwendel.de/bauernwochen.de.

Wolfgang Kunz

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