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Das Traumpärchen: Die beiden Staffel-Weltmeister Franziska Preuß und Andreas Birnbacher (r.) liegen von Beginn an in Führung und holen sich mit deutlichem Vorsprung den Sieg.

Weit mehr als 10.000 Besucher verfolgen das Rennen

20. City-Sprint: Das ist das neue Biathlon-Traumpaar

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Garmisch-Partenkirchen - Was für ein packendes Rennen: Shootingstar Franziska Preuß verteidigt ihren Titel an der Seite von Andreas Birnbacher. Eine Favoritin fehlte aber.

Das mit dem Händchenhalten müssen Franziska Preuß und Andreas Birnbacher noch üben. Birnbacher, 34, aus dem Chiemgau und Mixed-Weltmeister, wollte seine Gold-Franzi ja nur auf die Schlussrunde mitnehmen – auf die Triumphrunde. Wie sich’s gehört. Für gewöhnlich laufen die zwei Gewinner des City-Biathlons auf den letzten Metern gemeinsam die Fußgängerzone rauf und runter. Hand in Hand. Birnbacher streckte seine also im Zielbereich aus und griff sich Preuß, die Staffel-Weltmeisterin, so als ob er sagen wollte: „Komm mit.“ Die 21-Jährige lachte aber zunächst nur verlegen – und blieb stehen. Erst danach merkte sie, was ihr Partner vorhatte und spurtete hinterher. Als das Duo wenig später über die Ziellinie glitt, klappte es auch mit Händchenhalten. Die zwei rissen sogar die Arme hoch. Preuß und Birnbacher – das Traumpärchen der Geburtstagsveranstaltung.

Bereits im Vorjahr hatte die Wasserburgerin beim City-Sprint triumphiert. Allerdings mit anderem Partner. Damals lief und schoss sie an der Seite von Simon Schempp. Doch der deutsche Vorzeigeathlet wollte diesmal nicht. Anders gesagt: Er wollte lieber Auf Schalke laufen, in der Arena. Das Konkurrenzprodukt zum Garmisch-Partenkirchner Rennen. „Ein Gegner im positiven Sinne“, betont Peter Fischer, Organisator und Vorsitzender des Skiclubs Garmisch. Verständlich. Die Veranstalter in Gelsenkirchen locken mit attraktiven Startgeldern. „Da kriegen die Biathleten ein anderes Honorar als bei uns“, sagt Fischer. Die Marktgemeinde bestach dagegen mit Flair. So viele Zuschauer wie noch nie kamen. Weit mehr als 10 000 schätzt Fischer. „Und das, obwohl die Geschäfte zu hatten.“

Schaut trotz Erkältung vorbei: Laura Dahlmeier. SCG-Chef Peter Fischer überreicht ihr einen Blumenstrauß zum Trost.

Damit punktete der Ort gerade bei Birnbacher. „Ich habe selten so ein cooles Event gesehen“, lobt der Routinier. Seine Partnerin ergänzt: „Wir haben so einen Spaß auf der Strecke, da ist es nicht wichtig, wer gewinnt.“ Am Ende waren’s die Favoriten, die sich mit deutlichem Vorsprung vor den italienischen Weltcupläufern Karin Oberhofer und Dominik Windisch durchsetzten. Preuß hatte eine einfache Erklärung für den Start-Ziel-Sieg. „Ich habe Glück gehabt mit meinem Partner. Und das jetzt schon zum zweiten Mal.“

Etwa die Hälfte des Rennens lieferten sich die Gewinner einen Zweikampf mit dem Duo Matthias Bischl/Nadine Horchler. In der sechsten Runde (von acht) patzten die zwei aus der Trainingsgruppe von Bernhard Kröll aber am Schießstand, ließen zusammen vier Scheiben stehen. Ihre Gegner räumten alle ab. Die Entscheidung.

City-Biathlon in Garmisch-Partenkirchen: Die Bilder

Horchler hätte eigentlich gar nicht starten sollen. Stattdessen hatte Fischer mit Laura Dahlmeier – der Lokalheldin – geplant. Doch die kam erst 30 Minuten vor dem Start an die Strecke – ohne Rennanzug. Eine Erkältung hatte sie wieder erwischt. Am Abend zuvor hatte es mit Halsschmerzen angefangen. Sonntagmorgen entschied sie, nicht mitzulaufen. Immerhin drehte Dahlmeier eine Ehrenrunde. „Mir geht’s einfach nicht so gut“, erklärt die Garmisch-Partenkirchnerin. Also pausiert sie lieber wieder. Ihre fünfte (kleine) Auszeit in dieser Saison. Selbstverständlich sagte Dahlmeier auch den Start Auf Schalke ab. „Ich möchte nichts riskieren. Ruhpolding ist jetzt das große Ziel“, betont die 22-Jährige. In zwei Wochen geht die Saison dort für die Biathlon-Elite weiter.

Selbstvertrauen dafür hat Miriam Gössner getankt, obwohl sie mit Johannes Kühn auf dem letzten Platz landete. Gerade die Schießleistung macht aber Mut. Bei keiner ihren acht Fünfer-Serien verfehlte sie mehr als einmal das Ziel. „So gut habe ich hier noch nie geschossen. Normal liegen mir diese Show-Rennen nicht.“ Im Gegensatz zum Weltcup feuern die Biathleten beim City-Sprint viel schneller. „Es ist alles hektischer“, sagt Gössner und ergänzt: „Ich bin aber sehr zufrieden.“

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