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Platz des Anstoßes: Das Kunstrasen-Spielfeld des 1. FC Garmisch-Partenkirchen erhitzt seit Langem die Gemüter.

Gemeinderat diskutiert hitzig über Zuschuss 

1. FC bekommt 30.000 Euro für Kunstrasenplatz

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Garmisch-Partenkirchen - Der 1. FC Garmisch-Partenkirchen erhält weitere 30 000 Euro für seinen Kunstrasenplatz. Hitzig und kontrovers hat der Gemeinderat über diesen Zuschuss diskutiert. 

Sprach sich deutlich gegen den Zuschuss aus: Dr. Stephan Thiel. 

Als besonnen und hochintelligent gilt Dr. Stephan Thiel, der für Bündnis 90/Die Grünen im Garmisch-Partenkirchner Gemeinderat sitzt und der im Zivilberuf als Physiker am Institut für Meteorologie und Klimaforschung tätig ist. Es muss schon viel passieren, damit der 50-Jährige aus der Haut fährt. In der Sitzung der Gemeinderats ist es nun passiert. Thiel redete sich – eloquent und bestens vorbereitet – mit hochrotem Kopf in Rage. Der Auslöser: Der Antrag des 1. FC Garmisch-Partenkirchen auf Erhöhung des Baukostenzuschusses für den Kunstrasenplatz am Gröben. Dem Kompromiss – 30 000 Euro Zuschuss –, den der Ältestenrat der Marktgemeinde, dem Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD), ihr Stellvertreter Wolfgang Bauer (CSU) sowie die Fraktionsvorsitzenden Elisabeth Koch (CSU), Robert Allmann (SPD), Florian Hilleprandt (CSB), Florian Möckl (Freie Wähler), Andreas Grasegger (Bayernpartei) und Thiel angehören, zusammen mit FC-Chef Siegfried Riesch und Finanzvorstand Arne Albl erarbeitet hatte, wollte er nicht zustimmen. „Wir setzen ein falsches Signal, wenn wir einem Verein einen Zuschuss ohne Rückzahlungspflicht gewähren – also zusätzlich Geld schenken –, der selbstverschuldet in diese finanzielle Notlage geraten ist. Er wird quasi für seinen Fehler belohnt“, sagte Thiel. Der Gemeinderat schaffe einen Präzedenzfall, der Tür und Tor für eine Wiederholung durch andere Vertragspartner öffne.

Thiel schwang auch die moralische Keule. Der Haushalt 2016 und auch schon der Etat 2015 „sind gespickt mit Einsparungen, die den Betroffenen richtig weh getan haben oder noch richtig weh tun“. Er nannte die Erhöhung der Kindergartenbeiträge oder Einsparung bei „Musik im Park“. Im Finanzausschuss habe man teilweise um Beträge unterhalb von 500 Euro erbittert gefeilscht. „Und jetzt haben wir plötzlich 30 000 Euro zu verschenken.“

Jetzt steht Thiel nicht im Verdacht, mit Sport nichts am Hut zu haben. Er pfiff viele Jahre als Schiedsrichter Fußballspiele und war beim TSV Farchant in der Jugendarbeit tätig. Das Auftreten des 1. FC in dieser Angelegenheit missfällt ihm einfach zutiefst. „Misstrauisch haben mich vor allem die Äußerungen des Finanzvorstands gemacht“, erklärt Thiel. Der habe am Ende der Ältestenratssitzung mitgeteilt, dass er mit der Forderung auf 50 000 Euro in die Verhandlungen gegangen sei, um mit 30 000 Euro rauszukommen. „Dies bestärkt mich in der Auffassung, dass hier eine Überprüfung der Bücher des FC angebracht wäre“, meint der Kommunalpolitiker. Meierhofer bestätigte, dass der Kassenbericht des 1. FC „für 2015 nicht vorliegt“.

Mit seinen „Bauchschmerzen“ stand Thiel fast allein. Die Mehrheit des Gemeinderats fühlte sich an den Beschluss des Ältestenrats, der eigentlich gar nichts beschließen kann, gebunden. Claus Gefrörer (CSU) forderte Thiel auf, „sachlich“ zu bleiben. „Wir hatten einen Deal gemacht. An den sollten wir uns halten, sonst machen wir uns unglaubwürdig.“ Ihrem Parteikollegen stimmt Fraktionschefin Elisabeth Koch zu: Wir haben an einem Tisch gesessen und etwas versprochen – daran halte ich mich.“

Das taten auch die meisten anderen Gemeinderäte, die dem Antrag mit 22:8 zustimmten. 30 000 erhält der 1. FC. Zugleich gibt’s in Zukunft keine Unterstützung für notwendige Investitionen und Instandhaltungen. Dafür muss der Verein selbst aufkommen.

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