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Chef von GaPa-Tourismus: Peter Nagel.

Tourismuschef wurde im Finanzausschuss in die Mangel genommen

GaPa-Tourismus: Zeit für neue Rechtsform

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Garmisch-Partenkirchen - Der Garmisch-Partenkirchner Finanzausschuss berät in dieser Woche in drei Mammutsitzungen über den Verwaltungshaushalt der Gemeinde für 2017. Wie jedes Jahr besonders im Fokus steht dabei GaPa-Tourismus. Dabei wurde einmal mehr deutlich: Es wird Zeit, dass man das Amt 80 aus der Verwaltung herausgelöst.

Uwe Gaber war nach kaummehr als zehn Minuten wieder entlassen. So gut wie keine Frage musste der Rechtsrat der Gemeinde Garmisch-Partenkirchen zu den Ausgaben beantworten, die sein Amt gedenkt im kommenden Jahr zu tätigen. Mehr als zweieinhalb Stunden hingegen nahmen die Mitglieder des Finanzausschusses und die Kämmerei im Rahmen der Beratungen für den Verwaltungshaushalt 2017 Peter Nagel inquisitorisch in die Mangel. Der Chef von GaPa-Tourismus musste erklären, kommentieren – und sich und sein Amt 80 verteidigen. Er sprach von „Visionen“, während Willi Jettenberger, der stellvertretende Leiter der Kämmerei, nur die nackten Zahlen betrachtet. Die Stimmung, die herrschte, empfand Grünen-Gemeinderat Dr. Stefan Thiel als „Misstrauen. Mich würde interessieren, auf was das fußt“. Christoph Maier, der neue Chef der Finanzverwaltung und Nachfolger von Therese Kollmannsberger, nannte es „sachliches Misstrauen“, weil die Einnahmen und Ausgaben von GaPa-Tourismus um fast 800 000 Euro differieren.

Vier Millionen Euro für die Gemeindekasse

Fast jeder Posten wurde zerpflückt und manchmal um ein paar hundert Euro gerungen. Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) schraubte einige Male die Ausgaben nach unten oder die Einnahmen nach oben – nach ihrem Gusto. Manchmal fühlte man sich wie auf einem orientalischen Basar, wo gefeilscht wird auf Teufel komm raus. Meierhofer hatte vor zwei Wochen ein Gespräch mit Nagel in ihrem Büro geführt, weil sie seine Ansätze in einigen Haushaltstellen für zu niedrig einschätzt. Die Folge: Der Tourismus-Chef meldete Geld nach – mehr als eine halbe Million Euro. Der Grund für die Hartnäckigkeit der Rathaus-Chefin: „Wie sollen wir einen genehmigungsfähigen Haushalt hinkriegen, wenn wir nichts vom Verwaltungshaushalt in den Vermögenshaushalt bekommen? Wir werden Kredite aufnehmen müssen, wenn wir alle unsere Vorhaben umsetzen wollen.“

2016 spült das Amt 80 wahrscheinlich mit Kurtaxe und Fremdenverkehrbeitrag fast vier Millionen Euro in die Gemeindekasse. Weitere Einnahmen durch Marketing oder die BMW-Motorrad-Days lassen sich nur schwer zu beziffern, denn sie kommen nicht GaPa-Tourismus zugute. Wertschöpfer sind Hotellerie und Gastronomie. Dem stehen Ausgaben von rund 5,5 Millionen Euro gegenüber – inklusive Personalkosten.

Maulkorb für Tourismuschef Nagel

Die Beratungen machten deutlich, dass es Zeit wird, dass GaPa-Tourismus endlich eine neue Rechtsform erhält. „Wir brauchen diese Änderung“, sagte CSB-Fraktionschef Florian Hilleprandt. Bis die kommt, wird noch viel Wasser die Loisach hinabfließen. Es gibt zwar zwei Gutachten, die im Gemeinderat allerdings nicht abschließend behandelt werden konnten, weil Meierhofer diesen Punkt in der Sitzung am 26. Oktober von der Tagungsordnung nahm. Sie hat jetzt die Verwaltung beauftragt, die Kostenstellen, die GaPa-Tourismus betreffen, auseinanderzudividieren, um einen genauen Überblick zu erhalten. Ein Procedere, das man schon zu Beginn des Prozesses hätte in Angriff können, dann besäße man heute Klarheit. Ob GaPa-Tourismus in Zukunft als Eigenbetrieb oder Kommunalunternehmen firmiert oder dem Rathaus zugeordnet bleibt – seine Sicht der Dinge darf Nagel den Medien nicht mitteilen. Interviewwünsche muss er ablehnen. Meierhofer hat ihm quasi einen Maulkorb angelegt. Ihre Begründung: „Ich will nicht, dass zu diesem Zeitpunkt schon Vorentscheidungen von Gemeinderäten getroffen werden.“

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