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Für den Kunstrasenplatz am Gröben hofft der 1. FC Garmisch-Partenkirchen auf Geld von der Gemeinde.

Streit um Kunstrasenplatz am Gröben

1. FC bemüht sich um Deeskalation

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Garmisch-Partenkirchen - Der Ton macht die Musik, das wissen nun auch die Verantwortlichen des 1. FC Garmisch-Partenkirchen. Für ihre 40 000-Euro-Forderung, um die Deckungslücke im Kunstrasenplatz am Gröben zu schließen, hatten sie  viel Kritik geerntet. Jetzt hat sich Präsident Siegfried Riesch entschuldigt.

Deeskalation war angesagt, als Siegfried Riesch am Mittwochabend im Gemeinderat das Wort ergriff. Der Präsident des 1. FC Garmisch-Partenkirchen räumte ein, dass sein erster Auftritt im Rathaus, bei dem er gleich seine Gewerbesteuer-Zahlungen in sechsstelliger Höhe ins Spiel gebracht hatte, und auch die Aktionen danach nicht unbedingt förderlich waren, um für das Anliegen des Vereins gut Wetter zu machen. „Nach der etwas überhitzten Debatte sind die Wellen hoch geschlagen“, bedauerte Riesch.

Hintergrund seines Vorstoßes bei der Gemeinde: Der Bau des Kunstrasenplatzes am Gröben ist teurer geworden und der Fußballklub steht jetzt vor einer Finanzierungslücke in Höhe von 50 000 Euro (wir berichteten). Laut Vertrag muss der 1. FC diese stemmen, der Markt hat die vereinbarten 402 311 Euro längst gezahlt. Nachdem der Verein allerdings keine Reserven hat und gar fürchtet, sein Engagement im Jugendbereich zurückfahren zu müssen, wandte er sich ans Rathaus. Noch im Dezember hatte der FC-Vorstand verlangt, die komplette Deckungslücke zu schließen. Nach der Sitzung besserten Riesch und seine Mitstreiter nach und konnten so 10 000 Euro davon – quasi in letzter Minute – noch aus eigener Kraft aufbringen. So standen jetzt nur mehr 40 000 Euro von der Gemeinde im Raum. Den entsprechenden Antrag zog Riesch nun aber zurück. Die Sorge, dass es zu einer „Kampfabstimmung“ mit möglicherweise negativem Ergebnis für den 1. FC gekommen wäre, veranlasste den Präsidenten dazu. Allerdings nutzte er seine Redezeit auch dafür, sich im Namen des Vorstands offiziell „für die Art und Weise“ zu entschuldigen, wie das Ganze bislang abgelaufen ist. Eine Geste, die im Gemeinderat sehr gut ankam und für die er beifallendes Tischklopfen erntete. Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) erklärte dazu, „dass sie die Entschuldigung gerne annimmt“.

Der angekündigte Sturm auf den Gemeinderat, zu dem ein Jugendtrainer via Facebook aufgerufen hatte, war ausgeblieben. Offenbar hatte die Führungsriege alles zurückgepfiffen, was die zum Greifen nahe Lösung gefährden könnte. Lediglich eine Handvoll FC-Vertreter nahmf der Zuschauer-Tribüne im Großen Sitzungssaal Platz und verfolgte, was Riesch – neben ihm saß Finanz-/Marketing-Vorstand Arne Albl Platz – den Kommunalpolitikern zu sagen hatte. Nach wenigen Minuten war alles vorbei und damit klar, dass jetzt weitere Gespräche anstehen.

Auch vor dem Hintergrund, dass der gemeindliche Haushalt für dieses Jahr wohl erst im März verabschiedet wird und dann erst Geld fließen kann. Schon am Mittwoch, im Vorfeld der Sitzung, hatte „ein sehr konstruktiver“ Austausch mit der Bürgermeisterin und den Mitgliedern des Ältestenrats stattgefunden, verdeutlichte Riesch das Vorgehen. In dieser Runde trifft man sich nun im Februar wieder, um einen Kompromiss zu finden, den beide Seiten mittragen können.

Dieses Vorgehen segneten auch die Mitglieder des Gemeinderats ab. Und zwar einstimmig. Das letzte Wort, wie viel Geld für den Kunstrasenplatz am Gröben noch fließt, obliegt sowieso ihnen. Voraussichtlich erfolgt die Entscheidung in der nächsten Sitzung im März.

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