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Informations-Veranstaltung

Auf dem Weg zur kinderfreundlichen Kommune

Garmisch-Partenkirchen - Mehr Mitspracherecht für die Mädchen und Buben ist ein Thema, das inzwischen immer mehr Kommunen beschäftigt. Auch in Garmisch-Partenkirchen informierten sich Bürger und Politiker.

Kindern und Jugendlichen Gehör schenken, wenn es um ihre Probleme geht, sie bei Entscheidungen, die ihre Interessen in Kitas, Schulen und in der Politik berühren, einbeziehen? Sechs Modell-Städte in Deutschland – Hanau, Köln, Regensburg, Senftenberg, Weil am Rhein und Wolfsburg – leben bereits vor, wie es geht. Als zertifizierte „Kinderfreundliche Kommunen“ haben sie ein Kinder- und Jugendplenum oder einen Kinderbeirat, Sprechstunden für die Jüngsten im Rathaus und einen Kümmerer. Sie punkten mit Projekten wie Zukunfts- oder Planungswerkstatt, Stadtspieler-Jugend, Street-Workout-Park, Mini-Spielstädten und anderen. Werden in Städten und Gemeinden Strukturen geschaffen, in denen sich Kinder und Jugendliche wohlfühlen, profitiert davon auch der Tourismus und letztlich alle. „Wer sich heute für Kinder einsetzt, investiert in die eigene Zukunft“, argumentierte Bildungsmanagerin Stefanie Haser von der Georg-von-Vollmar-Akademie Kochel. Ihre Einrichtung hatte zur Veranstaltung „Wie werden wir eine kinderfreundliche Kommune?“ nach Garmisch-Partenkirchen eingeladen. Außer den genannten Orten wollten das seit 2014 sechs weitere Städte und ländliche Gemeinden wissen und haben sich um das Siegel, das natürlich einen positiven Marketing-Aspekt hat, beworben.

Bei diesem Prozess werden sie fachkundig vom „Verein Kinderfreundliche Kommunen“, der auch die Zertifizierung vornimmt, begleitet. Dessen Geschäftsführerin, Dr. Heide-Rose Brückner, stand als Referentin im Gasthof Schatten Rede und Antwort. Gekommen waren leider nur circa 20 Interessierte. Aus der Lokalpolitik war die SPD mit Garmisch-Partenkirchens Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer, Gemeinderätin Mechthild Morhart und Farchants Bürgermeister Martin Wohlketzetter vertreten. Auch einige Bürger aus den umliegenden Gemeinden, aus Krün, Kochel und sogar Huglfing informierten sich. Eine „Kinderfreundliche Kommune“ zu werden, sei eigentlich ganz einfach, behauptete Brückner. „Bereits mit der Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention (KRK), zu der sich Deutschland verpflichtet hat, ist das Fundament gelegt.“ Kinder, egal wie alt und welcher Religion angehörig, haben darin das Recht auf Schutz vor Gewalt, auf Bildung, Gesundheit, Beteiligung, eine eigene Meinung, Spiel und Freizeit, eine gewaltfreie Erziehung und vieles mehr. Genau am Punkt der Partizipation (Beteiligung), des Artikels 12 der KRK, hakte die Referentin nach. „Kinder wollen mitreden, mitdenken, mitverantworten.“ Was in vielen Familien bereits funktioniert, klappt in der Regel in öffentlichen und Bildungseinrichtungen oder in Jugendclubs bedingt, in der Politik meist noch nicht. Das belegen repräsentative Umfragen. Dabei mache es Sinn, mit Kindern und Jugendlichen zu reden, denn sie haben tolle Ideen, sehen Dinge, die Erwachsenen verborgen bleiben. „Eine Kommune kann absolut profitieren, wenn sie Kindern und Jugendlichen Raum für demokratische Teilhabe gibt.“ Brückners Argumente und Beispiele verfehlten ihre Wirkung nicht, regten zur Diskussion und zum Nachdenken an, „denn jede Kommune kann kinderfreundlich sein“.

Margot Schäfer

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