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Das Zugspitz-Bad ist derzeit geschlossen.

Auf dem Trockenen

Zwei Bäder gleichzeitig geschlossen

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Derzeit geschlossen: Diese Nachricht erwartet Besucher im Alpspitzbad in Garmisch-Partenkirchen ebenso wie im Zugspitzbad in Grainau. Das bedauern manche Schwimmer. Denn bislang konnten sie während Revisionszeiten in das jeweils andere Bad ausweichen. 

So gut wie jeden Tag geht Fritz Frank (79) zum Schwimmen. Das ist seine Sportart. Schon als Kind, als Jugendlicher und junger Erwachsener nahm der gebürtige Münchner an Wettkämpfen teil. Seit über 40 Jahren lebt er in Garmisch-Partenkirchen – und besitzt natürlich eine Saisonkarte für das Alpspitz-Wellenbad. Aktuell nützt ihm die allerdings wenig: Das Bad ist seit 4. bis einschließlich 29. April zu. Revision. Plan B hatte Frank sofort zur Hand: Wie immer, wenn seine Heim-Schwimmhalle geschlossen hat, weicht er nach Grainau aus. Nur empfängt ihn am Eingang zum Zugspitzbad ein ähnliches Schild: geschlossen. Seit 4. April bis 13. Mai.

Frank sitzt buchstäblich auf dem Trockenen. Fast vier Wochen keine Schwimm-Einheit – „bedauerlich ist das“, klagt Frank. Und „unverständlich“, dass sich die Nachbargemeinden nicht absprechen. „Das würde nur einen Anruf kosten.“ Mit seiner Meinung stehe er nicht alleine da. „Das stört viele gewaltig.“ Die Alternativen im Landkreis, der Wellenberg in Oberammergau (Revision 18. bis 29. April) und Mittenwald (Revision 4. bis 22. April) kommen für Frank und viele ältere Menschen aufgrund der Entfernung nicht in Frage.

Die Unzufriedenheit können Grainaus Bürgermeister Stephan Märkl (CSU) und Wotan Lichtmeß, Chef der Garmisch-Partenkirchner Gemeindewerke, ein Stück weit nachvollziehen. Als „unglücklich“ bewertet Märkl die Situation. „Suboptimal“ findet sie Lichtmeß. Beide räumen ein: Man habe es verpasst, sich abzustimmen.

Seit Längerem haben die Orte die Schließungen geplant. In Grainau sind die übliche Revision und Reinigung mit umfangreichen Sanierungsarbeiten verbunden: Wie berichtet, investiert die Gemeinde 456 000 Euro in neue Duschanlagen. Fast sechs Wochen bleibt das Bad daher geschlossen. Normalerweise sind es drei Wochen im Frühjahr und weitere drei im Herbst. Garmisch-Partenkirchen hatten die Grainauer bei ihren Frühjahrsplanungen gar nicht auf dem Schirm. Verständlicherweise.

Bisher setzten die Gemeindewerke nur einmal im Jahr eine vierwöchige Revision an – im Herbst. „Und da haben wir uns immer gut abgesprochen“, sagt Märkl. Er hat sich darüber extra bei den zuständigen Mitarbeitern erkundigt, als ihn kürzlich die Beschwerde eines weiteren Schwimmbad-Nutzers aus Garmisch-Partenkirchen erreichte.

Lichtmeß bestätigt: Revisionen fanden bislang im November statt. „Aber da gab es viele Beschwerden.“ Ihm zufolge weit mehr als jetzt. Offenbar wollten die Bürger gerade im oft nasskalten Herbst nicht auf ihr Schwimmbad verzichten. Also versprach der Gemeindewerke-Chef: Er werde die Revision in die umsatzschwächste Zeit verlegen, in die Wochen zwischen Ostern und Pfingsten. Das setzt er nun erstmals um. Daran, Grainau zu informieren, haben er und sein Team nicht gedacht.

Für den Herbst ist das nun nicht nötig; da bleibt das Alpspitz-Wellenbad erstmals durchgängig geöffnet und nimmt heimatlose Grainauer Schwimmer während der Revision im Zugspitzbad auf. Und fürs Frühjahr 2017 gelobt Lichtmeß Besserung: „Natürlich werden wir dann den Hörer in die Hand nehmen.“ Um mit den Grainauern zu telefonieren und eine Lösung zu finden. Ob sich die Schließungen aber künftig gar nicht überschneiden, das kann weder er noch Märkl versprechen.

Frank jedenfalls freut jeder Schritt, der seine schwimmlose Zeit auf ein Minimum reduziert. „Eine Woche, das kann man ja noch schlucken.“

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