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Ausgezeichnet für prächtigen Bartwuchs: (vorne v. l.) die Schnauzer Jan Bischoff von der Höh, Blasi Schmid und Hans Hübler, (hinten v. l.) die Vollbärte Martin Grasegger, Alex Luttenbacher, Berni Hamm und Vorsitzender Walter Bauhofer.

Wie ein Bart zu einem guten Bart wird

Kleine Tricks gehören dazu

Oberau - Bei der Bart-Prämierung in Oberau verraten die Sieger, wie ein Bart zu einem guten Bart wird.

Der Bart. Einst symbolisierte er die Manneskraft. Na ja. Doch wenigstens eine Manneszier soll er auch heute noch sein. So sehen das vermutlich auch jene 42 Herren, die aus dem ganzen Landkreis und bis aus München angereist waren, um sich in der bis auf den letzten Platz gefüllten „Oberauer Alm“ der 38. Prämierung des 1978 gegründeten und 60 Mitglieder zählenden Bartvereins Oberau zu stellen.

Und schon zum Auftakt kündigte Walter Bauhofer, seit 30 Jahren Vorsitzender der Organisation, Großes an: „In zwei Jahren feiern wir unser 40-jähriges Bestehen, denn es lohnt sich wirklich, schöne Bärte als Kulturgut in aller Welt zu pflegen“. Die Oberauer haben sich übrigens im Gegensatz zu anderen Bartvereinen, die auch künstlerisch kreierte Freistil-Bärte à la Dali oder Kaiser Franz Josef in ihrem Wettbewerb würdigen, nur den zwei klassischen Disziplinen verschrieben: Schnauzer und Vollbart. „Und dabei bleibt’s auch, denn wir sind auf dem Boden geblieben“, sagt Bauhofer.

24 Vollbart- und 18 Schnauzer-Träger traten der Reihe nach vor die fünf Juroren Rudolf Wackerle, Bernhard Bartl, Sepp Dengg, Florian Rückborn und Wolfgang Lederer. Jeder wurde von einer hellen Lampe grell beleuchtet und durfte den Kopf mit seiner haarigen Trophäe mal links, dann rechts wenden, ihn senken oder heben. Denn schließlich galt es ja, drei Merkmale zu beurteilen: Allgemeiner Eindruck, sprich: passt der Bart überhaupt zu dem Mann, gepflegter Eindruck, also Länge und Schnitt des Objekts und schließlich der Bartwuchs: Ist er dicht gewachsen, sind lichte Stellen drin oder gar Löcher?

Kleine Tricks für den perfekten Gesichtsschmuck haben die Männer übrigens alle. Hans Hübler, der bei den Schnauzern nach Blasi Schmid Zweiter wurde, verrät seinen: „Zum Wettbewerb wird der Schnauzbart mit einem Festiger stabilisiert.“ Peter Egner spricht gar von Honig, der hilfreich sein könne, und Dietmar Müller lässt seinen üppigen Vollbart alle fünf Wochen vom Friseur bearbeiten und wäscht ihn ohnehin alltäglich unter der Dusche. „Weil ich Nikolaus machen musste, hab’ ich ihn Anfang Dezember übrigens auch noch weiß färben müssen, anschließend aber wieder seine natürliche Farbe gegeben.“

Solche Plagen hat Alex Luttenbacher, Sieger bei den Vollbärten, nicht: „Es genügt, wenn er regelmäßig gewaschen und gekämmt wird“. Nicht mehr alle halten sich übrigens an eine Vorgabe, die noch 1978 im Gründungsprotokoll vorgeschrieben war: Weil der Verein an Allerheiligen ins Leben gerufen wurde, hatte man den Mitgliedern aufgegeben, jedes Jahr ab Allerheiligen den Bart bis zur Prämierung am Aschermittwoch stehen zu lassen und den Rasierapparat in den Schrank zu verbannen. „Ich halte mich schon daran“, erklärt Florian Stecher mit fester Stimme. „Doch nicht mehr alle tun das heute.“ Wolfgang Kaiser

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