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Mitarbeiter des Prozentmarkts bauen in Unterkunft für junge unbegleitete Flüchtlinge in der Blumenstraße Möbel auf.

So sieht's auf der Baustelle aus

Letzter Schliff für das neue Jugendhaus

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Garmisch-Partenkirchen - Leere im Jugendhaus im Patton-Hotel, reges Treiben dagegen im Haus St. Josef: Das frühere Priesterheim ist das neue Zuhause von unbegleiteten jugendlichen Flüchtlingen. Noch geben sich dort die Handwerker die Klinke in die Hand. Ein Besuch auf der Baustelle.

Der Geruch von frischer Farbe frisst sich in die Nase. Gleich hinter der Eingangstür streicht ein Maler die Wände des Treppengangs. Stufe um Stufe macht er Fortschritte, obwohl er laufend gestört wird. Ein „Packesel“ nach dem anderen drückt sich an ihm vorbei, um Mobiliar in die Räume zu schleppen. Dann wirbelt wieder ein anderer Helfer mit Plänen durch den Flur. Es herrscht Wusel-Alarm im Haus St. Josef. Anders als in Zeiten, in denen sich dort Priester, Diakone und Ordensleute erholt haben. Die Uhr tickt. Keine Zeit für Ruhe und Verschnaufpausen, denn am 19. April soll die neue Einrichtung der stationären Jugendhilfe für minderjährig, unbegleitete Flüchtlinge feierlich eingeweiht werden.

„Das ist alles mehr als auf Kante genäht“, sagt Birgit Weiß, Leiterin des Jugendhauses. Das Südhaus mit Erd-und Obergeschoss, in dem die sozialpädagogische Gruppe mit zwölf Jugendlichen untergebracht wird, ist fertig. Zehn davon wohnen bereits in ihren Zimmern, die ersten Namensschilder kleben an den Türen. Ingesamt sind bisher 18 junge Flüchtlinge eingezogen. Platz bietet die Immobilie für 30 in drei Wohngruppen – zwei heil- und eine sozialpädagogische, vier Plätze für betreutes Einzelwohnen sowie ein Platz für Inobhutnahme. 22 Mitarbeiter der Caritas kümmern sich um die Betroffenen, die ihre Heimat Somalia, Eritrea, Syrien oder Afghanistan verlassen mussten. Aber nicht nur um sie. Die Einrichtung steht auch für Jugendliche aus dem Landkreis offen.

Bis alle eingezogen sind, laufen die Arbeiten im Nordteil des Gebäudes an der Garmisch-Partenkirchner Blumenstraße noch auf Hochtouren. Auf dem hellgrünen neuen Boden stehen Kübel, Schrubber und Besen. Putzutensilien, die ständig zum Einsatz kommen. Zum Beispiel im großen Gemeinschaftsraum mit in weinrot gehaltener Küche – und Kühlschrank mit einzelnen Schließfächern darin. „Die haben sich immer ums Essen gestritten“, erzählt Weiß, die auch im Jugendhaus im Patton-Hotel, die Leitung inne hatte.

Jugendliche dankbar für schöne Unterkunft

Während die Einrichtung in dem lichtdurchfluteten Raum bis auf eine Couch noch karg ausfällt, sieht das ein paar Meter – im „3D-Puzzle“, wie sie es bezeichnet, ganz anders aus. Der Mehrzweckraum ist vollgepfropft mit Tischen, Schränken und Stühlen. Die reinste Abstellkammer. „Wir lagern dort die Möbel aus dem Nordhaus“, sagt Weiß. Solange bis die Prozentmarkt-Mitarbeiter diese wieder in die Zimmer mit 12 oder 14 Quadratmetern verfrachten können. „Wir mussten die Bäder rausmachen“, erklärt Weiß, „weil die Räume sonst zu klein gewesen wären.“ So lauten die Vorschriften. Deshalb gibt’s im Gang ein Gemeinschaftsbad für die 16- bis 21-Jährigen. Um ihre Kleidung zu reinigen, dafür müssen sie hingegen in den Keller mit Waschküche. Dort befinden sich auch die Büros für die Psychologen sowie die alte Großküche des Priesterheims, der künftige Werkraum. Wie es dort einmal aussehen soll, lässt sich derzeit nur erahnen. Kein Boden, keine Möbel, nur Staub und Dreck. „Das ist alles noch Rohbau“, sagt Angela Preißer, Psychologin der heilpädagogischen Gruppen und stellvertretende Leiterin.

Die Strapazen und den Stress der vergangenen Wochen – der Vertrag im Patton-Hotel lief bis 31. März – nehmen Weiß und Co. aber gerne auf sich. Sie wissen, dass sie mit den jungen Flüchtlingen in eine Filet-Immobilie ziehen können. Rund 3500 Quadratmeter in ruhiger, guter Wohngegend. Die Pater-Rupert-Mayer-Stiftung hatte das Haus vom Verein Klerushilfe gekauft und vermietet es nun für 15 Jahre an den Caritas-Kreisverband. „Das ist ein Traumgrundstück“, betont Weiß. Kreisgeschäftsführer Alexander Huhn kann ihr nur beipflichten. „Es ist ein Glücksfall, so eine Immobilie in Garmisch-Partenkirchen zu finden.“

Dementsprechend zauberte es den ersten Bewohnern auch ein großes Leuchten in die Augen, als sie zum ersten Mal ihr neues Zuhause mit dem großen Garten betraten. „Die waren so begeistert“, erzählt Preißer. Und dankbar. Deshalb wollen sie sich auch benehmen, um es sich mit den anliegenden Anwohnern nicht zu verscherzen. Gute Vorsätze für eine friedliche Nachbarschaft.

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