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Vielfalt an den Nischen: die Urnenwand auf dem Friedhof Garmisch.

Nur einheitliche Blumenvasen und Kerzenhalter erlaubt

Individueller Schmuck an Urnenwänden verboten

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Garmisch-Partenkirchen - Die Friedhofsverwaltung greift durch: Entspricht der Schmuck an den Urnenwänden auf den Friedhöfen Garmisch und Partenkirchen nicht den Vorschriften, muss er weg. 

Blumen schmücken die Urnenwand auf dem Garmischer Friedhof, oder es brennen Kerzen. Über manchen Tafeln, auf denen die Namen der Verstorbenen stehen, hängen Kränze. Das meiste von dem, was schön aussieht und mit dem die Hinterbliebenen ihre Verbundenheit zu ihren toten Eltern, Großeltern oder Verwandten und Freunden zum Ausdruck bringen wollen, ist in großen Teilen nicht gestattet. Darauf weist seit einiger Zeit ein Schreiben der Friedhofsverwaltung hin, das mit zwei Klebestreifen an der Wand angebracht ist.

Das hat auch Elisabeth Kornack gelesen. Dass sie das Urnengrab, in dem ihre Eltern bestattet sind, nicht nach ihren Wünschen gestalten darf, will ihr nicht in den Kopf. „Jeder trauert doch anders“, sagt die Farchanterin. „Manche bringen ihren Verstorbenen Blumen wie Vergissmeinnicht oder andere kleine Erinnerungsstücke.“ Weil Kornack nun länger in den Urlaub fährt, hat sie die Familientafel wie gefordert freigeräumt. „Nicht, dass plötzlich alles verschwunden ist.“

"Jeder ist verärgert"

Ihre Befürchtung ist berechtigt. Das Friedhofspersonal ist laut Aushang angewiesen, „unberechtigt angebrachte Gegenstände entschädigungslos zu entfernen“. Nicht nur Kornack quittiert das Vorgehen der Friedhofsverwaltung mit einem Kopfschütteln. Auf dem Friedhof, sagt sie, komme sie immer wieder mal mit anderen Besuchern zu dem Thema ins Gespräch. „Jeder ist verärgert“, lautet ihr Fazit.

Bei der Gemeinde beruft man sich auf die Friedhofssatzung. „Die ist in dieser Hinsicht eindeutig“, erklärt Rathaus-Sprecher Florian Nöbauer. „Individuelles Schmücken ist nicht zulässig.“ Die Gemeinde habe sich zum Handeln gezwungen gesehen, „weil sich viele nicht daran gehalten haben“. Nöbauer zufolge sind bei der Gemeinde häufiger Beschwerden eingegangen, weil zum Beispiel Wachs von laienhaft angebrachten Kerzen auf darunterliegende Urnengräber getropft war. „Das geht gar nicht.“

Schmucklos müssen die Urnenplatten in Zukunft aber nicht bleiben. Das stellt Nöbauer klar. Die Gemeinde will dem Wunsch der Trauernden Rechnung tragen, die gerne Blumen an die Nische bringen oder eine Kerze anzünden möchten. Alles müsse allerdings einheitlich sein, andere Gräber dürften nicht beeinträchtigt werden, stellt der Rathaus-Sprecher klar. Das Anbringen von Kerzenhaltern und Blumenvasen, die es bei Steinmetzen gibt, hat zudem durch Fachpersonal zu erfolgen. Vorschriften, die Elisabeth Kornack nicht nachvollziehen kann. „Warum muss alles immer uniform sein?“, fragt sie.

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